Die Ergebnisse des 19. Treasurer-Panels

08.11.17 08:57

Große Treasury-Einheiten beschäftigen sich intensiv mit Digitalisierung

Von Desiree Backhaus

Treasurer setzen sich zunehmend mit den Folgen der Digitalisierung für ihre Arbeit auseinander. Kleine Treasury-Einheiten tun das allerdings weniger intensiv als ihre Kollegen in größeren Abteilungen. Sorgt Ressourcenknappheit dafür, dass Mittelständler die Chancen der Digitalisierung für das Treasury verpassen?

AlexBrylov/iStock/Thinkstock/Getty Images

Wie sieht das künftige Arbeiten in der Treasury-Abteilung aus?

Kaum noch eine Treasury-Abteilung kann und will sich heute mehr der Frage entziehen, welche Konsequenzen die Digitalisierung für ihre Arbeit mit sich bringen wird. Das zeigen die Antworten des 19. Treasurer-Panels, das DerTreasurer in Kooperation mit der Deutschen Bank durchgeführt hat.

Insgesamt 46 Prozent der befragten Treasurer geben an, sich intensiv oder sogar sehr intensiv mit der künftigen Aufstellung, Arbeitsweise und Rolle ihrer Abteilung innerhalb des Unternehmens in Folge der Digitalisierung zu befassen. Weitere 35 Prozent setzen sich nach eigenen Angaben „mittelmäßig“ mit dem Thema auseinander, lediglich 13 Prozent beschäftigen sich „kaum“ oder „gar nicht“ damit.

Treasurern fehlt die Zeit, sich mit der Digitalisierung zu befassen

Es fällt allerdings auf, dass sich Befragte aus größeren Treasury-Abteilungen im Schnitt deutlich stärker mit den strategischen Implikationen der Digitalisierung auseinandersetzen als die von kleineren: Zwei Drittel der Treasury-Chefs, deren Abteilung mindestens eine zweistellige Anzahl an Mitarbeitern beschäftigt, befassen sich intensiv oder sogar sehr intensiv mit der Digitalisierung. Aus Unternehmen mit weniger als 1 Milliarde Euro Jahresumsatz, die im Mittel 2,9 Mitarbeiter in der Treasury-Abteilung beschäftigen, gilt dies nur für etwa jeden Dritten (31 Prozent).

In kleinen Unternehmen sind die Leiter stark ins Tagesgeschäft eingebunden, was die Schlussfolgerung nahelegt, dass es weniger an mangelndem Interesse, sondern an der fehlenden Zeit scheitert, sich intensiv mit den Möglichkeiten und Folgen der Digitalisierung zu befassen. Allerdings ist es auch eine Frage, welche Priorität die Digitalisierung im Unternehmen grundsätzlich einnimmt, meint Lothar Meenen, Global Head of Corporate Cash Management Sales bei der Deutschen Bank: „Wenn der Finanzvorstand das Thema zur Chefsache erklärt, muss sich der Treasurer mit den Chancen neuer Technologien befassen – egal, wie groß seine Abteilung ist.“

Backhaus[at]derTreasurer.de

Welche neuen Technologien und Trends schätzen Treasurer als besonders relevant für Ihre Arbeit ein? Wie verändert die Digitalisierung das Anforderungsprofil an Treasurer und die Größe der Abteilung? Alle Ergebnisse des Treasurer-Panels können Sie hier herunterladen.