Merck hat sich mit einem Club-Deal refinanziert.

Merck

25.04.13
Persönlich & Personal

Neue Kreditlinie für Merck

Frühzeitige Refinanzierung für Merck. Mit einem intern koordinierten Club-Deal hat das Unternehmen einen Konsortialkredit in Höhe von 2 Milliarden Euro refinanziert.

Der Chemie- und Pharmakonzern Merck hat seinen Konsortialkredit frühzeitig refinanziert. Bereits Ende März haben die Darmstädter eine bestehende ungenutzte, syndizierte Kreditlinie über 2 Milliarden Euro, die erst im Oktober 2014 ausgelaufen wäre, durch eine neue Linie in gleicher Höhe ersetzt. Rando Bruns, Head of Group Treasury des Chemie- und Pharmaunternehmens, und zwei seiner Mitarbeiter haben mit einem internationalen Konsortium aus 19 Banken den Multi- Currency-Kredit verhandelt und ihn mit einer Laufzeit von fünf Jahren und zwei einjährigen Verlängerungsoptionen abgeschlossen.

„Wir wollten eigentlich erst im zweiten Halbjahr in den Markt gehen“, sagt Bruns. „Der Markt hatte sich aber in den vergangenen Monaten aus unserer Sicht so gut entwickelt, dass wir schon jetzt ein für uns attraktives Preisniveau erreicht hatten.“ Das Rating-Upgrade der beiden Agenturen S&P und Moody’s Ende vergangenen Jahres um jeweils eine Stufe dürfte Merck ebenfalls bei der Preisfindung geholfen haben. S&P beurteilt Merck nun mit A-, während Moody’s den Konzern bei Baa1 sieht, Ratingausblicke stabil.

Club-Deal in Eigenregie

Die Koordination der Transaktion hat Bruns mit seinem Team selbst vorgenommen. Diese Entscheidung wurde Bruns zufolge nicht gefällt, um Kosten zu sparen, sondern war von Mercks Relationship-Ansatz getrieben. „Wir haben das für uns selbst gemacht“, sagt Bruns. „Das ist ein Club Deal. Wir suchen uns unsere Bankengruppe selbst aus und führen mit jedem Institut ein Gespräch. Einen Mittelsmann brauchen wir dabei nicht.“ Bei der Koordination habe jedoch geholfen, dass Merck einen „guten“ Track Record hat – besonders nach der Großakquisition des US-Unternehmens Millipore. „Wir sind bei den Investoren und Banken dafür bekannt, dass wir uns nach Akquisitionen schnell entschulden“, sagt der Treasury-Chef.

 

Das neue Bankenkonsortium sei dabei im Vergleich zum letzten Kredit „im Großen und Ganzen“ gleich geblieben, erklärt Bruns. Das alte Konsortium hatte sich im Laufe der Zeit durch Fusionen verändert, weshalb manche Institute zwischenzeitlich das doppelte Volumen zu tragen hatten. „Das haben wir jetzt wieder korrigiert“, sagt Bruns. Zudem seien weitere europäische Banken mit dazu gekommen.

 

Trotz aller Vergleichbarkeit zum 2007er Kredit gibt es einen Wehrmutstropfen. „Als Auswirkung der Finanzkrise haben die Dokumentationsanforderungen deutlich zugenommen“, hat Bruns beobachtet. Die Möglichkeit, dass eine Bank ausfallen kann, ziehe sich durch den gesamten Kreditvertrag. „Insgesamt sind wir aber nicht schlechter gefahren“, betont Bruns. „Wir sind genauso flexibel wie bisher.“

Paulus[at]derTreasurer.de