Neue Printausgabe erscheint kommende Woche

30.11.17 09:45

Stephan Wiemann über die Automatisierung des Telekom-Treasury

Von Desiree Backhaus

Die Mitarbeiteranzahl im Telekom-Treasury hat sich seit der Jahrtausendwende halbiert. Treasury-Chef Stephan Wiemann sprach im Interview der neuen Printausgabe mit DerTreasurer über die Rolle der Automatisierung. Auch im Schwerpunkt Risikomanagement der Zeitschrift dreht sich alles um Digitalisierung.

Foto Marcus Pietrek, Montage DerTreasurer

Setzt auf Systeme, Markt-Modelle und Regeln: Treasury-Chef Stephan Wiemann gibt im Gespräch mit DerTreasurer einen Einblick in die Steuerung des Telekom-Treasury.

Wie verändert die Digitalisierung künftig das Arbeiten und die Rolle der Treasury-Abteilung? Kaum eine Frage wird derzeit in der Treasurer-Community heißer diskutiert als diese. Das mag auch daran liegen, dass das Erfüllen der Treasury-Kernfunktion – die Sicherstellung der Konzernliquidität – derzeit wenig herausfordernd ist.

Es ist aber nicht nur den exzellenten Finanzierungskonditionen und der geringen Volatilität an den Währungsmärkten geschuldet, dass sich vor allem Treasury-Chefs großer Konzerne mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Mit Robotics, Big Data Analytics, Blockchain und Co. kommen derzeit eine ganze Reihe neuer Technologien auf die Treasurer zu, deren Potential es einzuschätzen gilt.

Was das Telekom-Treasury über Blockchain denkt

Im Telekom-Treasury sind zwei Mitarbeiter extra dafür abgestellt, sich mit diesen neuen Technologien und ihren Folgen zu befassen, berichtet Treasury-Chef Stephan Wiemann in der Titelgeschichte der neuen Printausgabe von DerTreasurer, die am 8. Dezember erscheint. Die Innovationsspezialisten eruieren gerade etwa die Relevanz der Blockchain-Technologie für das Telekom-Treasury. Dort geht es insbesondere um die Frage, wie die Technologie die Abwicklung von Commercial Papers oder Avalen erleichtern kann. „Wir werden aber eher Early Adopter bei neuen Technologien sein als Trendsetter“, dämpft Wiemann die Erwartungen an eine schnelle Implementierung.

Der 48-Jährige hat noch drängendere Baustellen. Die Deutsche Telekom hat ihre Treasury-Abteilung in den vergangenen fünfzehn Jahren halbiert und sind nun mit 30 Mitarbeitern als Dax-Konzern schlank aufgestellt. „Diese Arbeitslast lässt sich nur mit einem hohen Grad an Automatisierung und Zentralisierung meistern“, meint Wiemann, der das Telekom-Treasury seit anderthalb Jahren leitet. Der gebürtige Sauerländer, der als ehemaliger Stabschef im CFO-Ressort sowohl mit Finanzchef Thomas Dannenfeldt als auch Telekom-Chef Tim Höttges per Du ist, will die Automatisierungsspirale daher noch weiterdrehen.

Wiemanns Lieblingsformulierung, wie sich im Laufe des Gesprächs mit uns herauskristallisieren wird, lautet „agnostisch agieren“. Übertragen auf die Treasury-Policy bedeutet dies: Regeln und Markt-Modelle bringen zumeist bessere Ergebnisse als menschliche Entscheidungen. Was dies ganz konkret in den Bereichen Finanzierung, Zins-Hedging und Asset Management bedeutet, berichtet Wiemann im Interview.

Preisgekrönter Innogy-Treasurer über das Jahr 2017

Während die Telekom bereits seit Jahren zu den größten deutschen Anleiheemittenten gehört, hat der Energiekonzern Innogy bisher erst zwei eigene Bonds emittiert – einer davon ein Green Bond. Dennoch hält das RWE-Spinoff nach einem milliardenschweren Schuldentransfer von der ehemaligen Mutter eine zweistellige Anzahl an Anleihen: Die allermeisten davon haben Treasurer Volker Heischkamp und sein Team von RWE zu Innogy übertragen.

Für diese extrem komplexe Transaktion wurde das Innogy-Treasury bei der 13. Structured FINANCE mit dem Preis Treasury des Jahres 2017 ausgezeichnet.  Im Interview blickt Treasury-Chef Volker Heischkamp auf ein ereignisreiches Jahr zurück – und verrät warum das Innogy-Treasury jetzt auch mit Cyberwährungen experimentiert.

Wie Algorithmen das FX-Hedging verbessern

Wie neue Technologien das finanzielle Risikomanagement erleichtern, das erfahren Sie im Schwerpunkt der kommenden Printausgabe. Ganz konkret geht es beispielsweise darum, wie Algorithmen dabei helfen können, die Kosten für das Währungsmanagement zu senken. 

Weitere Gastbeiträge im Schwerpunkt befassen sich mit dem systemunterstützten Management von Kontrahentenrisiken, die Abwehr von Betrügern im Zahlungsverkehr, sowie die Frage inwiefern Treasurer von den Digitalisierungserfahrungen ihrer Bank profitieren können.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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