Bertold Fabricius/Berenberg

18.12.19
Risiko Management

Berenberg wildert bei Commerzbank und Co.

Weil die Margen im FX-Handel sinken, will Berenberg künftig mehr Geld mit der Beratung verdienen. Dafür hat die Investmentbank sieben neue Banker an Bord geholt.

Die Investmentbank Berenberg hat ihr Financial-Markets-Geschäft neu ausgerichtet und von einer Handels- in eine Beratungseinheit umgewandelt. „Unser Ziel ist es, Unternehmen als unabhängiger Partner bei der Entwicklung von Strategien im FX-Risikomanagement zu begleiten und mit unserem Beratungsansatz neue Kunden zu gewinnen“, erklärt Financial-Markets-Leiter Arne Rahner, der im Januar von der Unicredit zu Berenberg gekommen ist, gegenüber DerTreasurer.

Konkret bedeutet das: „Wir unterstützen Unternehmen bei der Ausrichtung ihrer Fremdwährungsabsicherung, unter anderem durch Modellierung von Cashflow-at-Risk-Analysen, bei der Erstellung einer Treasury Policy oder bei Korrelationsmatrizen.“

Berenberg holt FX-Spezialisten von verschiedenen Banken

Im Zuge dieser Neuausrichtung im Währungsmanagement hat Rahner in den vergangenen Monaten gleich sieben neue Banker an Bord geholt: Die FX-Spezialisten Alessandro Balderi und Mike Schmidt wechselten von der Commerzbank zu Berenberg, Christian Kwasnicki kam von der Unicredit und Dominic Dähmlow von der BayernLB. Für das Business Development holten die Hamburger Thiemo Hatton von der HSBC. 

FX-Beratung für Mittelständler im Visier

Mit diesem neuen Beratungsangebot zielen die Hamburger vor allem auf eigentümergeführte Mittelständler und kapitalmarktaffine Unternehmen, so Rahner: „Bei Sondertransaktionen gehören aber auch Großkonzerne mit eigenen Treasury-Abteilungen zu unseren Kunden.“ Hier könne die Bank mit „maßgeschneiderten Absicherungsideen“ oder als „Liquiditätsprovider“ punkten. Die Gebühren würden dabei individuell verhandelt, eine performanceortientierte Fee gibt es nicht.

In Zeiten schwindender Margen im FX-Handel ist Berenberg aber nicht das einzige Haus, das versucht, sich als Berater zu etablieren. Auch Großbanken verfolgen diese Strategie – sie haben zudem den Vorteil, dass Unternehmen aufgrund der Beteiligung am Konsortialkredit eher geneigt sind, ihnen lukratives Zusatzgeschäft zuzuteilen. Berenberg dagegen ist keine klassische Kreditbank. Rahner glaubt dennoch, dass sich sein Haus in der Nische positionieren kann. Gegenüber klassischen Beratern habe man den Vorteil, dass man das Pricing am Markt besser verstehe, behauptet er.

Backhaus[at]derTreasurer.de