Der Finanznachrichtendienstleister Swift baut seinen Firmenkundenbereich in der DACH-Region mit dem Neuzugang Ralf Klein (links) und dem Rückkehrer Sebastian Niemeyer (rechts) aus.

links: privat; rechts: Bellin; Montage: DerTreasurer

12.02.18
Persönlich & Personal

Ralf Klein geht von der SEB in den Firmenkundenbereich von Swift

Swift hat mit dem ehemaligen SEB-Banker Ralf Klein einen neuen Leiter für den Firmenkundenbereich gefunden. Daneben gibt es eine weitere Personalrochade mit Mathias Schotte und Sebastian Niemeyer – und auch bei der SEB, die Klein verlassen hat.

Seit Anfang dieses Jahres verantwortet Ralf Klein als Senior Account Director Corporates das Firmenkundengeschäft von Swift in Deutschland und Österreich. Der Transaction-Banker wechselt von der SEB zur Brüsseler Bankgenossenschaft. Bei der deutschen Tochtergesellschaft des schwedischen Finanzkonzerns hatte der Diplom-Ökonom zuletzt seit 2010 im Large-Corporate-Bereich vorwiegend Dax-Unternehmen im Rahmen internationaler Cash-Management-Mandate beraten. Zuvor war Klein für den E-Banking-Anbieter Cogon, heute Teil von Hanse Orga, und die WestLB tätig. Seine berufliche Laufbahn begann der heute 50-Jährige bei der Deutschen Bank.

Personalrochade bei Swift mit Schotte, Niemeyer und Klein

Ralf Klein beerbt Mathias Schotte, der bei Swift nun die Position des Global Key Client Director für die Deutsche Bank inne hat. Schotte hatte diese Aufgaben wiederum von Sebastian Niemeyer übernommen, als dieser zum 1. September vergangenen Jahres zum Treasury-Management-Systemanbieter Bellin gewechselt war, um dort das neue Geschäftsfeld GTB Services aufzubauen. DerTreasurer hatte bereits Ende Januar exklusiv vermeldet, dass Niemeyer Anfang Februar aus privaten Gründen wieder zu Swift zurückkehren werde.

Wie jetzt bekannt wurde, betreut der 40-Jährige seit 1. Februar als Senior Market Manager die Entwicklung des globalen Produkt- und Serviceportfolios für Firmenkunden aus dem Frankfurter Büro heraus. Damit sei er im globalen Marketing-Team Corporates & Supply Chain vorrangig für die Themen Compliance, L2BA (Alliance Lite2 for Business Applications), SwiftRef und KYC zuständig, teilt Swift mit. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liege auf der Analyse der Marktbedürfnisse, dem Abgleich mit dem bestehenden Produktportfolio von Swift und der Identifikation zukünftiger Entwicklungen, heißt es weiter.

Niemeyer berichtet direkt an Marc Delbaere, den Leiter des Corporates & Supply Chain Team von Swift in Brüssel. Seine Position ist neu geschaffen worden, erklärte der Finanznachrichtendienstleister auf Anfrage von DerTreasurer.

SEB verliert Cash-Management-Spezialisten

Wie bei Swift gibt es auch bei der SEB einen stärkeren personellen Umbruch. In den vergangenen zwei Jahren haben mehrere erfahrene Transaktionsbanker die deutsche Tochtergesellschaft des schwedischen Finanzkonzerns verlassen. Im September 2016 hatte Manfred Fleckenstein der SEB den Rücken gekehrt. Er hatte dort zuletzt als Head of Sales in Transaction Services sowie als Deputy Head des Gesamtbereichs Transaction Services, in dem das Cash Management und das Working Capital Management der Bank angesiedelt ist, gearbeitet.

Nach Fleckensteins Ausscheiden hatte Jens Hohnwald das Team „Transaction Services Sales“ allein geleitet. In der Zwischenzeit hat allerdings auch Hohnwald die SEB Deutschland verlassen. Seine Position übernimmt derzeit Kirsi Wiitala kommissarisch, teilte die Bank mit. Zum Jahreswechsel 2017/2018 hat auch Michael Gehlen dem Cash Management- Trade & Supply Chain Finance-Team der deutschen Tochter des schwedischen Finanzkonzerns den Rücken gekehrt, um im Treasury des auf Edelmetalle spezialisierten Technologiekonzerns Heraeus anzufangen.

Zuvor war Hans-Ulrich Oesterreich, bis dahin Head of Client Services Trade & Supply Chain Finance bei der SEB in Deutschland, zum 1. Mai 2016 zur Helaba gewechselt, um dort das Großkundengeschäft in Asien und Middle East in den Produktbereichen Trade Finance, ECA-gedeckte Bestellerfinanzierung und Supply Chain Finance zu unterstützen.

SEB verlagert Teil der Back-Office-Aktivitäten

Der Weggang von Ralf Klein habe aber keine größeren Konsequenzen für das deutsche Transaction Banking, teilte die SEB auf Anfrage mit. „Es gab und gibt keine wesentlichen strukturellen oder organisatorischen Veränderungen“, sagt Kirsi Wiitala, die seit Juni 2015 als Head of Transaction Services bei der SEB Deutschland fungiert. „Den Weggang von Ralf Klein haben wir durch eine interne Neubesetzung ausgeglichen.“

Dennoch gibt es bei der Bank größere strukturelle Änderungen: Zum Jahreswechsel 2017/18 hat die SEB die Kerngeschäftsfelder der Bank in Deutschland wie geplant in eine Niederlassung überführt. Die SEB Deutschland rückt damit deutlich näher an die Muttergesellschaft heran. Von 700 Arbeitsplätzen hierzulande sollen zudem in den kommenden Jahren rund die Hälfte zusammengestrichen werden. Die Büros in Düsseldorf und Hamburg wurden bereits im vergangenen Jahr geschlossen.

SEB will im Transaction Banking wachsen

Im Firmenkundengeschäft ist die SEB Deutschland eigenen Angaben zufolge aber auf Wachstumskurs. „Wir wollen auch in Transaction Services wachsen“, sagt Wiitala weiter. „Mit der Präsenz und dem Team vor Ort sind wir damit gut aufgestellt.“ Im Bereich After Sales („Client Services“) suche die Bank derzeit sogar neue Mitarbeiter.

Im Zuge des Umbaus wurden nach Angaben der Bank auch einige Aktivitäten vorwiegend Back-Office-Aktivitäten – ins Baltikum und nach Schweden verlagert. Auch im Bereich Transaction Services seien ausgewählte „operationelle Aufgaben“ ins Baltikum verlegt worden, teilte die Bank auf Anfrage von DerTreasurer mit.

Paulus[at]derTreasurer.de

Anmerkung der Redaktion:
Dieser Artikel wurde am 12.02.2018 um 14.55 Uhr um die Personalien Jens Hohnwald und Michael Gehlen ergänzt.

Das Transaction Banking verändert sich im Moment. Wie die Banken auf den Wandel reagieren, und worauf Treasurer besonders achten sollten, erfahren Sie auf der Themenseite Transaction Banking im Wandel.