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19.05.22
Persönlich & Personal

So meisterte der Rational-Treasurer starkes Wachstum

Rational-Treasury-Chef Andreas Faltermeier berichtet über die systemseitige Neuaufstellung bei dem Küchengerätehersteller aus Bayern.

Der Großküchengerätehersteller Rational ist in den vergangenen 20 Jahren stetig gewachsen: Kamen die Bayern 2004 noch auf einen Umsatz von 220 Millionen Euro, hat sich dieser bis 2021 auf 780 Millionen Euro fast vervierfacht. Das starke Wachstum stellte das Rational-Treasury um seinen Leiter Andreas Faltermeier vor allem systemseitig vor Herausforderungen: „Unser langjähriges Treasury-System Trinity hatten wir 2004 eingeführt, seitdem haben wir uns in vielen Bereichen aber weiterentwickelt und professionalisiert“, erklärt Faltermeier.

Während Rational einen Schritt nach dem anderen machte, blieb das Treasury Management System (TMS) stehen. „Wir hatten eine klassische On-Premise-Lösung und haben bis 2019 eigentlich nichts verändert“, sagt der Treasury-Chef. Man habe auch keine Updates durchgeführt. „Das System hat da eigentlich mehr geboten“, resümiert Faltermeier selbstkritisch. „Wir haben es eher als Datenaufbewahrungssystem genutzt, aber nicht wirklich zur Analyse.“

Obwohl Faltermeier betont, mit Trinity grundsätzlich zufrieden gewesen zu sein, entschied man sich 2019 für eine Neuausschreibung des Treasury-Systems. In einer ersten Stufe habe man mit der Unterstützung der Treasury-Beratung Schwabe, Ley & Greiner einen Anforderungskatalog erstellt. „In der zweiten Stufe haben wir eine grobe Auswahl getroffen.“ Letztlich entschied man sich gegen Trinity und für das FIS-System Integrity. „Der Vorgänger FIS Quantum war ein sehr mächtiges System, Integrity ist hingegen modular aufgebaut. Zudem ist es aus meiner Sicht innovativ, und es gibt regelmäßige Updates“, erklärt Faltermeier einige der Vorzüge des neuen TMS. Man zahle für die „Softwareas-a-Service“-Lösung (SaaS-Lösung) nun eine monatliche Miete, die der Treasury-Leiter von Rational als "fair" bezeichnet.

Hohe Anforderungen an Treasury-System

Der Katalog der Anforderungen an das neue Treasury-System war vielfältig: „Wir haben uns verschiedene Themen angeschaut, etwa Liquiditätsplanung, Stammdatenmanagement, Risikomanagement und Cash Management, aber auch Analytics und Reporting sowie IT und Schnittstellen sind in die Entscheidungsfindung eingeflossen“, so Faltermeier. „Es ging da teilweise um Nuancen, die anderen Anbieter waren auch nicht schlecht.“

Der Treasury-Chef erklärt, dass man mit dem neuen System auch die Mitarbeiterzufriedenheit steigern wolle. Speziell die nun ins Berufsleben rückende Generation habe höhere Ansprüche an ihr Arbeitsumfeld: „Neue Mitarbeiter schauen sich auch die Systeme an.“ In der neuen TMS-Aufstellung könne man analytischer arbeiten, die Arbeit sei nicht mehr ausschließlich kontrollierend. Zudem sei es leichter, lokale Mitarbeiter in den zahlreichen Auslandsgesellschaften von Rational anzulernen.

Bei der Implementierung holte Rational sich Hilfe von KPMG. Faltermeier sagt: „Die Implementierung muss nicht immer der TMS-Anbieter machen.“ Verschiedene Beratungsgesellschaften sind mittlerweile auf TMS-Einführungen spezialisiert.

Treasury-Chef Faltermeier ging es mit der systemseitigen Neuaufstellung vor allem darum, seinen Bereich zukunftsfähig aufzustellen. „Das neue TMS soll uns über die kommenden Jahre unterstützen. Wir brauchten eine stärkere Verknüpfung zu SAP und anderen Bankensystemen. Da fühlen wir uns bei FIS gut aufgehoben.“ Integrity nutzt Rational indes nicht im Zahlungsverkehr, wo über ein SAP-Add-on Serrala im Einsatz ist. „Wir haben zuerst den Zahlungsverkehr neu aufgestellt und erst danach ein neues TMS ausgesucht“, erklärt Faltermeier. „Wir sind mit Serrala sehr zufrieden. Wir haben keinen Grund gesehen, hier eine Änderung vorzunehmen.“

Grundsätzlich ist Treasury-Chef Faltermeier nun zufrieden mit der Systemaufstellung im Treasury mit SAP, FIS Integrity und Serrala. Er hat nur kleinere Anmerkungen in Richtung FIS, die auf Kritik grundsätzlich schnell reagieren würden: „Der Anbieter ist amerikanisch geprägt. Die Kommunikation läuft viel über Tickets und auf Englisch. Das sollte man sich vorher bewusst machen.“ 

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