Treasury nutzt günstiges Kapitalmarktumfeld

09.08.12 14:18

Porsche begibt Schuldschein

Von Anne-Kathrin Meves

Porsche setzt seine erfolgreiche Schuldschein-Historie fort. Nach 500 Millionen Euro im vergangenen Jahr konnte Treasurer Dr. Johannes Lattwein mit dem neuen Schuldschein nicht nur neue Investoren ansprechen sondern auch eine deutliche Überzeichnung erzielen.

Porsche begibt einen neuen Schuldschein.

Porsche

Porsche begibt einen neuen Schuldschein.

Porsche knüpft mit der Platzierung eines Schuldscheindarlehens über 500 Millionen Euro an den Erfolg von 2011 an. Vor einem Jahr hatte der Autobauer bereits einen 500 Millionen Euro schweren Schuldschein platziert, damals noch mit Treasurer Frank Müller. Jetzt gelang es seinem Nachfolger Dr. Johannes Lattwein, mit dem neuen Schuldschein auch neue Investoren anzusprechen und eine deutliche Überzeichnung zu erzielen. Mit dem Erlös soll eine US-Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen von 1 Milliarde US-Dollar und einem Hochzinskupon von 7,2 Prozent refinanziert werden. Der neue Schuldschein konnte günstiger arrangiert werden. Lattwein rechnet mit jährlichen Zinseinsparungen im zweistelligen Millionenbereich.

Großes Interesse bei den Investoren

Dr. Johannes Lattwein Porsche

Dr. Johannes Lattwein

Lattwein erklärte darüber hinaus, er plante zunächst ein Volumen von nur 200 Millionen Euro mit der LBBW und UniCredit als Arrangeure. „Wir hatten auf eine Überzeichnung gehofft, waren aber doch überrascht, wie stark diese ausfiel.“ Sogar die intern festgesetzte Zeichnungsobergrenze von 500 Millionen Euro wurde um einen Betrag im zweistelligen Prozentbereich übertroffen. Ebenfalls überrascht hat das Interesse neuer Investoren. Neben Volksbanken, Sparkassen, Landes- und Privatbanken beteiligten sich erstmalig auch Vermögensverwalter, insbesondere aus dem kirchlichen Bereich, an der Auktion. „Daran sehen wir, dass auch diese vermehrt unter Druck geraten, nach attraktiven, risikoadäquaten Anlagemöglichkeiten zu suchen“, sagt Lattwein.

 

Trotz europäischer Staatsschuldenkrise bleibt er vorsichtig optimistisch. Der Platzierungserfolg zeige auch, dass es bei Unternehmen aus den Kernländern der Euro- Zone noch keine negativen Auswirkungen auf die primären Refinanzierungsmärkte gebe. „Doch darauf dürfen wir uns nicht verlassen, sondern müssen in unserer Finanzierungsstrategie flexibel bleiben und eine ausreichende Liquiditätsreserve vorhalten.“ Der Erfolg bestätigt die Wahl des Instruments, das mit zwei Laufzeiten und zwei Verzinsungsmodellen breit ausgestaltet ist. Porsche hatte auch eine Anleihe geprüft, sich aber aufgrund der guten Erfahrungen für den Schuldschein entschieden. „Uns haben die klassischen Argumente überzeugt“, sagt der Treasurer. So sei der Schuldschein flexibler und der Aufwand im Vergleich zu einer Anleihe geringer. „Das Startvolumen von 200 Millionen Euro wäre für einen Bond angesichts des damit verbundenen Aufwandes überdimensioniert gewesen“, sagt Lattwein, der in seiner Doppelfunktion bei der Porsche Automobil Holding SE bereits mehrere Milliardenplatzierungen begleitet hat. Jetzt sieht er der Integration von Porsche in den VW-Konzern mit Spannung entgegen. „Die Zusammenarbeit mit VW wird uns neue Finanzierungs- und Handlungsmöglichkeiten eröffnen“, ist er sich sicher.

Meves[at]derTreasurer.de