Laut Mann+Hummel-Treasury-Chef Dominik Paschinger hat sich der Schuldscheinmarkt im Automotive-Bereich eingetrübt.

Mann+Hummel

02.12.19
Persönlich & Personal

Mann+Hummel auf grünen Finanzierungswegen unterwegs

Der Autozulieferer Mann+Hummel hat seinen zweiten Green Schuldschein platziert. Treasury-Chef Dominik Paschinger gibt Einblicke in die Transaktion: „Der Schuldscheinmarkt hat sich gerade im Automotive-Bereich eingetrübt“, sagt er.

Der Autozulieferer Mann+Hummel hat erneut einen grünen Schuldschein platziert - für den seit Anfang August amtierenden Treasury-Chef Dominik Paschinger eine neue Erfahrung: „Ich persönlich war bisher noch an keiner Transaktion beteiligt, bei der ein Green Schuldschein begeben wurde“, sagt der 35-Jährige. „Aber dadurch, dass es nach dem grünen Schuldschein im Herbst 2017 nun bereits die zweite Transaktion dieser Art für Mann+Hummel war, waren die Prozesse schon sehr gut vorbereitet.“ Deshalb sei der Mehraufwand im Vergleich zu einer normalen Privatplatzierung überschaubar gewesen.

Insgesamt 150 Millionen Euro hat Mann+Hummel mit dem neuen grünen Schuldschein eingesammelt. Das Papier gliedert sich in verschiedene Tranchen mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren, die sowohl fest als auch variabel verzinst werden. Die Nachhaltigkeitsagentur Sustainalytics hat den Schuldschein zertifiziert.

Mit dem Nettoemissionserlös will Mann+Hummel die 2020 fällige Tranche des Debütschuldscheins aus dem Jahr 2015 teilweise refinanzieren. Im November vor vier Jahren hatte der Autozulieferer mit seiner Debüttransaktion 1,1 Milliarden Euro in elf Tranchen am Schuldscheinmarkt eingesammelt – damals der drittgrößte Schuldschein aller Zeiten.

Mann+Hummel spürt Druck auf Automotive-Branche

Doch die Zeiten ändern sich. Im Gegensatz zum grünen Schuldschein vor zwei Jahren - dem ersten, der überhaupt von einem Automobilzulieferer begeben wurde - konnte Mann+Hummel diesmal aber keine deutliche Überzeichnung vermelden. „Der Schuldscheinmarkt hat sich gerade im Automotive-Bereich eingetrübt“, sagt Paschinger. „Das merkt man vor allem bei längeren Laufzeiten.“

Ein weiterer Grund: Etwa zur gleichen Zeit waren mit ZF Friedrichshafen und Porsche noch andere Emittenten am Markt, die zusammen mehr als 3 Milliarden Euro platzierten. „Die Optimierung des Fälligkeitsprofils früherer Transaktionen war ein weiteres Ziel für Mann+Hummel“, sagt der Treasury-Chef. „Deshalb hat man vor allem auf längere Laufzeiten gesetzt, wodurch das Volumen im derzeitigen Marktumfeld begrenzt war.“

Wie Mann+Hummel auf die Herausforderungen der Branche bei der Vermarktung reagiert hat, erfahren Sie nach dem Login im E-Magazin 23/2019.

Paulus[at]derTreasurer.de

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