Ca-ssis/iStock/Getty Images; privat

29.04.20
Persönlich & Personal

„Corona wird das Treasury nachhaltig verändern”

Die Coronakrise bietet auch Chancen für das Treasury, glaubt Regina Deisemann, Director Group Liquidity Management bei Vorwerk und Vorstandsmitglied beim Verband Deutscher Treasurer. Im Interview erklärt sie, warum das so ist.

Frau Deisemann, wir erreichen Sie im Home Office. Wie funktioniert das Arbeiten von zuhause im Treasury von Vorwerk?
Gut! Wir profitieren sehr davon, dass wir Ende Januar im Unternehmen Microsoft Office 365 ausgerollt haben. Das war ein glücklicher Zufall: Der Rollout hatte zwar nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, erleichtert uns den Austausch im Team jetzt aber enorm. Wir können uns nun schneller über Videokonferenzen abstimmen und über die Chatfunktion im Gespräch bleiben. Allerdings hat dieser multitechnische Ansatz auch eine Kehrseite.

Welche ist das?
Es ist manchmal schwierig, alle Kanäle zu koordinieren und den Überblick zu behalten. Ich arbeite derzeit mit zwei Handys und einem Laptop. So kommen über Outlook Mails hinein und über MS Teams werden neben den normal eingehenden Telefonanrufen, Videokonferenzen aufgesetzt, Chats angestoßen, neue Teams gebildet und von dort Aufgaben zugewiesen. Ich sehe hier eine neue Kultur des Zusammenarbeitens auf uns zukommen, die mittelfristig auch neuer Regelungen und Standards bedarf. Insgesamt werden die positiven Aspekte aber klar überwiegen: Corona wird die Arbeitswelt im Treasury nachhaltig verändern.

„Digitalisierung im Treasury wird sich beschleunigen“

Inwiefern?
Die Einstellung zum Home Office wird eine neue Dynamik erhalten und die Digitalisierungsprojekte im Treasury werden sich noch einmal beschleunigen. Auch weniger technikaffine Mitarbeiter sind nun gezwungen, sich mit den neuen Kanälen auseinanderzusetzen. Insgesamt war es schön zu beobachten, wie in Teams kreative Lösungen gefunden und umgesetzt werden konnten.

Für den Verband Deutscher Treasurer haben Sie gerade in Ihrem Ressort eine Kurzumfrage zu den Erfahrungen im Home Office gemacht. Was kam dabei heraus?
Insgesamt scheint die Verlagerung ziemlich reibungslos geklappt zu haben. Zu Beginn gab es bei vielen Unternehmen noch Engpässe bei den VPN-Kapazitäten, also gesicherte, verschlüsselte Verbindungen, über die auf die firmeninterne Netze zugegriffen wird. In der ersten Woche waren die Systeme zu Stoßzeiten oft überlastet, aber das haben die IT-Abteilungen schnell in den Griff bekommen. Sie leisten hervorragende Arbeit.

Wie die Zusammenarbeit mit den Banken geklappt hat und wo es in Sachen Digitalisierung noch hakt, das lesen Sie im vollständigen Interview in unserem E-Magazin 8-2020.

Backhaus[at]derTreasurer.de