Das Pharmaunternehmen hat nur eine relativ kleine Sicherungsquote

23.10.14 08:23

Stada setzt auf Natural Hedging

Von Sabine Paulus

Frank Seiler, Leiter Konzerntreasury bei Stada, spricht mit DerTreasurer über das Währungsmanagement des Pharmakonzerns. Das Natural Hedging spielt dabei eine sehr entscheidende Rolle.

Stada setzt auf Natural Hedging

Stada

Der Pharmakonzern Stada setzt im Währungsmanagement stark auf das Natural Hedging.

Das Pharmaunternehmen Stada Arzneimittel setzt im Währungsmanagement stark auf Natural Hedging. Der Konzern aus Bad Vilbel im Wetteraukreis in Hessen hat zwar rund 45 Prozent seines Umsatzes in Fremdwährung, kann aber durch seine Produktionsstätten in Osteuropa, den lokalen Einkauf sowie die lokalen Personalkosten seine Währungsrisiken erheblich senken. „Unter Einbeziehung dieser Positionen wird das Währungsexposure von Stada auf einen relativ kleinen Anteil der Umsatzposition reduziert“, sagt Frank Seiler, Leiter Konzerntreasury bei Stada. Mögliche Währungsveränderungen gehören zum Tagesgeschäft im Treasury.

Translationsrisiken beschäftigen Stada

Treasury-Chef Frank Seiler ist seit 2009 als VicePresident Corporate Treasury für Stada tätig.

Stada-Treasury-Chef Frank Seiler

Für Stada ist das sogenannte Natural Hedging der primäre Stellhebel, um die Risiken in den für das Unternehmen wichtigen Währungen russischer Rubel, britisches Pfund, serbischer Dinar, Schweizer Franken und vietnamesischer Dong zu beschränken. „Obwohl die Stada-Gruppe einen hohen Umsatzanteil in fremder Währung hat, sind wir durch unsere entsprechende Aufstellung weniger von Währungsrisiken betroffen, als man vermuten könnte“, sagt der Treasury-Chef.

Das Stada-Treasury-Team analysiert die Währungsrisiken strategisch und wirtschaftlich. Darüber hinaus werden die Währungsrisiken separat im Geschäftsbericht nach den buchhalterischen Anforderungen dargestellt. „Die offenen Währungspositionen, die wir haben, entstehen aus der Translation, und Translationsrisiken können sie am Ende des Tages nicht absichern. Das müssen sie hinnehmen“, sagte Stada-CFO Helmut Kraft vor einiger Zeit in einem Zeitungsinterview. Seiler ergänzt: „Die Transaktionsrisiken werden über Natural Hedges oder über Finanzinstrumente größtenteils abgesichert.“

Das Pharmaunternehmen hat deswegen eine relativ kleine Sicherungsquote. „Wir haben nur noch kleinere Postionen zu sichern“, sagt Seiler. Das sei auch gut so, denn die Preise für Sicherungsgeschäfte seien besonders in Osteuropa sehr hoch. Die großen Zinsdifferenzen lassen die Sicherungskosten in die Höhe schnellen.

Ist es doch einmal nötig, das laufende Geschäft abzusichern oder im Vorfeld einer Akquisition den Kaufpreis zu hedgen, nutzt Stada direkte Sicherungsinstrumente. Auf Optionsgeschäfte greift das Pharmaunternehmen nur bei bestimmten Projekten zurück. „Das Währungsmanagement ist für uns ein zentraler Bestandteil des Tagesgeschäfts und über ein elektronisches Handelssystem nahezu vollständig automatisiert“, sagt Seiler abschließend.

Im Hinblick auf Emir ist Stada als NFC aufgrund des Volumens der Derivatetransaktionen meldepflichtig. „Wir melden über unser Treasury-Management-System selbst und nutzen dabei Regis-TR als Transaktionsregister“, sagt Seiler.

 

Paulus[at]derTreasurer.de

Das Treasury-Team der Stada besteht in Deutschland aus sieben Mitarbeitern, über die Gruppe verteilt übernehmen zwölf weitere Mitarbeiter Treasury-Aufgaben.

Treasury-Chef Frank Seiler ist seit 2009 als VicePresident Corporate Treasury für Stada tätig und berichtet direkt an CFO Helmut Kraft. Seiler verantwortet die Bereiche Corporate Treasury, Creditmanagement, Bankenbetreuung, Kapitalmarkttransaktionen und unterstützt bei verschiedenen Finanzprojekten wie M&A-Aktivitäten und operativen Optimierungen. Davor war der gebürtige Freiburger von 1992 bis 2009 für die Deutsche Bank in Freiburg, New York und Frankfurt sowie für die Deutsche Morgan Grenfell tätig.