2014 suchten Unternehmen 167 Mitarbeiter für ihre Treasuryabteilungen - nur zwei weniger als im bisherigen Rekordjahr 2011.

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14.04.15
Persönlich & Personal

Unternehmen brauchen mehr Treasury-Experten

Im zweiten Halbjahr 2014 suchten Unternehmen dringend Liquiditätsmanager. Finanzierungsexpertise war auch wieder vermehrt gefragt. Der Spitzenreiter der letzten Auswertung fiel stark ab.

Im Jahr 2014 suchten Unternehmen so viele Treasury-Spezialisten wie lange nicht mehr. 167 Stellenanzeigen, die unter anderem in dieser Publikation veröffentlicht wurden, registrierte DerTreasurer im abgelaufenen Kalenderjahr. Damit waren es nur zwei weniger als im Rekordjahr 2011. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014, in dem 77 Jobangebote ausgeschrieben wurden, zog die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte mit 90 Stellengesuchen deutlich an. Auch im Kontrast mit dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (67 Jobangebote) verzeichnete die Statistik im zweiten Halbjahr 2014 einen ordentlichen Sprung nach oben.

Bei den gesuchten Profilen fand im zweiten Halbjahr 2014 eine Verschiebung statt: In zwei von drei Stellenausschreibung suchten Unternehmen nach neuen Treasury-Mitarbeitern, die sich speziell im Bereich der Liquiditätsplanung und -steuerung auskennen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres wuchs der Bedarf an Liquiditätsexperten somit um satte 62 Prozent (siehe DerTreasurer 21/2014). Damals hatten Unternehmen lediglich 21 Manager mit dieser Expertise gesucht.

Stellenmarkt: Treasury-Kernbereich Finanzierung wieder gefragt

Nachdem in der vergangenen Auswertung einer der Kernbereiche des Treasury, die Finanzierung, mit 31 Prozent nur auf Platz sieben landete, feierte dieser dieses Mal ein starkes Comeback und rangiert auf dem zweiten Platz.

Rund um die Rubel-Schwäche im Dezember des vergangenen Jahres gewinnt auch das Zins- und Währungsmanagement für Unternehmen im Stellenmarkt wieder an Bedeutung. Der Bereich wurde im zweiten Halbjahr 2014 am drittmeisten gesucht und legte um 8 Prozent auf 53 Prozent zu. Es wäre nicht verwunderlich, wenn dieser Trend nach den Turbulenzen rund um den Schweizer Franken in den kommenden Monaten weiter steigen würde.

IT weiter wichtig, Risikomanagement verliert

IT-Kenntnisse bleiben wichtig, sie gaben gegenüber der letzten Auswertung nur wenig nach. Office-Kenntnisse sind dabei für Treasurer ein absolutes Muss, aber auch der Umgang mit gängigen Treasury-Management-Systemen wird von Unternehmen weiterhin gefragt.

Verloren hat hingegen ein anderer Themenbereich. Das Risikomanagement, das im ersten Halbjahr 2014 noch vorne lag, ist im vergangenen halben Jahr auf Platz fünf gerutscht.

Nach der Sepa-Implementierung sind auch die Themen Cash Management und Zahlungsverkehr im vergangenen Halbjahr deutlich zurückgegangen. Nur noch 39 Prozent der Unternehmen suchten Cash Manager (1. Halbjahr 2014: 49 Prozent). Zahlungsverkehrspezialisten kamen auf 28 Prozent (1. Halbjahr 2014: 41 Prozent). Working-Capital-Experten verloren abermals an Bedeutung für Unternehmen: Sie fielen von 10 Prozent auf nun nur noch 5 Prozent.

Randgebiete mit leichtem Aufschwung

Randgebiet bleibt das Debitorenmanagement, das ein leichtes Revival feierte: Suchte in der vorherigen Analyse noch keines der Unternehmen einen Treasurer mit diesen Kenntnissen, waren es dieses Mal immerhin jedes zehnte. Auch Skills im Bereich M&A  waren überschaubar gefragt (5 Prozent). Im Niedrigzinsumfeld leicht zugelegt hat das Asset Management: Mit 9 Prozent lag es im Vergleich zum ersten Halbjahr etwas höher.

eich[at]derTreasurer.de