Hybrid als Alternative zu einer Kapitalerhöhung

13.11.17 09:50

„Der Appetit auf unrated Bonds ist hoch“

Von Markus Dentz

Baywa hat erstmals eine Hybridanleihe platziert. Uwe Falk, Leiter bei Corporate Treasury des Münchener Agrarhändlers, berichtet über die Vorüberlegungen und die Platzierung des Bonds.

Uwe Falk ist seit Oktober 2010 Leiter Treasury bei BayWa in München.

Baywa

Uwe Falk ist seit Oktober 2010 Leiter Treasury bei BayWa in München.

Debüt für Baywa: Am 4. Oktober hat der Agrarhändler (Umsatz 2016: 15,4 Mrd. Euro) erstmals eine Hybridanleihe platziert. Zuvor hatten die Münchener immer wieder den Schuldscheinmarkt angezapft und mit einer Anleihe allenfalls mal geliebäugelt. Warum nun dieser Schritt? „Baywa ist in den vergangenen Jahren sehr stark gewachsen“, sagt Uwe Falk, Leiter Corporate Treasury des börsennotierten Agrarhändlers. „Gleichzeitig haben wir die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf unsere Pensionsverbindlichkeiten gespürt.“ Deshalb sei es das Ziel gewesen, die Bilanz durch eine Eigenkapitaltransaktion zu stärken.

Eine reguläre Kapitalerhöhung hätte allerdings die rund 60 Prozent der beiden Ankeraktionäre, Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-Aktiengesellschaft und Raiffeisen Agrar Invest GmbH mit Sitz in Wien, verwässern können. Deswegen entwickelte sich die Hybridanleihe zur gangbaren Alternative.

Baywa: Platzierungspläne nahmen im Frühjahr Gestalt an

Konkret wurde der Plan für die Platzierung im Frühjahr 2017. Ein Rating für die Transaktion einzuholen stand von Beginn an nicht zur Debatte. „Wir haben damals bereits gesehen, dass der Appetit nach unrated Bonds unheimlich groß ist“, sagt Falk. Da das Hybrid recht speziell ist und für den Agrarhändler „unbekanntes Terrain“ war, ging Falk auf externe Berater zu. Nach einer Auswahlphase kristallisierten sich Unicredit und M.M. Warburg als geeignete Partner heraus.

Der Kick-off-Termin war Ende März. Zwei Punkte mussten primär geklärt werden, die „Dealbreaker“ hätten werden können. „Wir haben eine hundertprozentige Zurechnung zum Eigenkapital nach IFRS angestrebt“, sagt Falk und fügt hinzu: „Außerdem war es wichtig, dass die Zinsen als Betriebsausgaben steuerlich abzugsfähig waren.“

Auf welche Herausforderungen Uwe Falk bei der Dokumentation und Platzierung stieß, lesen Sie im E-Magazin 21/2017.

Dentz[at]derTreasurer.de

Mehr zu diesem Themenkomplex Sie auf unseren Themenseiten Anleihe und Treasurer im Interview.