Zeiss optimiert Bankenstruktur

05.07.12 14:57

Zeiss strukturiert Banken neu

Von Sabine Paulus

Mehr Wettbewerb, weniger Risiken: Klaus Leinmüller, Geschäftsführer von Carl Zeiss Financial Services, spricht über die strategische Bankensteuerung der Gruppe.

Mehr Wettbewerb, weniger Risiken: Klaus Leinmüller, Geschäftsführer von Carl Zeiss Financial Services, spricht über die strategische Bankensteuerung der Gruppe.

Zeiss

Klaus Leinmüller ist Geschäftsführer von Carl Zeiss Financial Services.

Unter dem neuen Finanzchef Thomas Spitzenpfeil hat sich der Zeiss- Konzern große Ziele gesetzt. Diese gelten für alle Bereiche, insbesondere für den Finanzbereich. Die Auflage des letzten syndizierten Kredits hat Carl Zeiss (Umsatz 2010/2011: 4,2 Mrd. Euro) genutzt, um seine Bankenbeziehungen neu zu justieren. „Wir haben gezielt Banken ausgewählt, um wirtschaftlicher arbeiten zu können, den Wettbewerb unter den Instituten zu erhöhen und das Kontrahentenrisiko zu minimieren“, sagt Klaus Leinmüller, Geschäftsführer von Carl Zeiss Financial Services auf dem Roundtable „Der Treasurer“ in Stuttgart. „Durch eine strategische Bankensteuerung können wir unsere Geschäftsvergabe auf Basis der Unternehmensziele nun bewusst steuern.“

 

Die damals bestehende Bankenstruktur von Carl Zeiss war noch nicht optimal: es gab insgesamt zu viele Bankverbindungen, gleichzeitig war die Systemlandschaft mit verschiedenen E-Banking-Systemen sehr komplex. Geschäfte wurden eher opportunistisch durchgeführt, da die Entscheidungsgrundlage zur Verteilung kaum vorhanden war. „Wir haben verschiedene Kriterien wie die globale Aufstellung oder die Bonität der Bank angewendet und unsere neuen Kernbanken über eine Revolving Credit Facility über 400 Millionen Euro ausgewählt“, sagt Leinmüller. Die sieben Konsortialbanken ersetzten die bisherigen vier Kernbanken. Dafür wurden Nebenbanken und lokale Banken stark reduziert: Bei den Nebenbanken von 13 auf drei Institute, lokale Bankverbindungen sollen von 160 auf rund 50 reduziert werden. „Das hat den Wett - bewerb unter den Banken erhöht, und wir haben noch internationale Institute hinzugewonnen“, sagt Leinmüller. „Dieses Projekt ist allerdings noch nicht abgeschlossen“, sagt Leinmüller. „Die Reduzierung der lokalen Banken haben wir für dieses Jahr noch auf der Agenda.“

 

Im Zuge dessen hat die Carl Zeiss Gruppe auch eine eigene Wallet- Sizing-Lösung für Banken auf Excel-Basis entwickelt. Dabei hat Leinmüller mit seinem Team das Wallet von Carl Zeiss (gesamte Bruttoerlöse aller Banken) anhand von Erfahrungswerten und Benchmarks errechnet und den daraus resultierenden Return on Sales (ROS) ermittelt. „Dann haben wir offen und transparent mit den Banken über eine faire Geschäftsverteilung unter Berücksichtigung von Erlösen und Risiken diskutiert und das in unsere Planung integriert“, erklärt Leinmüller. „Durch das Tool erhalten wir eine vollständige Transparenz über Bankgebühren, - erträge und -risiken.“ Im Ergebnis erleichtere das eine sachliche Debatte um das umkämpfte „Zusatzgeschäft“, um das viele Institute buhlen, und die Carl Zeiss Gruppe könne auch Einsparungen bei den Bankgebühren erzielen.

Paulus[at]derTreasurer.de