Vonovia hat einen Schuldschein in Höhe von 1 Milliarde Euro platziert.

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25.02.22
Finanzen & Bilanzen

Vonovia emittiert Jumbo-Schuldschein

Vonovia hat am vergangenen Mittwoch einen Jumbo-Schuldschein in Höhe von 1 Milliarde Euro platziert – und sprengt damit Rekorde.

Vonovia hat am vergangenen Mittwoch einen Jumbo-Schuldschein in Höhe von 1 Milliarde Euro platziert – und sprengt damit Rekorde. Laut Bloomberg ist das eine der größten Schuldscheinemissionen seit 2020.

Das Volumen des Schuldscheins ist deutlich höher als ursprünglich geplant. Wie das Wohnungsunternehmen bekannt gab, hatte die am 10. Januar gestarteten Transaktion ursprünglich ein Volumen von 500 Millionen Euro. Das Orderbuch sei sehr groß gewesen, so Fabian Lander, Head of Front Office Finance and Treasury bei Vonovia.

Letztendlich hätten die kompetitiven Spreads des Schuldscheindarlehens im Vergleich zu denen von Anleihen sowie der sehr hohe Anteil neuer Investoren (Sparkassen und internationale Geschäftsbanken) dann den Ausschlag gegeben, das Volumen zu verdoppeln. Die Tranchen des Schuldscheins haben Laufzeiten von fünf bis 30 Jahren, die durchschnittliche Laufzeit beträgt über sieben Jahre. Das Darlehen ist durchschnittlich mit einem Kupon von 1,13 Prozent verzinst. 

Vonovia-Schuldschein zieht neue Investoren an

Gezeichnet hatten das Papier vor allem Sparkassen, regionale Banken, ausländische Geschäftsbanken und institutionelle Investoren. Der Schuldschein ist mit 85 Investoren der erste breit gezeichnete Schuldschein von Vonovia. Bisher hatte das Unternehmen mehrere bilaterale Schuldschein-Pilotprojekte: Beispielsweise platzierte Vonovia 2019 einen Schuldschein mit einem Volumen von 50 Millionen Euro über die Plattform Firstwire. Bei der aktuellen Transaktion nutzte Vonovia zwei Distributionskanäle: Konventionell den Datenraum („Debtdomain“) und digital Debtvision – hinter der Plattform stehen die LBBW und die Börse Stuttgart. Diese habe man absichtlich nutzen und testen wollen, so Lander.

Mit dem neuem Jumbo-Schuldschein will das Immobilienunternehmen die Brückenfinanzierung weiter ablösen, die Vonovia für den Kauf der Deutsche Wohnen aufgenommen hatte. Der Deutsche-Wohnen-Deal aus dem vergangenen Jahr kostete insgesamt 30 Milliarden Euro. Zur Finanzierung des Deals hatte der Immobilienkonzern mehrere Anleihen in Milliardenhöhe platziert. Bereits im Dezember 2021 kündigte Olaf Weber, Treasury-Chef bei Vonovia, im Interview mit DerTreasurer an, dass er sich vorstellen könne, auch Schuldscheine zu emittieren, was jetzt vollzogen wurde.

Die Schuldscheindarlehen steigerten  „die Diversifizierung unserer Fremdkapitalinstrumente und festigen damit unsere Finanzierungsbasis“, kommentiert Finanzvorstand Philip Grosse. Für Grosse war es die erste große Transaktion in seiner Funktion als CFO bei Vonovia. Und es wird nach diesem Erfolg wohl nicht die letzte Transaktion bleiben. 

brendel[at]dertreasurer.de