Kapitalmarktexperte Stefan Rost hat bei der Deutschen Lufthansa die Platzierung des ersten digitalen Schuldscheins der Airline begleitet.

Deutsche Lufthansa

24.05.19
Persönlich & Personal

Lufthansa glaubt an Plattformen im Schuldscheingeschäft

Die Deutsche Lufthansa hat ihren ersten vollkommen digitalen Schuldschein platziert. Kapitalmarktexperte Stefan Rost spricht über die Beweggründe für diese Transaktion.

Der Lufthansa ist mit ihrem neuen Schuldschein ein Rekord gelungen. Denn es handelt sich hierbei um die bislang größte Schuldscheintransaktion, die komplett digital platziert worden ist. Die Frankfurter haben über die Plattform VC Trade Mitte April insgesamt 800 Millionen Euro eingesammelt. Eine parallele konventionelle Vermarktung fand dabei nicht statt. Das Volumen verteilt sich ungefähr hälftig auf die beiden gewählten Laufzeiten von drei und fünf Jahren.

Ursprünglich wollte die Lufthansa nur 300 Millionen Euro digital aufnehmen. „Aber das Investoreninteresse war mit mehr als 120 Investoren, die sich beteiligt haben, so groß, dass wir das Volumen aufgestockt haben“, sagt Stefan Rost, Head of Corporate Capital Markets & Project Financing bei der Deutschen Lufthansa. Das Orderbuch habe bei mehr als 1,3 Milliarden Euro gelegen. Mit dem Emissionserlös will Deutschlands größte Fluggesellschaft fällige Finanzverbindlichkeiten refinanzieren, der Rest dient der „allgemeinen Unternehmensfinanzierung“.

Lufthansa will Digitalisierung von Prozessen vorantreiben

Mit dieser digitalen Transaktion verweist die Lufthansa den bisherigen „Rekordhalter“ Faurecia auf Platz zwei. Der Autozulieferer hatte Ende 2018 im Rahmen einer klassischen und einer digitalen Vermarktung über VC Trade 700 Millionen Euro platziert.

Die Lufthansa kennt sich mit Schuldscheinen aus: Neben Anleihen gehören sie zum standardisierten unbesicherten Finanzierungsrepertoire. Zuletzt hatte die Airline 2016 in zwei Transaktionen 1,7 Milliarden Euro eingesammelt. Warum sollte es diesmal digital ablaufen? „Wir wollten der Digitalisierung von Prozessen und dem Einsatz von Plattformen einen Push geben und die Entwicklung aktiv vorantreiben“, erklärt Rost. Er ist überzeugt: „Die Nutzung von Plattformen wird im Schuldscheingeschäft die Zukunft sein.“

Warum sich die Lufthansa für VC Trade entschieden hat und welche Rolle die Banken laut der Airline in Zukunft im Schuldscheingeschäft einnehmen werden, erfahren Sie nach dem Login im E-Magazin 10/2019.

Paulus[at]derTreasurer.de

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