UniCredit

27.03.17
Persönlich & Personal

Unicredit: Luca Corsini wird neuer Co-GTB-Chef

Die Unicredit bekommt einen neuen Co-Chef für das Global Transaction Banking (GTB): Luca Corsini wird diese Rolle im August von Claudio Camozzo übernehmen. Damit bleibt es bei einer deutsch-italienischen Führungsspitze im GTB-Bereich der Unicredit.

Der bisherige Trade-Finance-Chef der Unicredit, Luca Corsini, wird im August neuer Co-Chef des Global Transaction Bankings. Corsini folgt auf Claudio Camozzo, der im kommenden Sommer nach 40 Jahren bei der Unicredit in den Ruhestand geht. Damit ordnet die italienische Großbank ihre Führung im GTB-Bereich zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate neu: Erst im vergangenen September war mit Jan Kupfer erstmals ein Deutscher zum globalen Co-Head der Transaktionsbank ernannt worden. Zuvor hatte Camozzo den Bereich alleine von Mailand aus geführt.

Während Kupfer sein Amt von München aus ausübt – dort sitzt die Unicredit-Tochter HypoVereinsbank – wird sein künftiger Co-Chef Corsini in Mailand tätig sein. Entsprechend wird das gleichberechtigte deutsch-italienische GTB-Führungsduo auch die Schwerpunkte in dem jeweiligen Markt legen. Im Transaction Banking bündelt die Unicredit die Bereiche Zahlungsverkehr, Cash Management und Außenhandelsfinanzierung.

Trade-Finance-Banker Luca Corsini kommt von der Deutschen Bank

Der künftige zweite GTB-Chef Luca Corsini kam erst im vergangenen Jahr von der Deutschen Bank zur Unicredit. Bei dem deutschen Branchenprimus leitete Corsini zunächst das Trade-Finance-Geschäft in Italien, bevor er 2010 die Verantwortung dieses Bereichs in der Region Europa, Afrika und dem Mittleren Osten (EMEA) übernahm. Bevor Corsini zur Deutschen Bank kam, war er unter anderem für die ABN Amro und Barclays tätig. Begonnen hat der Trade-Finance-Spezialist seine Karriere aber in der Industrie bei dem italienischen Reifenhersteller Pirelli und Snam Progetti, einem Öl- und Gaskonzern.

In seiner neuen Rolle als Co-Leiter der Transaktionsbank wird Corsini – ebenso wie Jan Kupfer – an die beiden Chefs des Corporate & Investmentbanking der Unicredit berichten, Gianfranco Bisagni und Olivier Khayat. Sie haben diese Position ebenfalls noch recht frisch inne: Im vergangenen Sommer hatte der damals neue Unicredit-Chef Jean Pierre Mustier die Führung der Bank neu geordnet.

Unicredit im Umbruch mit neuem Personaltableau

In diesem Zuge gab es auch in der deutschen Tochter HVB einige Wechsel im Firmenkundengeschäft sowie im Investmentbanking: So wurde Robert Schindler zum neuen Firmenkundenchef  befördert, Christian Reusch übernahm als Head of Global Syndicate & Capital Markets und Alexander Arauner leitet jetzt den Bereich Corporate Finance Advisory  – um nur eine Auswahl zu nennen.

Der Personalkarussell liegt auch darin begründet, dass sich die Bank im Umbruch befindet. Wegen zahlreicher fauler Kredite im Kernland Italien, musste Unicredit-Chef Mustier die Bilanz stärken. Vor wenigen Wochen gelang der Bank ein Rekordkapitalerhöhung über 13 Milliarden Euro. Zuvor schon veräußerte die Unicredit Beteiligungen, etwa an dem Asset Manager Pioneer sowie die polnischen Bank Pekao. Den Umbau der Bank sehen Finanzchefs nicht unkritisch, wie eine aktuelle Befragung der Schwesterpublikation FINANCE ergeben hat.

Unicredit will Transaction Banking ausbauen

Das Transaction Banking hat aber eine besondere Bedeutung für die italienische Großbank: Bereits im Zuge der Ernennung von Kupfer vor einem halben Jahr hatte die Bank mitgeteilt, den für den internationalen Zahlungsverkehr und die Außenhandelsfinanzierung zuständigen Bereich „deutlich ausbauen“ zu wollen und weitere Marktanteile gewinnen zu wollen.

In Europa rangiert die Unicredit laut einer aktuellen Umfrage des US-Beratungshauses Greenwich Associates unter CFOs und Treasurern auf Platz 5: Knapp jeder vierte Befragte ist demnach Kunde der italienischen Großbank. Bei der Qualität schnitt das Mailänder Haus aber gemeinsam mit der Citi und der ING am besten ab.

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