Immer mehr Arbeitgeber erwarten von ihren Treasurern fundierte IT-Kenntnisse.

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23.08.12
Persönlich & Personal

Arbeitgeber fordern Systemkenntnisse

Immer mehr Arbeitgeber erwarten von ihren Treasurern fundierte IT-Kenntnisse. Doch trotz der steigenden Anforderungen gilt: Gute Kandidaten können sich ihre Stelle im Grunde selbst aussuchen.

An den Hauptfähigkeiten eines Treasurers, die Arbeitgeber voraussetzen, hat sich im ersten Halbjahr 2012 wenig geändert: Nach wie vor sind Finanzierung, Cashmanagement, Liquiditätsplanung und -steuerung sowie Risikomanagement die Kernaufgaben. Aber gerade IT-Kenntnisse werden zunehmend zu einer der Grundvoraussetzungen. Immer häufiger werden sie explizit gefordert, oft sind sie zumindest erwünscht oder „von Vorteil“, wie es so schön heißt. In fast drei Vierteln der Stellenangebote, die sich an Treasury-Mitarbeiter richten, finden Systemkenntnisse in einer dieser Formulierungen ihre Erwähnung.

Bei den Systemen, die genannt werden, führt SAP vor TMS-Anbietern wie Reval/Ecofinance, Bellin und Technosis. Das ergab eine Auswertung von 76 Jobangeboten, die im ersten Halbjahr dieses Jahres unter anderem in Der Treasurer veröffentlicht wurden. „Die Treasury-Abteilungen sind inzwischen personell gut aufgestellt. Es werden vornehmlich Ersatzbesetzungen vorgenommen“, sagt Karl Markel, Geschäftsführer des Personaldienstleisters treasury executives 53°. „Die Unternehmen versuchen nun, über den Systemeinsatz noch effizienter zu werden.“ Gerade Mittelständler seien eher bereit, in Systeme zu investieren als in neues Personal. Das bestätigt auch Rudolf Schlett, der früher selbst Treasury-Softwareanbieter geleitet hat und mittlerweile Personalberater ist: „Für die Arbeit in Unternehmen ist es wichtig zu wissen, wie man ein IT-Projekt genau durchführt“, sagte er kürzlich in Der Treasurer (vgl. Ausgabe 15-2012).

Guter Stellenmarkt für Treasurer

In den vergangenen Auswertungen hatte sich dieser Trend bereits abgezeichnet: Im zweiten Halbjahr 2011 waren in 43 Prozent der Jobangebote IT-Kenntnisse explizit gewünscht, im ersten Halbjahr 2011 in mehr als einem Drittel der Fälle. Ein professionelles Treasury ohne Systemunterstützung ist fast nicht mehr möglich. „Insbesondere bei Junior-Positionen ist es von Vorteil, wenn die Bewerber schon Systemkenntnisse besitzen“, ergänzt Markel. „Die Anforderungen an Treasury-Mitarbeiter werden höher.“ Gerade für Newcomer werde der Einstieg ins Treasury dadurch immer schwerer.

 

Ein Vergleich mit den vorherigen Auswertungen zeigt auch, dass für Treasurer nach wie vor ein guter Stellenmarkt existiert. Das Bild hat sich aus Kandidatensicht nicht verändert: Gute Kandidaten können sich die Stellen aussuchen. Für Unternehmen wird es schwieriger , den passenden Mitarbeiter zu finden. „Treasurer sind weniger wechselbereit als im vergangenen Jahr“, berichtet Markel. „Gute Kandidaten sind wählerischer. Die Anreize müssen höher sein, damit ein erfahrener Treasurer wechselt.“ Auch namhafte Unternehmen müssten sich immer mehr anstrengen, um den passenden Kandidaten zu finden. „Bei den leitenden Treasury- Positionen ist mehr Bewegung im Markt als im vergangenen Jahr“, ergänzt Markel noch. „Möglicherweise liegt es daran, dass es für manchen Leiter Treasury in der Karriere weiter nach oben geht.“

Paulus[at]derTreasurer.de