Christoph Koch, Treasury-Chef bei Lanxess, über das letzte Kapital des Finanzierungsmarathons 2012

27.03.13 10:39

Syndizierter Kredit bei Lanxess

Von Markus Dentz und Sabine Paulus

Lanxess treibt seine Refinanzierung voran. Nach einer Anleihe und einem Dim-Sum-Bond folgte im Dezember ein syndizierter Kredit über 1,25 Milliarden Euro, für den der Spezialchemiekonzern 15 Banken an Bord holte.

Lanxess hat im Dezember einen syndizierten Kredit über 1,25 Milliarden Euro abgeschlossen.

Lanxess

Lanxess hat im Dezember einen syndizierten Kredit über 1,25 Milliarden Euro abgeschlossen.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat im vergangenen Jahr einen wahren Finanzierungsmarathon hingelegt: Anleihe, Dim-Sum-Bond und Privatplatzierungen waren nur einige Instrumente, die das Team um den Treasury-Chef Christoph Koch 2012 begeben hat, um die Finanzierung des Konzerns rundzuerneuern. Das vorerst letzte Kapital im Finanzierungsmarathon von Lanxess war der syndizierte Kredit über 1,25 Milliarden Euro, den der Spezialchemiekonzern im vergangenen Dezember mit 15 Banken abgeschlossen hat, um den im November 2014 fälligen Kreditrahmen über 1,4 Milliarden Euro frühzeitig zu refinanzieren.

Der Kreditvertrag läuft fünf Jahre und enthält zwei Verlängerungsoptionen. Die Besonderheit: Das Treasury-Team hat den Deal in Eigenregie arrangiert. „Wir haben eine gute Corporate-Finance-Truppe, da konnten wir das selbst in die Hand nehmen.“ Natürlich sei der Prozess zeitintensiv gewesen und habe Kraft gekostet. Doch benennt Koch Vorteile: Neben den gesparten Gebühren sei das vor allem die engere Tuchfühlung mit den Banken. „Man weiß, was sie bewegt“, betont er.

Neue Banken an Bord

Christoph Koch Lanxess

Christoph Koch

Einen syndizierten Kredit gibt es bei Lanxess schon seit dem Spin-off 2004. Ein Jahr später konnte der Konzern dann die Konditionen verbessern. „Im November 2007 haben wir nach der Heraufstufung zum BBB den letzten siebenjährigen syndizierten Kredit vor der Finanzkrise abgeschlossen“, erinnert sich Koch. Zugutegehalten haben die Banken dem Konzern, dass er die Linie selbst in der Krise nie gezogen hat. Stattdessen hat sich Lanxess im Frühjahr 2009 teures Geld für fast 8 Prozent am Bondmarkt besorgt. „Das hat Vertrauen geschaffen, das uns heute zugute kommt“, glaubt Koch, unterstreicht aber gleichzeitig: „Wir sehen den Kreditrahmen nicht als reine Backup-Linie, sondern können ihn auch für Working Capital, Capex oder Zwischenfinanzierungen bei Akquisitionen heranziehen“, sagt Koch.

 

In der Neuauflage 2012 sind noch 75 Prozent der Banken des ersten syndizierten Kredits mit von der Partie. Es gab einige Änderungen. „Diese sind zum großen Teil den Fusionen und den Folgen der Finanzkrise geschuldet“, sagt Koch. Das neue Konsortium besteht aus einem gut ausbalancierten Bankenkreis, der den regionalen Anforderungen in den Wachstumsmärkten sowie den Produkt- und Beratungsanforderungen von Lanxess gerecht wird. Darunter sind deutsche Banken, US-Häuser, UK-Banken, weitere europäische sowie asiatische Banken, die die wichtige Wachstumsregion des Konzerns abdecken. Neben dem syndizierten Kredit setzt Lanxess auf bilaterale Förderkredite der Staatsbank KfW und der Europäischen Investitionsbank (EIB). „Es wäre nicht sinnvoll, auf diese maßgeschneiderten Investitionskredite zu verzichten“, sagt Koch abschließend.

Dentz[at]derTreasurer.de
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