Thomas Jessulat ist seit 2016 CFO von Elring Klinger.

Elring Klinger

21.09.21
Persönlich & Personal

„Wir konnten bessere Konditionen erzielen“

Elring-Klinger-CFO Thomas Jessulat hat kürzlich einen Konsortialkredit verlängert und konnte bessere Konditionen erzielen. Erst vor ein paar Jahren noch hatte der Autozulieferer ein großes Cashflow-Problem.

Der Automobilzulieferer Elring Klinger hat sein Cash-Polster aufgestockt und seinen Konsortialkredit um 100 Millionen Euro auf 450 Millionen Euro erweitert. Zugleich haben die Dettinger die Laufzeit des ursprünglich aus dem Februar 2019 stammenden Darlehens um zwei Jahre bis 2026 verlängert. Das zusätzliche Geld soll Elring Klinger mehr finanziellen Spielraum geben, um die Transformation der Mobilität weiter aktiv gestalten zu können.

„Es war nicht schwer, die Banken von der Krediterweiterung zu überzeugen“, berichtet Thomas Jessulat, CFO von Elring Klinger. Alle sieben Häuser aus dem Konsortium um Commerzbank, LBBW, Deutsche Bank, DZ Bank, HSBC, Banque Européenne du Crédit Mutuel und Credit Suisse hätten mitgezogen, so der Finanzchef: „Unsere verbesserten Halbjahreszahlen 2021 und unser starkes Portfolio, das wir zuletzt durch die kürzlich abgeschlossenen Joint Ventures mit Airbus und Plastic Omnium im Bereich Wasserstoff gestärkt haben, haben uns in den Verhandlungen durchaus geholfen.“

Elring Klinger macht wieder mehr Gewinn

Elring Klinger hat seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten von 2021 um 25 Prozent auf 818 Millionen Euro gesteigert – allerdings sind die Vergleichswerte aus dem ersten Halbjahr 2020 mit Vorsicht zu genießen, schließlich waren die Erlöse des Automobilzulieferers wegen der Corona-Pandemie damals massiv eingebrochen. Zum Vergleich: 2019 lag der Umsatz im ersten Halbjahr bei 875 Millionen Euro.

Dass die Dettinger sich aus dem Corona-Tal gekämpft haben, zeigt sich auch am Konsortialkredit: „Wir konnten bessere Konditionen erzielen. Das wird man auch am Ende des Jahres in unserem Zinsergebnis sehen“, berichtet CFO Jessulat, jedoch ohne genauere Details zu nennen.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Kredit zwischenzeitlich in Teilen in Anspruch genommen. Elring Klinger hat in diesem Jahr bereits Kredite in Höhe von knapp 100 Millionen Euro getilgt, nächstes Jahr sollen es noch einmal so viel werden. „Das Geld dafür wurde schon einkalkuliert, so dass keine weiteren finanziellen Maßnahmen erfolgen müssen.“

Elring Klinger: Leverage reduzierte sich deutlich

Möglich ist das, weil es Elring Klinger endlich geschafft hat, den jahrelangen Cash Burn zu stoppen. 2018 lag der operative Free Cashflow noch bei minus 160 Millionen Euro, der Schuldenberg des Zulieferers war auf fast 800 Millionen Euro angeschwollen. Das Unternehmen investierte damals viel Geld in die Globalisierung und die Umstellung auf Elektromobilität, verdiente im angestammten Geschäft aber weniger. Drei Jahre später sieht das Bild ganz anders aus: So liegt die Nettoverschuldung zum Halbjahr bei 363 Millionen Euro, den Leverage konnte der Konzern von 4,7x auf 1,4x Ebitda reduzieren.

Geschafft haben CFO Jessulat und sein Team das mit einem Effizienzsteigerungsprogramm. „Wir wussten 2018: Wir müssen uns für die Transformation besser aufstellen. Deshalb entwickelten wir einen dreijährigen Turnaround-Plan, der ab 2019 umgesetzt wurde.2 Das Ziel war es, schnell zu entschulden und profitabler zu werden.

Obwohl der Plan noch bis Ende dieses Jahres läuft, hat das Unternehmen sein Verschuldungsziel (Leverage unter 2x Ebitda) schon erreicht. Dazu musste der Zulieferer verschiedene Maßnahmen durchführen - etwa im Working Capital Management. So hat Jessulat im Forderungsmanagement etwa kürzere Zahlungsziele mit Abnehmern vereinbart sowie Zahlungsziele mit Lieferanten verlängert.

Mehr über die Maßnahmen von CFO Jessulat lesen Sie im aktuellen E-Magazin.

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