Daniel Schumann

20.09.18
Persönlich & Personal

Rewe goes digital, Bayers Monsanto-Deal und die Lehman-Pleite

Die Digitalisierung trifft jeden, auch die Rewe Gruppe. Mit Klaus Wirbel sprachen wir über die Anstrengungen, den Finanzbereich des Einzelhandels- und Touristikkonzerns zu digitalisieren. Das ist nur eines der Themen aus der neuen Printausgabe.

Ganz zentral, aber dennoch etwas unscheinbar in ehemaligen Wohnhäusern liegt die Zentrale der Rewe Group in Köln. Der Einzelhandels- und Touristikkonzern hat sich Digitalisierung auf die Fahnen geschrieben. Das trifft natürlich primär das operative Geschäft, denn immer mehr Menschen bestellen ihre Lebensmittel online.

Aber auch im Treasury stehen die Zeichen auf Zentralisierung und Digitalisierung. Wie Finanzleiter Klaus Wirbel die Inhouse-Bank etabliert hat, und wie sich das Zusammenspiel mit anderen Bereichen verändert, erläutert er in der Titelgeschichte der neuen Printausgabe, die heute bereits als E-Paper erhältlich ist. Einen milliardenschweren Schuldschein hat Wirbel in diesem Jahr übrigens auch noch platziert.

Wie Bayer den Monsanto-Deal stemmte

Nur gut 12 Kilometer von der Zentrale der Rewe Group entfernt, sitzt der Bayer-Konzern im Leverkusener Chempark. Dort wurde maßgeblich die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto eingefädelt. Im Juni gelang es den Leverkusenern, den gewaltigen Brückenkredit über 57 Milliarden US-Dollar durch Anleihen und eine Kapitalerhöhung abzulösen. Dies war allerdings erst möglich, nachdem der Konzern eine Hängepartie mit den zahlreichen Kartellbehörden durchgestanden hatte.

Im Gespräch mit DerTreasurer blickt Bayers’ Kapitalmarktchef Sven Vorstius auf die aufreibenden Monate zurück und erklärt, wie der Konzern jeden Finanzierungsschritt angegangen ist: vom Brückenkredit, über eine Pflichtwandelanleihe bis hin zu Kapitalerhöhung und Bondplatzierungen. Live können Sie Vorstius übrigens auch im November auf der 14. Structured FINANCE erleben.

Die Lehman-Pleite und ihre Folgen

Unmittelbar nach der Lehman-Pleite vor zehn Jahren wäre eine derart große Finanzierung, wie sie Bayer gestemmt hat, kaum denkbar gewesen. Die Insolvenz der US-Investmentbank war nicht der Anfang, aber sicher der Höhepunkt der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise. Das Vertrauen in das Finanzsystem war damals im Kern bedroht: Staaten vertrauten nicht mehr Staaten, Unternehmen nicht mehr anderen Unternehmen – und keiner glaubte mehr den Banken. Allein beherzte Eingriffe von Zentralbanken und Regierungen in aller Welt konnten eine Pleitewelle verhindern. Mit den Folgen der Krise kämpfen wir bis heute.

Vielen Treasurern sitzt der Lehman-Schock immer noch in den Knochen. Die Insolvenz 2008 habe „viele Dinge auf den Kopf gestellt“, gab der im Frühjahr ausgeschiedene BMW-Chef-Treasurer Norbert Mayer gegenüber dieser Publikation mal zu Protokoll: „Egal, wie viel ich bereit war zu zahlen, ich habe auf einmal kein Geld mehr von den Banken bekommen – auch von denjenigen nicht, die in der Vergangenheit viel an uns verdient hatten und mit denen wir seit vielen Jahren zusammengearbeitet hatten.“

Schwerpunkt Finanzierung und Risiko Management

Niemand will, dass sich dieses Szenario wiederholt. Deshalb haben die meisten Unternehmen ihre Lehren aus „Lehman“ gezogen, ihr Monitoring der Kontrahentenrisiken verbessert, ihre Innenfinanzierung gestärkt, die Verschuldung gesenkt und ihre Finanzierung langfristig ausgerichtet. Vermutlich werden die Bedingungen dafür noch eine Weile gut bleiben, aber sicher nicht für immer. Angesichts globaler Handelskonflikte, geopolitischer Krisen und des anstehenden Brexits steigen zudem die Risiken im Währungsmanagement.

Im Schwerpunkt Finanzierung & Risikomanagement geben zahlreiche Experten Handlungsempfehlungen und erläutern, welche neuen Möglichkeiten sich auftun – von grünen Krediten über Finanzierungen und FX-Absicherungen in Schwellenländern bis hin zu Asset-based Finance.

Dentz[at]derTreasurer.de

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