Jakarta: Indonesien öffnet den Onshore-Markt.

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14.02.19
Risiko Management

Asiatische Währungen rücken in den Fokus

Die Volatilität asiatischer Währungen bleibt hoch und die Regulierungen ändern sich oft und sehr schnell in dieser Region der Welt. Das macht das FX-Management komplexer.

Einige Treasurer deutscher Unternehmen dürften gerade mit Sorge auf asiatische Währungen schauen. Zwar haben sich die Kurse von indischer Rupie, chinesischem Renminbi und indonesischer Rupiah gegenüber der Bilanzwährung Euro zuletzt etwas erholt, auch dank Interventionen der lokalen Zentralbanken. Die Volatilität der asiatischen Währungen bleibt allerdings hoch: Vor allem untereinander sind die Schwankungen signifikant.

„Vor zehn Jahren hätte deutsche Unternehmen der Wechselkurs beispielsweise des koreanischen Won zum chinesischen Renminbi kaum tangiert, heute machen solche Kurse aufgrund der innerasiatischen Lieferketten aber einen großen Teil des FX-Risikos aus“, sagt Ole Matthiessen, bislang Leiter FX-Strukturierung bei der Deutschen Bank und seit gestern Head of GTB Strategic and Cross-Divisional Solutions bei dem Kreditinstitut.

Die Folge: Das Währungsmanagement ist komplexer geworden. Es wird immer schwieriger, das konzernweite FX-Exposure zu erheben und Modelle zu bauen, die die Situation der Firma und die Korrelation der Märkte erfassen.

US-chinesischer Handelskrieg belastet Region

Dabei ist dies in unsicheren Zeiten besonders drängend. „Asiatische Währungen korrelieren sehr stark mit dem Exportwachstum, und die Handelsspannungen zwischen den USA und China belasten die Region“, sagt Serene Chen, Head of Risk Management Solutions für Asien-Pazifik bei der Deutschen Bank. Für viele asiatische Länder sei die Gesundheit der chinesischen Wirtschaft entscheidend. Sie wuchs mit 6,6 Prozent 2018 jedoch so langsam wie seit knapp dreißig Jahren nicht mehr. Die geldpolitische Straffung der US-Notenbank Fed sorgt zudem weiterhin für Kapitalabflüsse.

Hinzu kommen Chen zufolge Risikofaktoren in den einzelnen Ländern: So ist der Kurs der indischen Rupie eng mit dem Ölpreis verbunden. „Öl macht die Hälfte des Handelsdefizits von Indien aus“, sagt Chen. Der koreanische Won wiederum leide neben Kapitalabflüssen auch unter den sinkenden Preisen für Speicherchips, da die Halbleiterindustrie für mehr als 20 Prozent der koreanischen Exporte stehe.

Regulierte Devisenmärkte in vielen asiatischen Ländern

Mit Blick auf die Absicherung von FX-Risiken kommt erschwerend hinzu, dass viele Länder der Region regulierte Devisenmärkte haben. Nur in Singapur, Japan und Hongkong sind die Währungen frei konvertierbar.

„Die Regulierungen ändern sich oft und sehr schnell“, sagt Chen. In Indonesien wurden kürzlich etwa Domestic Non Deliverable Forwards (DNDF) eingeführt. „Sie ermöglichen eine Nettoverrechnung der indonesischen Rupiah auf dem Onshore-Markt“, so Chen. Zuvor waren NDFs nur auf Offshore-Märkten verfügbar, wo FX- und Zins-Hedges bei Fälligkeit in US-Dollar verrechnet wurden.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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