2018 freute sich die Rewe Group über den Preis Treasury des Jahres.

FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH/B. Hartung/L. Siermann/A. Varnhorn

18.11.19
Persönlich & Personal

Treasury des Jahres 2019 - die Shortlist

Jetzt ist es raus: Diese fünf Unternehmen stehen auf der Shortlist für die Auszeichnung „Treasury des Jahres 2019“.

DerTreasurer hat auch diesmal zahlreiche spannende Bewerbungen für die Auszeichnung „Treasury des Jahres“ erhalten. Hier finden Sie die fünf Unternehmen, die es in die engere Auswahl geschafft haben. Der Supply-Chain-Finance-Anbieter Traxpay fördert den Award, der am Galaabend der 15. Structured FINANCE am 27. November in Stuttgart verliehen wird.

Dürr

Das Treasury des Maschinenbauers Dürr hat das günstige Marktumfeld genutzt, um sich zu refinanzieren und das Fälligkeitenprofil gleichmäßiger zu verteilen. Trotz straffen Zeitplans sind Christian Aue und seine Mitarbeiter bei der Finanzierung neue Wege gegangen: Als erstes Unternehmen platzierte Dürr einen Schuldschein, dessen Marge an ein Nachhaltigkeitsrating gekoppelt ist. Zuvor war dieser Mechanismus nur bei Krediten bekannt. Der Schuldschein wurde zudem auch über eine digitale Plattform vermarktet. Auch bei der Refinanzierung des syndizierten Kredits setzte Dürr auf eine ESG-Komponente. Der Kredit wurde zudem parallel zum papierhaften Prozess über eine selbst initiierte Blockchain-Plattform abgewickelt und digital unterzeichnet.

Fraport

Internationalisierung, Digitalisierung, Automatisierung - das waren die Themen, die das Treasury des Flughafenbetreibers Fraport um Michael Schütt umtrieben. Dazu zählte etwa eine Vereinfachung der Systemlandschaft im Zahlungsverkehr. Ein weiteres Projekt drehte sich um die Entwicklung einer einheitlichen Finanzdokumentation für verschiedene Instrumente, die in Zukunft Verlängerungen und Neuabschlüsse erleichtern soll. Zudem stand die Refinanzierung von etwa einem Drittel der Gesamtverschuldung an. Dazu wurden unter anderem zwei digitale Schuldscheinplattformen genutzt. Gleichzeitig schnürte das Team noch mehrere Finanzierungspakete in Brasilien.

Otto

Das Treasury-Team des Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto hat es mit einem Projekt aus dem Bereich der Echtzeitzahlungen auf die Shortlist geschafft. Boris Jendruschewitz und seine Mitarbeiter zeigten sich überzeugt, dass Instant Payments den traditionellen Zahlungsverkehr revolutionieren könnten. Das Team stellte die eigenen Prozesse um: Überweist ein Kunde nun mit Instant Payments, ist der Betrag innerhalb einer Minute auf dem Kundenkonto sichtbar. Das Projekt erforderte eine enge Zusammenarbeit des Finanzbereichs mit Kundenbuchhaltung, Customer Service und IT. Darüber hinaus ließ Otto das Thema Nachhaltigkeit nicht an sich vorbeiziehen und platzierte einen Sustainable Bond - gerade für das Familienunternehmen ohne Rating kein Selbstläufer.

Roche

Bei dem Pharmakonzern Roche steht das Thema Zentralisierung des Zahlungsverkehrs schon lange auf der Agenda. In den vergangenen Monaten fokussierte sich Martin Schlageter mit seinem Team auf den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr und nahm an dem Pilotprojekt Swift GPI for Corporates (gpi4c) teil. Roche erhält nun für die meisten grenzüberschreitenden Zahlungen automatische Rückmeldungen und nähere Informationen zu den angefallenen Gebühren. Die Transparenz wurde dadurch deutlich erhöht, was auch Analysen über Gebühren und Geschwindigkeit der Zahlungen enorm erleichtert.

SAP

Bei dem Softwarekonzern SAP stand das Thema Automatisierung und Prozessoptimierung im Zentrum. Für Steffen Diel und sein Team bedeutete das unter anderem die Umstellung auf S/4 Hana. Ein wichtiges Ziel: Die neue Systemlandschaft sollte auf SAP-Standardlösungen aufbauen und nicht wie zuvor viele maßgeschneiderte Beraterlösungen enthalten. Parallel zu dem Transformationsprojekt finanzierte das Team die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte im Rekordtempo. Die Brückenfinanzierung wurde noch vor Abschluss der Transaktion refinanziert.

Die Jury

Die anonymisierten Exposés hat eine unabhängige Jury bewertet. Die Juroren sollten dabei den Mehrwert des Projekts für das Unternehmen und die Innovationskraft des Treasury beurteilen. Der Jury gehörten an: Stephan Albers (ehemals Nordzucker, siehe Seite 9), Andrej Ankerst (BNP Paribas Deutschland), Ilka-Patricia Bernhart (Sana Kliniken), Rando Bruns (Merck), Sigurd Dahrendorf (ehemals Knorr-Bremse), Michael Hannig (Voith Finance), Volker Heischkamp (Innogy), Günther Jakob (Lonza Group), Christoph Koch (Hüttenes-Albertus), Michael Mattig (Nordex), Lars Schnidrig (Corestate Capital), Olaf Weber (Vonovia), Klaus Wirbel (Rewe Group) und Axel Zwanzig (Marquard & Bahls).

Koegler[at]derTreasurer.de

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