Jan-Martin Nufer, Director Treasury & Funding bei der Borealis AG, über die Akquisitionsfinanzierung

28.02.13 14:23

Borealis finanziert PEC-Deal

Von Sabine Paulus

Schlussspurt im Finanzierungsmarathon. Mit einer achtjährigen Exportförderung- und Auslandsinvestitionsfinanzierung hat Borealis die Übernahme des Chemieproduzenten PEC Rhin refinanziert.

Borealis hat erfolgreich eine Exportförderung- und Auslandsinvestitionsfinanzierung abgeschlossen.

Borealis

Jan-Martin Nufer hat für Borealis eine Exportförderung- und Auslandsinvestitionsfinanzierung abgeschlossen.

Es ist das i-Tüpfelchen nach einem aufregenden Finanzierungsjahr 2012: Mit der Akquisitionsfinanzierung für die Übernahme des Chemieproduzenten PEC Rhin hat Jan- Martin Nufer den Finanzierungsmarathon aus dem vergangenen Jahr zu Ende gebracht. Zwar hält sich der Director Treasury & Funding des österreichischen Chemiekonzerns Borealis bei den Konditionen der klassischen achtjährigen Exportförderung- und Auslandsinvestitionsfinanzierung, die die Österreichische Kontrollbank (OeKB) zur Verfügung stellt, bedeckt. Sie sollen aber „sehr attraktiv“ und „mit denen der besten Transaktionen des letzten Jahres vergleichbar“ sein. Ein Konsortium aus acht Banken unter der Führung der Erste Bank klammert die Transaktion mit einer Garantiefazilität ein und übernimmt dabei das klassische Kreditrisiko.

Neue Finanzierungsstrategie nach der Bankenkrise

Diese nachgelagerte Akquisitionsfinanzierung in Höhe von 100 Millionen Euro krönt den letztjährigen Finanzierungsmarathon. Ein zweiköpfiges Team, Jan-Martin Nufer zusammen mit einem Mitarbeiter, hat sechs einzelne Finanzierungen (siehe Kasten unten) mit noch mehr Untertranchen und mehr als die Hälfte der gesamten Verbindlichkeiten im vergangenen Jahr refinanziert. „Wir haben mehr als 1,8 Milliarden Euro refinanziert und die syndizierte Kreditlinie im Volumen von 1 Milliarde Euro – das Rückgrat unserer Finanzierung – bis 2017 verlängert“, sagt Nufer.

 

Diese neue Kapitalmarkt-Finanzierungsstrategie verfolgt Borealis seit 2009. Davor war das Chemieunternehmen „mehr oder weniger bankfinanziert“, sagt Nufer. Nach der Finanzkrise wollten die Österreicher aber ihre Finanzierungsinstrumente diversifizieren sowie das Laufzeitenprofil strecken und schlossen in den Jahren 2009 bis 2011 eine Reihe von Transaktionen ab. „Über die vergangenen Jahre hat sich gezeigt, dass dieses Tranchieren deutlich günstiger ist“, sagt Nufer. „Ein Cherry Picking unter erhöhtem Transaktionsaufwand rechnet sich allemal.“ Der Grund: Das Borealis-Treasury kann die einzelnen Finanzierungen mit - einander „benchmarken“, wie Nufer es nennt, und „einen bewussten Kampf beim Pricing entfachen“.

 

Auch für dieses Jahr steht der Finanzierungsfahrplan bereits fest, denn es gilt, die im Februar angekündigten Akquisitionen zu finanzieren. „Es wird wieder ein ordentlicher Sprint sein“, ist Nufer überzeugt. „Ein bis drei Transaktionen werden wir noch platzieren, aber das Volumen wird deutlich kleiner als im vergangenen Jahr sein.“

Paulus[at]derTreasurer.de

Die sechs einzelnen Finanzierungen von Borealis

•    Syndizierter Kredit über 1 Milliarde Euro
•    Securitisation-Programm von 300 Millionen Euro
•    Retailbond über 125 Millionen Euro
•    US Private Placement über 130 Millionen US-Dollar
•    Schuldscheindarlehen mit einer Euro- und einer Dollar-Tranche über zusammen rund 150 Millionen Euro
•    Akquisitionsfinanzierung über 100 Millionen Euro für die Übernahme des Chemieproduzenten PEC Rhin