Siemens platziert eine Mega-US-Dollar-Anleihe.

Siemens AG

23.04.21
Finanzen & Bilanzen

Siemens bricht Rekorde mit US-Dollar-Anleihe

Siemens begibt eine 10 Milliarden US-Dollar schwere Anleihe. Das ist für den Industriekonzern die bislang größte US-Dollar-Anleihe seiner Unternehmensgeschichte. Zudem ist der Bond an den neuen Referenzinssatz Sofr gekoppelt.

Mega-Transaktion von Siemens: Der Konzern hat die bislang größte US-Dollar-Anleihe seiner Unternehmensgeschichte platziert. Insgesamt sammelte der Industriekonzern 10 Milliarden US-Dollar über Laufzeiten von zwei bis 20 Jahren ein. Der begleitenden Anwaltskanzlei Clifford Chance zufolge ist es die zweitgrößte US-Dollar-Finanzierung eines deutschen Unternehmens seit dem Jahr 2000.

Die Transaktion erfolgte bereits Mitte März. Wie jetzt bekannt wurde, gab es noch eine weitere Besonderheit: Denn von den sieben Tranchen ist eine variabel verzinsliche Tranche mit einem Volumen von 1 Milliarde US-Dollar an den Referenzzinssatz Compounded Sofr (Secured Overnight Financing Rate) gebunden. Der noch junge Referenzzinssatz Sofr wird von der New Yorker Federal Reserve veröffentlicht und soll die jetzige Benchmark US-Dollar Libor ersetzen.

Siemens ist Vorreiter bei Sofr-Tranche

Siemens ist damit Clifford Chance zufolge das erste deutsche Industrieunternehmen, das eine Sofr-Tranche emittierte. Der Autobauer BMW hat kürzlich ebenfalls die variable Tranche einer US-Dollar-Anleihe an den neuen Referenzzins gekoppelt und zugleich für die festverzinsten Teile einen großen Sofr-Zins-Swap abgeschlossen.

Das Gros der Siemens-Bonds ist festverzinst. Die restlichen sechs Tranchen haben Zinssätze zwischen 0,4 und 2,875 Prozent sowie Volumina zwischen 1,25 und 1,75 Milliarden US-Dollar.

Das frische Geld soll im Wesentlichen zur Refinanzierung der 16,4-Milliarden-Dollar schweren Varian-Übernahme durch die Tochter Siemens Healthineers genutzt werden. Das Geld hat Siemens per Darlehen bereits an die Medizintechniktochter Healthineers weitergereicht. Das Bankenkonsortium wurde von JP Morgan und Morgan Stanley als Joint Global Coordinators angeführt und bestand aus elf weiteren Banken, die als Joint Bookrunners agierten.

s.backhaus[at]dertreasurer.de

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