Air Berlins Großaktionär hat Treasury-Chef Ricky Thirion zum Interims-CFO berufen. Er hat schwere Wochen vor sich.

Etihad

11.05.17
Persönlich & Personal

Etihad befördert Treasury-Chef zum Interims-CFO

Air Berlins Großaktionär Etihad ist auf der Suche nach einem neuen CEO und CFO. Vorübergehend übernimmt Group Treasurer Ricky Thirion das Finanzressort.

Der Air-Berlin-Großaktionär Etihad baut sein Management um. Wie die Fluglinie mitteilte, übernimmt in diesem Zuge Group Treasurer Ricky Thirion ab sofort interimistisch das Finanzressort. Er folgt auf James Rigney, der die Airline Anfang Juli verlassen wird. Er hat das Amt seit 2006 inne.

Thirion ist seit knapp zehn Jahren Treasury-Chef von Etihad Airways. In seinen Verantwortungsbereich fallen neben dem Treasury auch die Themen Corporate und Structured Finance, Steuern, Versicherung, Zahlungslösungen, Betrugsmanagement ebenso wie das Immobilien- und Infrastrukturportfolio der Fluggesellschaft. Während seiner Amtszeit wurde das Etihad-Treasury mehrfach ausgezeichnet.

Vor seinem Engagement bei Etihad war der neue Interims-CFO Thirion Group Treasurer bei South African Airways und Geschäftsführer im Bereich Standard Risk and Treasury Management Services bei der südafrikanischen Standard Bank Group.

Ex-Air-Berlin-CFO Ulf Hüttmeyer hat Etihad verlassen

Die CFO-Position ist jedoch nicht die einzige Baustelle von Etihad: Das Management der Airline befindet sich inmitten eines großen Umbruchs. CEO James Hogan verlässt den Konzern gleichzeitig wie Ex-CFO Rigney Anfang Juli. Ray Gammell rückt für ihn vorübergehend an die Unternehmensspitze, bis ein Nachfolger gefunden ist. Er war bislang Group Chief People and Performance Officer.

Vor wenigen Wochen war zudem bekannt geworden, dass Ulf Hüttmeyer die Araber verlässt. Er war 2015 zu Etihad gewechselt, nachdem er zuvor zehn Jahre lang Finanzchef von Air Berlin gewesen war. Mittlerweile verantwortet Dimitri Courtelis die Finanzen der zweitgrößten deutschen Fluglinie.

Etihad stützt Air Berlin weiter

Etihad hält knapp 30 Prozent an Air Berlin und unterstützt das kriselnde Unternehmen immer wieder mit Finanzspritzen. Vor wenigen Tagen hatte der Großaktionär Air Berlin mit einem 350-Millionen-Euro-Darlehen erneut unter die Arme gegriffen. Die Berliner schreiben jedoch weiterhin tiefrote Zahlen.

Etihad ist zudem an Alitalia mit knapp 50 Prozent beteiligt. Die italienische Airline ist jedoch Anfang des Monats in die Insolvenz gerutscht. Auf Alitalia lastet ein Schuldenberg von 3 Milliarden Euro. Treasurer und Interims-CFO Thirion dürfte in den kommenden Wochen entsprechend alle Hände voll zu tun haben.

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