Im Treasury geht heute kaum mehr was ohne spezielle Kenntnisse der gängigen Treasury-Management-Systeme oder ERP-Software.

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11.03.14
Persönlich & Personal

Treasury auf Automatisierungskurs

Treasury ohne IT – das ist kaum noch möglich. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen setzen mittlerweile Kenntnisse von Treasury-Management-Systemen oder ERP-Software wie SAP voraus – ein neuer Höchstwert. Das ergab eine von DerTreasurer halbjährlich durchgeführte Auswertung von Stellenanzeigen. Und nicht nur im Bereich IT hat es Veränderungen gegeben.

Wenn Unternehmen heute neue Mitarbeiter im Treasury suchen, dann zählt zumeist auch IT-Kompetenz. Dies ergab eine Auswertung von 67 Stellenangeboten von DerTreasurer, die im zweiten Halbjahr 2013 unter anderem in dieser Publikation veröffentlicht wurden (1. Hj 2013: 83 Jobangebote). Regulierungsprojekte wie Sepa oder Emir, die sich in der Umsetzung befanden, spielten für den IT-Trend eine Rolle. Ein wichtiger Punkt ist aber auch die Tatsache, dass den Treasury-Abteilungen trotz steigender Arbeitslast nur selten neue Mitarbeiter genehmigt werden – über Automatisierung muss die zunehmende Belastung zumindest teilweise abgefedert werden.

In 67 Prozent der Stellenausschreibungen fragten die Firmen im letzten Halbjahr solche Kenntnisse nach – 9 Prozentpunkte mehr als in der letzten Auswertung vor einem halben Jahr, als lediglich in 58 Prozent der Stellenangebote IT-Kenntnisse explizit gefordert waren (Ausgabe 17-2013). Eine dominante Rolle nimmt inzwischen ERP-Software wie SAP ein. Daneben waren Erfahrungen mit gängigen Treasury-Management-Systemen gefragt.

Innenfinanzierungskraft bekommt mehr Bedeutung

In 59 Prozent der Ausschreibungen suchten die Unternehmen Cash Manager, gefolgt von Experten der Finanzierung und des Zins- und Währungsmanagements sowie der Liquiditätsplanung und -steuerung. Diese vier Aufgabenbereiche sind nach wie vor immer noch die Kernaufgaben der Treasury-Abteilungen. Die Themengebiete Cash Management und Zahlungsverkehr brannten angesichts der nahenden Sepa-Frist im vergangenen halben Jahr den Treasurern unter den Nägeln. Finanzierungen sind ebenfalls eines der Hauptthemen im Treasury, auch wenn im derzeit weiter sehr günstigen Finanzierungsumfeld viele Unternehmen ihre Hausaufgaben bereits erledigt haben. Die Liquiditätsplanung und -steuerung bekommt angesichts der gestiegenen Innenfinanzierungskraft der Unternehmen ebenfalls eine höhere Bedeutung.

Experten für das Risikomanagement sowie das Zins- und Währungsmanagement waren in mehr als der Hälfte der Ausschreibungen explizit gesucht. An diesem Bild hat sich im Vergleich zur letzten Auswertung wenig verändert. Nur in knapp jedem fünften Stellenangebot wurden Anlagekenntnisse nachgefragt. Gerade nach dem sprunghaften Anstieg bei Asset Managern im ersten Halbjahr 2013 stagniert die Nachfrage in den zweiten sechs Monaten 2013. Kaum ins Gewicht fielen die Spezialanforderungen im Debitoren- und Working Capital Management oder auch bei M&A – wie in der Vergangenheit schon.

Der Arbeitsmarkt für Treasurer geht zurück