Die neue Print-Ausgabe 4-2016

09.12.16 09:14

Schaefflers grandioses Comeback

Von Markus Dentz

Eine der spannendsten Herausforderungen hielt in den vergangenen Jahren die Finanzierung von Schaeffler bereit. Der Automobilzuliefer- und Industriekonzern hat sich mit zahlreichen Finanztransaktionen zurück in das Investmentgrade gekämpft, über die wir mit Treasurer Thomas Ditt gesprochen haben. Daneben hält die neue Zeitschrift den Schwerpunkt Risikomanagement bereit.

Treasurer Thomas Ditt berichtet über Schaefflers Aufstieg in das Investmentgrade.

Jens Küsters

Treasurer Thomas Ditt berichtet über Schaefflers Aufstieg in das Investmentgrade.

Mehr als acht Jahre sind vergangen, seit Schaeffler ein Übernahmeangebot für Continental abgegeben hat. Ein Tag vor Ablauf der Offerte im September 2008 ging die US-Investmentbank Lehman pleite – und daraufhin die Weltwirtschaft in die Knie. Investoren dienten Schaeffler rund 90 Prozent der Continental-Aktien an, die Herzogenauracher mussten den Übernahmekredit über 11 Milliarden Euro bei einer Hand voll Banken komplett ziehen. Der Fortbestand des Unternehmens stand auf Messers Schneide. „Die Bankenzentriertheit war lange Zeit eines unserer größten Risiken“, sagt Thomas Ditt, Treasurer der Schaeffler AG, im Gespräch mit DerTreasurer heute rückblickend.

Tempi passati. Acht Jahre und viele Finanztransaktionen später hat Schaeffler bei Moody’s das Investmentgrade erreicht – für uns das Comeback des Jahres. Mit der Aufteilung der Kredite zwischen Holding und der operativen Einheit, heute die Schaeffler AG, kauften sich die Herzogenauracher 2009 Zeit. Doch viel war zu tun: Die vergangenen Jahre waren ein Parforceritt über zahlreiche Finanztransaktionen – Erstrating, Anleihe- und Aktienplatzierungen, institutionelle Kredite, die Klärung komplexer gesellschaftsrechtliche Fragen bis hin zum Börsengang im Jahr 2015. Durch einen geballten Krafteinsatz, angeleitet von Klaus Rosenfeld – zunächst als Finanzchef, später als CEO – gelang die finanzielle Stabilisierung des fränkischen Konzerns. Wie das Treasury die Transaktionen begleitet hat, erfahren Sie in der Titelgeschichte der neuen Printausgabe.

Randnotiz: Das damalige Übernahmetarget Continental hat den Schritt in das Investmentgrade bereits vor drei Jahren vollzogen, wie uns Treasurer Stefan Scholz damals für die Titelgeschichte 3/2013 erzählte. Die Hannoveraner konnten ihren Zinsaufwand bereits 2013 massiv reduzieren. Die Lage hat sich weiter verbessert: Continental profitiert davon so stark, dass Scholz kürzlich sogar eine Nullkuponanleihe platzieren konnte. Es ist doch schön, wenn es auch mal ein doppeltes Happy End gibt!

Treasury des Jahres 2016

Einen guten Ausgang hatte unsere Preisverleihung zum Treasury des Jahres 2016 dieses Mal für Nordex. In einem starken Bewerberfeld um das setzte sich letztlich das Team von Thorsten Hinsche durch. Bei der Preisverleihung im Rahmen der 12. Structured FINANCE 2016 in Stuttgart gab der Treasurer für einen kurzen Moment seine hanseatische Zurückhaltung auf. Über die verschiedenen Finanzierungsprojekt und den ersten „Green Schuldschein“ sprach er in unserer neuen Printausgabe.

Eine weitere spannende Unternehmensgeschichte: Novomatic ist in den vergangenen Jahren rapide gewachsen. Das Treasury des Glücksspielkonzerns steht dadurch vor enormen Herausforderungen. Unter anderem haben die Österreicher vor wenigen Wochen eine Anleihe platziert. Treasury-Chef Johannes Gratzl erklärt, wie er diese gemeistert hat und was er für die Zukunft plant.

Schwerpunkt Exzellenz im Risikomanagement

Daneben hält die neue Printausgabe für Sie auch den Schwerpunkt „Exzellenz im Risikomanagement“ bereit. Keine Frage, viele Beobachter wurden von den politischen Entwicklungen dieses Jahres überrascht: Brexit-Referendum, Donald Trumps unerwarteter Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen bis hin zum kürzlichen „No“ der Italiener zum Verfassungsreferendum von Regierungschef Matteo Renzi. Deswegen bilden Fachbeiträge zu den Ereignissen mit konkreten Handlungsanweisungen einen Teil des Schwerpunkts.

Ebenfalls im Fokus steht das Thema Cybercrime: Der Betrugsfall, der den Automobilzulieferer Leoni 40 Millionen Euro gekostet haben soll, schreckte viele Finanzverantwortliche auf. Sind die eigenen Prozesse sicher? Wie kann man sich mit Systemen sichern? Gibt es noch Risiken im Zahlungsverkehr? Was sind die nächsten Schritte der Betrüger? Mehr zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Themenseite Cybercrime im Treasury.

Dentz[at]derTreasurer.de

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