Der frühere SAP-Treasury-Chef Matthias Heiden wird neuer CFO von SAF-Holland.

Jens Küsters, München

10.10.16
Persönlich & Personal

Matthias Heiden wird CFO von SAF-Holland

Ein unerwarteter Move: Nach langen Jahren bei SAP wechselt Matthias Heiden als CFO zu SAF-Holland. Der ehemalige SAP-Treasurer und jetzige CFO MEE soll die starken Wachstumspläne des Nutzfahrzeugzulieferers voranbringen.

Vom badischen Walldorf ins unterfränkische Bessenbach: Matthias Heiden wird neuer Finanzchef des SDax-Unternehmens SAF-Holland. Heiden, der derzeitig als CFO Mittel- und Osteuropa beim Softwarekonzerns SAP fungiert, wird sein neues Amt zum 1. März kommenden Jahres antreten. Beim Nutzfahrzeugzulieferer wird der 43-jährige Heiden die Bereiche Finanzen, Rechnungswesen und Controlling, IT, Recht und Compliance, Human Resources sowie Investor Relations und Corporate Communications verantworten. Heiden folgt bei SAF-Holland auf Wilfried Trepels, der den Nutzfahrzeugzulieferer zum Jahresende 2016 verlässt. Auch Trepels Ziel ist schon klar: Zum 1. Januar 2017 tritt er den CFO-Posten beim Baumaschinenhersteller Wacker Neuson an.

Mit diesem Schritt wechselt der promovierte Diplom-Kaufmann Heiden vom Dax in den SDax, wird künftig aber mehr Verantwortung tragen. „Heiden wird insbesondere seine fundierten Kenntnisse globaler Accounting- und Reporting-Strukturen und seine langjährige Erfahrung in allen Finanzierungsthemen einbringen, um uns beim weltweiten Ausbau des SAF-Holland Konzerns zu verstärken“, sagt SAF-Holland-CEO Detlef Borghardt. Besonders solle Heiden bei der Optimierung globaler Prozesse wie bei der Weiterentwicklung der Digitalisierung im Konzernverbund helfen.

Heiden wird bei SAF-Holland Wachstumsstrategie verfolgen

SAF-Holland ist eigenen Angaben zufolge der größte unabhängige börsennotierte Nutzfahrzeugzulieferer in Europa. Vor einigen Monaten hat der SDax-Konzern seine Wachstumsstrategie 2020 bekannt gegeben. Demnach soll der Umsatz bis 2020 zwischen 1,25 Milliarden Euro und 1,5 Milliarden Euro (inklusive Kooperationen/Akquisitionen) liegen. 30 Prozent der Umsätze sollen dabei außerhalb der heutigen Kernmärkte Europa und Nordamerika anfallen.

Um diese ambitionierten Pläne zu erreichen, stehen auch Akquisitionen auf der Agenda von SAF-Holland. „Die Hälfte dieses [geplanten] Wachstums [bis 2020] soll durch Zukäufe und Joint Ventures kommen“, sagte SAF-Holland-CFO Wilfried Trepels im Frühjahr dieses Jahres im Interview mit FINANCE-TV. „Wir werden höchstwahrscheinlich in den Schwellenländern zukaufen“, kündigte Trepels damals an. Erst vor einigen Wochen hatte SAF-Holland von sich Reden gemacht, weil der Konzern versucht hatte, den schwedischen Haldex-Konzern zu übernehmen. Um die Mehrheit der Anteile kämpfen auch die Industriekonzerne ZF Friedrichshafen und Knorr-Bremse.

Heiden hat CFO-Handwerkszeug von Grund auf gelernt

Der zukünftige CFO Matthias Heiden wird einen maßgeblichen Anteil am Erreichen der in der Wachstumsstrategie 2020 formulierten Ziele haben. Dabei dürfte dem selbstbewussten und rhetorisch versiertem Diplom-Kaufmann sein bisheriger Werdegang helfen. Neben der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank in London studierte Heiden Business & Finance am Suffolk College in Großbritannien.

Anschließend arbeitete er bei der Deutschen Bank Saar und schloss sein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes als Diplom-Kaufmann ab und promovierte am dortigen Institut für Wirtschaftsprüfung. Nach Stationen bei Arthur Andersen Business Consulting und EY wechselte Heiden 2005 zum Walldorfer Softwarekonzern SAP. Als Assistent des damaligen Finanzvorstands Werner Brandt knüpfte der gebürtige Lübecker erste Kontakte mit den Themen Controlling, Compliance, Risikomanagement und Treasury. 2007 wechselte Heiden in den Bereich Corporate Revenue Recognition.

Matthias Heiden war lokaler CFO von SAP Schweden

Als dritte Entwicklungsstufe bei der SAP stand die finanzielle Leitung der schwedischen Landesgesellschaft auf dem Programm. Von 2009 bis Sommer 2011 war Heiden Leiter Finanzen und Administration der schwedischen SAP-Landesgesellschaft SAP Svenska. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2011 hatte er die Leitung des globalen Treasury-Teams von SAP schließlich für drei Jahre übernommen, bevor er im Oktober 2014 Deutschland-CFO beim Softwareriesen wurde.

Steffen Diel, langjähriger Leiter des Bereichs Treasury Finance von SAP, übernahm damals Heidens Position als Head of Global Treasury – zeitgleich mit der bislang größten Übernahme in der Geschichte von SAP. Der Softwareriese übernahm damals für stolze 8,3 Milliarden Euro Concur, einen Cloudspezialisten für Reiseabrechnungen. Beim Stabswechsel sagte Diel im Gespräch mit DerTreasurer (Printausgabe 1/2015, Titelgeschichte) über seinen Kollegen Heiden: „Mir war schon klar, dass Matthias den Job nicht zehn Jahre machen würde. Dafür schätzt er die Abwechslung zu sehr.“ Mit seiner künftigen Rolle als CFO von SAF-Holland betritt Heiden nach kurzer Zeit wieder Neuland.

Paulus[at]derTreasurer.de

Mehr über den Stabwechsel im Treasury von SAP im Oktober 2014 erfahren Sie in der DerTreasurer-Printausgabe 01/2015, die Sie nach einer kurzen Registrierung im Archiv zum kostenfreien Download finden.