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19.01.24
Finanzen & Bilanzen

Starker Jahresanfang am Bondmarkt

VW, Schaeffler, E.on, Mercedes-Benz, und RWE haben erste Anleihen platziert. Nachhaltige Transaktionen waren besonders verbreitet.

Die ersten Tage des Jahres sind am Kapitalmarkt erwartungsgemäß stark angelaufen. In den ersten Wochen haben zehn europäische Anleiheemittenten 15 Anleihetranchen in Euro und Pfund platziert, mit einem Volumen von circa 8,6 Milliarden Euro und 1 Milliarde Pfund. „Besonders stark waren Autohersteller aktiv, was zum Jahresstart nicht überraschend ist“, erklärt LBBW-Bond-Analyst Matthias Schell.

Auch deutsche Emittenten zapften den Markt an. Mercedes-Benz hat eine Anleihe mit zwei Tranchen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro emittiert. Es ist die erste nicht grüne, konventionelle Anleihe des Autoherstellers seit langem.

Volkswagen mit Green Bonds

Nachhaltige Transaktionen waren zum Jahresstart weitverbreitet. 38 Prozent des platzierten Volumens hatten einen ESG-Bezug, wie aus einer Analyse von HSBC hervorgeht. Volkswagen Leasing ist beispielsweise mit Green Bonds in das Jahr gestartet, die insgesamt ein Volumen von 2,75 Milliarden Euro aufwiesen. Bei der siebeneinhalbjährigen Tranche konnte sich Volkswagen sogar über ein Orderbuch über 4,8 Milliarden Euro freuen – die Tranche umfasste 750 Millionen Euro.

Neben den Automobilherstellern waren auch Energieunternehmen aktiv. RWE hat einen Green Bond in Höhe von 500 Millionen Euro platziert, das Orderbuch belief sich lediglich auf 825 Millionen Euro. Der Konzern zahlte eine Neuemissionsprämie in Höhe von 45 Basispunkten – deutlich über dem Durchschnitt der ersten Woche des Jahres.

Rege Aktivität am Anleihemarkt

Auch in der zweiten Woche herrscht rege Aktivität. Der Autozulieferer Schaeffler hat die Woche mit Anleihen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro eröffnet. E.on hat grüne Anleihen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro begeben.

LBBW-Analyst Schell rechnet damit, dass es auch in den nächsten Wochen aktiv am Bondmarkt weitergehen wird. „Wir haben zum Jahresende 2023 einen deutlichen Rückgang der Renditen gesehen. Auch wenn es da möglicherweise wieder eine kleine Korrektur nach oben geben könnte, gehen wir von niedrigeren Renditen im Jahresverlauf aus“, erklärt er. Der Markt preise mögliche Zinsschritte nach unten offensichtlich bereits ein, glaubt Schell.

brendel[at]dertreasurer.de

Dieser Artikel ist zuerst im DerTreasurer E-Magazin erschienen. Hier können Sie das E-Magazin abonnieren.