Nico Klingler, Leiter Finanzen bei der VNG , über den ersten Konsortialkredit

14.03.13 10:45

VNG nun mit Konsortialkredit

Von Sabine Paulus

Neuland für die VNG – Verbundnetz Gas: Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hat der Erdgasspezialist einen Konsortialkredit mit zwölf Banken über rund 1 Milliarde Euro abgeschlossen.

VNG hat einen Konsortialkredit mit zwölf Banken über rund 1 Milliarde Euro abgeschlossen.

VNG - Verbundnetz Gas

VNG hat einen Konsortialkredit mit zwölf Banken über rund 1 Milliarde Euro abgeschlossen.

Der frisch abgeschlossene Kredit läuft mehr als drei Jahre und ersetzt einen Großteil der bisherigen bilateralen Kreditlinien. „Bis 2011 hatten wir immer eine gute bis sehr gute Bonität und waren rein bilateral finanziert“, sagt Nico Klingler, Leiter Finanzen bei VNG. „Doch der deutsche Gasmarkt stand 2011 vor erheblichen Veränderungen und Herausforderungen.

Mit diesem schwierigen Umfeld war auch VNG konfrontiert.“ 2011 musste der Erdgasspezialist einen Verlust von 260 Millionen Euro ausweisen, da unter anderem die Preise für Erdgas an den Handelsplätzen teilweise günstiger waren als in den langfristigen Lieferverträgen, die VNG mit Firmen aus Russland, Norwegen und Deutschland abgeschlossen hatte. „In dieser angespannten Phase haben sich die Stärken und Schwächen unserer Finanzierungsstruktur deutlich gezeigt“, sagt Klingler. „Manch ein Bankpartner wollte bei den Prolongationen von bilateralen Kreditlinien beispielsweise keinen zeitlichen Nachrang mehr akzeptieren.“

Bilaterale Kreditverträge mit allen Banken

Nico Klingler VNG

Nico Klingler

Das ändert sich nun mit dem Konsortialkredit. Er bildet das neue finanzielle Fundament der VNG. „Wesentliche Entscheidungen der Konsortialbanken werden jetzt nach dem Mehrheitsprinzip getroffen, gleichzeitig besteht keine Subordination zwischen Gläubigern hinsichtlich der Endfälligkeiten der Kreditzusagen“, sagt Klingler. VNG ist dabei einen ungewöhnlichen Weg gegangen: „Wir haben die Syndizierung selbst intensiv vorbereitet und mit allen Banken einzeln vorverhandelt.“ Das Ergebnis ist ein Konsortialkreditvertrag, der durch einen neuen bilateralen Kreditvertrag mit jeder einzelnen Konsortialbank ergänzt wird. „Wir hatten bei den bisherigen Kreditverträgen Konditionen, die wir auch in der neuen Struktur behalten wollten“, erklärt Klingler. „Deshalb haben wir die Margen, Bereitstellungsprovisionen und technischen Aspekte bilateral vereinbart.“ Die Kreditinanspruchnahme läuft bei der VNG auch nicht wie sonst über den Agenten. „Er hat nur eine Kommunikationsfunktion und ist nicht in die operativen Inanspruchnahmen eingebunden.“

 

Allerdings wollen einige Banken zunächst die bilaterale Linie beibehalten, was für die Transaktion laut Klingler jedoch kein Problem war. Ein späterer Beitritt zum Konsortium ist möglich und geplant. „Die größte Herausforderung am Kreditabschluss war, dass wir ihn als eine Relationship-Transaktion durchgeführt und dabei eine Vielzahl von Strukturmerkmalen aus dem Konsortialkreditgeschäft genutzt haben. Dennoch waren die deutlichen Abweichungen zum „Marktstandard“ eine Herausforderung für so manche Fachabteilung der Banken“, sagt Klingler.

Paulus[at]derTreasurer.de