Klaus Lange

27.09.13
Persönlich & Personal

Continental fährt Zinsaufwand massiv herunter

Treasury-Chef Stefan Scholz hat mit DerTreasurer über die neuen Bondemissionen von Continental gesprochen und dabei einen Blick zurück in die heiße Phase der Finanz- und Wirtschaftskrise geworfen. Was der Treasury-Chef über das Verhältnis zu den Ratingagenturen und dem Großaktionär Schaeffler denkt, finden Sie in Auszügen hier - oder als Abonnent vollständig in der neuen Zeitschrift, die heute erscheint.

Wie kaum ein anderer Konzern meldet sich Continental mit erstarktem Aktienkurs an den Märkten zurück. Die Zeiten, in denen der Konzern mit aller Kraft kämpfen musste, um Kreditklauseln einzuhalten, sind lange vorbei. Gerade erst hat Continental eine Option gezogen, durch die eine Anleihe über 750 Millionen Euro vorzeitig abgelöst wurde. 2010 musste man dafür noch stolze 8,5 Prozent hinblättern. „Heute zahlen wir lediglich um 3 Prozent“, sagt Stefan Scholz, Treasury-Chef der Hannoveraner. Selbst nach den Kosten der Call-Option und dem Aufschlag für die vorzeitige Ablösung bleiben erheblich bessere Konditionen. „Der Zinsaufwand geht massiv herunter“, freut sich Scholz, dessen persönliches Markenzeichen der charakteristische Schnauzbart ist.

Die niedrigen Zinsen sind für den Konzern, aber auch für das Treasury sehr erfreulich, denn der Wertbeitrag wird direkt am Zinsergebnis gemessen. Weitere Ersparnisse sind schon in Sicht. Kurz nach dem Gespräch Ende August wurde bekannt, dass ein Bond im Volumen von 1 Milliarde Euro und einem Kupon von rund 7,5 Prozent sowie eine weitere Anleihe mit einem Volumen von 625 Millionen Euro und einem Kupon von 7,125 Prozent abgelöst werden sollen. „Der Markt ist für uns weiter offen“, sagt Stefan Scholz. Positiv wirkt sich auch aus, dass aufgrund des niedrigen Zinsniveaus teuer wirkende Zinssicherungen 2012 bereits ausgelaufen sind. „Ein Teilbetrag wurde von variabel in fix geswapt, wir halten aber auch immer Teile variabel, um von einem günstigeren Marktniveau zu profitieren“, sagt Scholz.

Continental hat Kredite neu geordnet

Bereits Anfang dieses Jahres ordnete Continental seine Kreditfinanzierung neu. Neben besseren Margen konnte Scholz auch die dinglichen Sicherheiten freisetzen, der Konzern den Banken in der Wirtschaftskrise gewähren musste. Rund 30 Banken stellen ein Darlehen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 3 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren zur Verfügung. „Die Banken, die zu uns gestanden haben, sind wieder mit dabei“, so Scholz. Der Konzern achtet bei der Auswahl der Geldhäuser besonders auf eine gute regionale Abdeckung. „Neben europäischen sind auch Banken aus Amerika oder Asien im Konsortium“, sagt der Treasurer. Mit der Bank of China ist ein Geldinstitut für den wichtigen chinesischen Markt mit an Bord.

Die in drei Gruppen aufgeteilten Kernbanken qualifizieren sich bei Continental für das begehrte Zusatzgeschäft – vom Cash Management, über Anleiheplatzierungen bis hin zur M&A-Beratung. „Man muss eine ehrliche Ansage machen, welches Geschäft kommen kann“, sagt Scholz. Halte man sich nicht an seine Versprechen, verbreite sich das schnell unter den Banken. Klassische Investmentbanken, die keinen Kredit gewähren, haben bei den Hannoveranern derzeit generell schlechte Karten.

Dentz[at]derTreasurer.de

 

 

Vollständiges Interview in der Zeitschrift DerTreasurer:

Das vollständige Interview mit Stefan Scholz können Sie in der Zeitschrift lesen, die am heutigen 27. September erscheint. Dort finden Sie auch viele weitere Beiträge, besonders zum Schwerpunkt Sepa.