Unicredit-Tochter will GTB weiter ausbauen

04.08.16 12:22

Global Transaction Banking: HVB ernennt Doppelspitze

Von Sabine Paulus

Neues Gesicht an der GTB-Spitze der HVB: Jan Kupfer wird diesen Bereich ab September zusammen mit Claudio Camozzo leiten. Ihr nächstes Großprojekt steht schon fest.

Personalwechsel bei der HVB: Jan Kupfer (links) wird Global Co-Head des Global Transaction Bankings. Ihm folgt Philipp Reimnitz als Regionalbereichsleiter Nord in der Unternehmer Bank nach.

Hypovereinsbank - Member of Unicredit

Personalwechsel bei der HVB: Jan Kupfer (links) wird Global Co-Head des Global Transaction Bankings. Ihm folgt Philipp Reimnitz als Regionalbereichsleiter Nord in der Unternehmer Bank nach.

Die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank (HVB) bekommt eine Doppelspitze im Global Transaction Banking (GTB) und greift dafür auf einen internen Kandidaten zurück. Jan Kupfer, derzeit Leiter der Unternehmer Bank der HVB in der Region Nord, wird zum 1. September Global Co-Head des Global Transaction Bankings der Bank. Zusammen mit Claudio Camozzo soll er diesen Bereich leiten. In seiner neuen Position berichtet Kupfer an Michael Diederich, Vorstand für das Corporate und Investment Banking bei der HVB.

Jan Kupfer ist seit 25 Jahren für die HVB tätig. Bevor er die Leitung der Unternehmer Bank in der Region Nord übernahm, hatte er schon verschiedene Führungspositionen in der Bank inne. Er war unter anderem Head of CIB Americas, Head of CIB International Client Management, Co-Head of Global Structured Credit und Division Head Global Credit Risk Management Banks, Institutionals, Country Risk und Collateral Management.

Philipp Reimnitz wird Chef der Unternehmer Bank, Region Nord

Der Nachfolger von Kupfer an der Spitze der Unternehmer Bank in der Region Nord steht schon fest. Philipp Reimnitz, derzeitiger Head of Multinational Corporates in der Unicredit Bank, tritt sein neues Amt ebenfalls am 1. September an.

Wie Kupfer ist Reimnitz seit 1991 für die HVB tätig. In den vergangenen fünf Jahren habe er zur Stärkung der Positionierung der Unicredit bei den Multinational Corporates in Deutschland, UK, Schweiz und Luxemburg beigetragen, heißt es seitens der Bank. Zuvor hat der Banker in verschiedenen Führungspositionen im Project und Commodity Finance in München, New York und Rio de Janeiro gearbeitet.

HVB will Global Transaction Banking ausbauen

Die HVB hat große Ziele im Global Transaction Banking: Sie will eigenen Angaben zufolge den für den internationalen Zahlungsverkehr und die Außenhandelsfinanzierung verantwortlichen Bereich deutlich ausbauen und weitere Marktanteile gewinnen. Details hierzu nannte die HVB allerdings auf Rückfrage von DerTreasurer nicht.

Die Unicredit, Mutter der HVB, liegt im europäischen Cash Management einer Erhebung der US-Beratungsgesellschaft Greenwich Associates zufolge auf Rang 5 hinter BNP Paribas, HSBC, Deutsche Bank und Citi. Demnach hat die Unicredit bei europäischen Großunternehmen eine Marktdurchdringung von 23 Prozent im Cash Management.

Für die HVB dürfte es allerdings nicht ganz leicht werden, ihren Marktanteil im Global Transaction Banking auszubauen. In den Kern-Transaction-Banking-Produkten gibt es einer gemeinsamen Studie von BNP Paribas und der Boston Consulting Group (BCG) zufolge wenig Wachstum. Insbesondere im Bereich Working Capital scheint der Markt gesättigt zu sein. Das derzeitige Niedrigzinsumfeld mindert zudem auch die Vorteile von Cash Pooling. Darüber hinaus müssen sich die Transaktionsbanken neu erfinden.  Treasurer erwarten beispielsweise von ihren Banken, dass sie sich auch gegenüber anderen Treasury-Dienstleistern wie TMS-Anbietern, Hedging-Plattformen und vor allem FinTechs öffnen.

Unicredit-Chef Mustier holt HVB-CFO zur Mutter

Hinzu kommt, dass der neue Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier derzeit alles auf den Prüfstand stellt, auch den „Fußabdruck“ der Mailänder, wie er der italienischen Zeitung „Il Sole Ore 24“ kürzlich sagte. Damit dürfte auch die HVB gemeint sein, die schon die ersten Folgen nach dem Amtsantritt von Mustier spürt: Der neue Unicredit-Chef holt den CFO der HVB in den Mutterkonzern. Francesco Giordano wird Co-Chief Operating Officer bei der italienischen Großbank. In dieser Position soll er sich um Kosten, Einkauf, Immobilien und IT kümmern. Unabhängig davon verlässt auch noch der Firmenkundenvorstand der HVB, Lutz Diederichs, nach 27 Jahren die Bank, um eine „neue Herausforderung außerhalb der Bank zu übernehmen.“ Bei der HVB ist derzeit einiges im Wandel – nicht nur personell.

Paulus[at]derTreasurer.de

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