Von drei Financial Covenants zu einem

07.06.18 09:37

Biesterfeld platziert dritten Schuldschein

Von Sabine Paulus

CFO Christian Wolfsohn und Treasury-Chef Thomas Rogall haben einen neuen Schuldschein für Biesterfeld abgeschlossen. Der Chemie- und Kunststoffdistributeur konnte seit 2012 die Konditionen aus unterschiedlichen Gründen immer weiter verbessern.

Treasury-Chef Thomas Rogall (links) und CFO Christian Wolfsohn haben nach dem dritten Schuldschein von Biesterfeld noch einige Projekte vor sich.

Biesterfeld

Treasury-Chef Thomas Rogall (links) und CFO Christian Wolfsohn haben nach dem dritten Schuldschein von Biesterfeld noch einige Projekte vor sich.

Der Schuldscheinmarkt verliert nach den vergangenen Boomjahren derzeit etwas an Fahrt. Im Moment sind weniger Transaktionen im Markt als noch vor einem Jahr, was Emittenten wegen des weiter bestehenden Anlagedrucks bei Investoren durchaus zugutekommen kann. So hat der Chemie- und Kunststoffdistributeur Biesterfeld nach den Emissionen in den Jahren 2012 und 2015 in diesem Monat erfolgreich den dritten Schuldschein in seiner Unternehmensgeschichte platziert.

Biesterfeld platziert Schuldschein bei deutschen Investoren

„Wir wollten schnell nach der Vorlage des Jahresabschlusses an den Markt gehen“, sagt Christian Wolfsohn, CFO des Familienunternehmens. Aus Kosten- und Flexibilitätsgründen will er keinen Konsortialkredit in die Finanzierungsstruktur des Handelsunternehmens aufnehmen. „Der Schuldschein ist für die Optimierung des Fälligkeitenprofils deutlich besser geeignet“, glaubt der CFO.

Die Hamburger sammelten 60 Millionen Euro bei rund 40 ausschließlich deutschen Investoren ein. Ursprünglich wollten CFO Wolfsohn und Treasury-Chef Thomas Rogall nur 40 Millionen Euro platzieren. „Aufgrund der deutlichen Überzeichnung konnten wir das Emissionsvolumen erhöhen“, sagt Finanzchef Wolfsohn. Das Pricing liegt ihm zufolge am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne. Details nennt er nicht. Der sowohl fest als auch variabel verzinste Schuldschein läuft fünf und sieben Jahre. Knapp 30 Prozent des Volumens, also 17,5 Millionen Euro, entfallen auf die fünfjährigen Tranchen.

Die lockereren Finanzierungsstrukturen kommen Biesterfeld zugute

Bei der Dokumentation konnte der Chemie- und Kunststoffdistributeur, den die Banken derzeit im mittleren Investmentgrade sehen, nicht nur von seiner verbesserten Bonität im Vergleich zu 2012 profitieren. Biesterfeld kommen auch die lockereren Finanzierungsstrukturen zugute, die seit einiger Zeit möglich sind. „2012 sahen uns die Banken am unteren Ende des Investmentgrade, und wir hatten noch drei Financial Covenants in der Schuldschein-Dokumentation enthalten", sagt CFO Wolfsohn. „Jetzt enthält die Dokumentation nur noch eine Kennziffer, die bei einem Bruch lediglich zu einem Margen-Step-up führt.“

Was Biesterfeld mit dem Emissionserlös vorhat und welche Pläne und Projekte das Handelsunternehmen in seinem Treasury verfolgt, lesen Sie im vollständigen Artikel im E-Magazin 11-2018 von DerTreasurer.

Paulus[at]derTreasurer.de

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