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26.02.21
Persönlich & Personal

Jobprofil Cash Manager: Das sind Gehälter und Karrierechancen

Das Cash Management ist ein wichtiger Teilbereich des Treasury. Doch welche Kenntnisse muss ein Cash Manager mitbringen und mit welchem Gehalt ist in diesem Beruf zu rechnen? Eine Übersicht.

In Krisenzeiten wie der Finanz- oder der Coronakrise rückt ein wichtiger Teilbereich des Treasury ins Rampenlicht. Ein gut organisiertes Cash- und Liquiditätsmanagement ist für Unternehmen unerlässlich, um die nötige Liquidität zu sichern. Mitarbeiter, die sich um diesen Bereich im Unternehmen kümmern, haben vier zentrale Aufgabengebiete: Die kurzfristige Liquiditätsplanung  und -steuerung, die Disposition liquider Mittel, die Zentralisierung der konzerninternen Liquidität über Cash Pooling sowie die Sicherstellung eines reibungslosen Zahlungsverkehrs.

Anm. d. Red.: Mehr Grundlagenwissen finden Sie auf unserer Themenseite Treasury-Ratgeber. Dieser Artikel erschien zuerst am 29. April 2014 und wurde zuletzt am 26. Februar 2021 überarbeitet.

Unternehmen aus Dax und MDax sowie Firmen vergleichbarer Größe in Familienhand haben oftmals dezidierte Cash-Management-Teams. Bei den kleineren Unternehmen übernimmt dagegen häufig der Treasurer oder ein Sachbearbeiter die Aufgaben des Cash Managers. Ein gutes Zahlenverständnis, analytisches Denkvermögen sowie Genauigkeit sind die Grundvoraussetzungen für diesen Beruf. Bei globalen Unternehmen sind zudem gute Englischkenntnisse unerlässlich, um mit internationalen Tochtergesellschaften kommunizieren zu können.

So gelingt der Berufseinstieg ins Cash Management

Der Weg ins Cash Management beginnt in der Regel mit einem abgeschlossenen betriebswirtschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studium. Aber auch über eine kaufmännische Ausbildung ist der Einstieg ins Cash Management möglich. Eine Bankausbildung hilft, die Mechanismen der Geld- und Finanzmärkte zu verstehen, um mit den Zahlungsströmen und den Liquiditätspositionen vertraut zu werden. Der Umgang mit Negativzinsen in der Liquiditätsdisposition gehört inzwischen zum Tagesgeschäft eines jeden Cash Managers.

Aber auch IT-Kenntnisse werden immer wichtiger: „Jeder Treasurer und Cash Manager sollte eine gewisse IT-Affinität mitbringen, um den derzeitigen Digitalisierungstrends begegnen zu können“, sagt Regina Deisemann, Vorstandsmitglied beim Verband Deutscher Treasurer (VDT) und dort für das Ressort Cash & Liquidity zuständig. Die Automatisierung im Cash Management steigt, viele Unternehmen wollen in den kommenden Jahren Prozesse weiter standardisieren, zentralisieren und automatisieren.

Treasurer und insbesondere auch Cash Manager sollten zudem offen für Neues sein: „Unser Job wird nie langweilig“, sagt Deisemann. Das Aufgabenportfolio verändere sich ständig. „Und ein Cash Manager sollte diesen Veränderungen offen gegenüber sein.“

Trend-Themen: Instant Payments, digitaler Euro und Co.

Für diese Veränderungen gibt es zahlreiche Beispiele – gerade im Zahlungsverkehr: Der Trend hin zu E-Commerce und Direktvertrieb verändert die Anforderungen an den Zahlungsverkehr, mit Request to Pay startet im Juni 2021 ein neues Bezahlverfahren, Instant Payments sind auf dem Vormarsch. Letzteres wiederum befeuert auch den Trend zum Cash Management in Echtzeit, der eng mit der Datenübertragung auf Basis offener Programmierschnittstellen, auf Englisch kurz APIs, zusammenhängt.

Doch noch ist es nicht so weit: „Damit die Echtzeitüberweisungen zur neuen Normalität werden, müssen aber auch alle Banken erreichbar sein“, sagt Deisemann. In Deutschland seien das schon sehr viele. „Grenzüberschreitend ist die Erreichbarkeit aber häufig noch ein Problem.“ Auch die Betragsobergrenze für Instant Payments, die derzeit bei 100.000 Euro liegt, sei für Treasurer und Cash Manager immer noch zu gering.

Ein weiteres Trendthema, das die Cash Manager künftig umtreiben wird, ist der digitale Euro. „Der Zahlungsverkehr wird in Zukunft vielleicht sogar eines der wichtigsten Themen im Treasury überhaupt sein“, sagt der Siemens-Treasurer Peter Rathgeb.

Für den Technologiekonzern spielt die Vernetzung von Maschinen eine immer wichtigere Rolle. Das fordert auch das Treasury, denn autonome Internet-of-Things- und Pay-per-Use-Geschäftsmodelle setzten programmierbare Zahlungen voraus, so Rathgeb. Und hierfür brauche es einen digitalen Euro.  „Um die Potentiale von Industrie 4.0 zu heben, muss auch die geldseitige Abwicklung der Transaktionen in die neuen Prozesse integriert werden“, fordert der Siemens-Treasurer.

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Cash Manager verdienen wegen Spezialwissen gut

Die gestiegene Bedeutung des Bereichs könnte auch die Karriereperspektiven der Cash Manager verbessern: Erfolgreich abgeschlossene Projekte sind ein gutes Argument in der Karriereentwicklung. In der Treasury-Abteilung des Unternehmens können Cash Manager im Laufe der Zeit ihre Aufgabenbereiche ausweiten und bis zum Leiter Treasury oder Leiter Finanzen aufsteigen.

Wie die anderen Treasury-Mitarbeiter auch verdienen Cash Manager gut: „Einsteiger und Professionals mit Berufserfahrungen unter fünf Jahren werden sich mit einer tariflichen Eingruppierung zufriedengeben müssen“, sagt Markel von treasury executives 53°. Das Gehalt von Junior Cash Managern fängt laut dem „FINANCE-Gehaltsreport 2020“ beispielsweise bei 45.000 Euro an und kann auf bis zu 55.000 Euro steigen.

„Die Fortgeschrittenen unter den Cash- und Liquiditätsmanagern bringen aber Spezialwissen mit, das sich nicht in zwei oder drei Jahren aneignen lässt“, sagt Markel weiter. Erfahrene Cash- und Liquiditätsmanager seien oftmals zehn Jahre und länger im Geschäft. Dieses Spezialwissen und lange Berufserfahrung erhöhen den Marktwert eines Cash Managers – wie in anderen Berufsgruppen auch – deutlich. „Unternehmen entlohnen erfahrene Cash- und Liquiditätsmanager oft außertariflich und begründen diesen Schritt mit den Spezialkenntnissen, der Mitarbeiterverantwortung und der Projekterfahrung“, sagt Markel. Senior Cash Manager bekommen dem „FINANCE-Gehaltsreport 2020“ zufolge durchschnittlich 85.000 bis 120.000 Euro.

Paulus[at]derTreasurer.de