Treasurer Heischkamp: „Wollten Größen tranchieren“

26.08.15 10:58

RWE lädt Hybridfinanzierung auf

Von Jakob Eich

Volker Heischkamp, Leiter Treasury beim Energiekonzern RWE, spricht mit DerTreasurer über die Hybridemissionen in den vergangenen Monaten.

RWE

Energieriese ist in einem schwierigen Marktumfeld die Refinanzierung einer 1,75 Milliarden Euro schweren Hybridanleihe gelungen.

Der Energiekonzern geht derzeit durch eine schwierige Phase, der Aktienkurs ist im Jahr 2015 bislang um 40 prozent gesunken und lag zuletzt aufgrund der sich zuspitzenden China-Krise bei unter 13,60 Euro. Um das Eigenkapital zu stabilisieren, setzen die Essener stark auf Hybridbonds, die teilweise „Equity-Credit“ erhalten. Jetzt ist es RWE gelungen ist, eine Hybridanleihe über 1,75 Milliarden Euro aus dem Jahr 2010 zu refinanzieren. Die erste Call-Option für den Bond liegt im September dieses Jahres.

Der einzelne Hybrid wird in Zukunft durch drei Stück ersetzt. Zwei sind in Euro denominiert, eine in US-Dollar – die jeweils eine maximale Laufzeit von 60 Jahren haben. „Im Gegensatz zu dem Hybrid aus dem Jahr 2010 wollten wir die Größe von vornherein tranchieren“, sagt Volker Heischkamp, Leiter Treasury bei RWE. 1,75 Milliarden Euro bei schwächeren Marktverhältnissen auf einmal zu refinanzieren sei dem Treasury-Experten zufolge herausfordernd. Die neue Struktur biete daher die Möglichkeit, leichter und auch risikofreier zu refinanzieren.

RWE-Treasury mit drei Hybridanleihen in 2015

Die beiden Euro-Bonds emittierte RWE bereits im April dieses Jahres. Die längere Tranche hat ein Volumen von 550 Millionen Euro, kann nach 10 Jahren erstmals von RWE gekündigt werden, und wird bei einem Ausgabekurs von 100 Prozent mit 3,5 Prozent verzinst. Die kürzere ist 700 Millionen Euro groß und hat mit 2,75 Prozent einen etwas geringeren Kupon und einen Ausgabekurs von 99,382 Prozent. Diese Anleihe kann seitens RWE erstmals nach 5,5 Jahren gekündigt werden. Die krumme Zahl komme aus ratingtechnischen Gründen zustande, weil die tatsächliche Mindestlaufzeit fünf Jahre nicht unterschreiten dürfe. „Das zusätzliche halbe Jahr eröffnet uns zudem verschiedene Varianten, sowohl bezüglich einer Aufstockung als auch bei der Rückzahlung“, sagt Heischkamp. „Da wollten wir flexibel bleiben.“

Wieso die Methodologie der Ratingagenturen für RWE eine wichtige Rolle spielt, und wieso Volker Heischkamp mit den Emissionszeitpunkten nur teilweise zufrieden ist, können Sie im vollständigen Artikel im kostenlosen E-Magazin von DerTreasurer nachlesen.

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