Die Coronakrise hat auch Folgen für die Arbeit von Treasurern.

ffikretow/iStock/Getty Images; Montage: DerTreasurer

11.08.20
Risiko Management

Coronakrise – Der Ticker

Der Factoring-Markt wächst trotz Coronakrise und Europäische Banken müssen wohl Kredite in dreistelliger Milliardenhöhe abschreiben. Diese und weitere News lesen Sie in unserem Corona-Ticker.

Update 11.08.2020: Factoring-Markt wächst trotz Coronakrise

Der Factoringmarkt im Mittelstand trotzt bislang der Coronakrise: Nach Zahlen des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM) stieg das Volumen der Forderungen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent. Schon im Gesamtjahr 2019 wuchs das Factoring-Volumen im Mittelstand um 8,7 Prozent.

Grund dafür sei gewesen, dass das „Geschäftsmodell der bankenunabhängigen Finanzierung und schnellen Bereitstellung von Liquidität dem Mittelstand einen Nutzen bietet, der gerade auch in Zeiten des wirtschaftlichen Neustarts gefragt ist“, so der Verband.

Allerdings bleibt offen, ob sich der Markt auch im zweiten Halbjahr so gut weiterentwickelt. Denn hier könnten die gelockerten Insolvenzregeln, die bis jetzt im September auslaufen sollen, zum Problem werden. So geht der Branchenverband davon aus, dass dies eine Welle von Insolvenzen auslösen würde, in deren Folge die Factoring-Gesellschaften aus Risikogründen viele Forderungen ablehnen würden. „Wir gehen davon aus, dass sich im erfahrungsgemäß starken zweiten Halbjahr das Vorjahresniveau nicht erreichen lässt“, lässt sich der Verband zitieren. 

Update: 10.08.2020: Europäische Banken müssen Kredite in Milliardenhöhe abschreiben

Europäische Banken rechnen damit, in diesem Jahr bis zu 415 Milliarden Euro für die Deckung pandemiebedingter Kreditverluste aufbringen zu müssen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Accenture. 2019 stellten europäische Banken 80 Milliarden Euro für mögliche Kreditausfälle zurück. Nach Einschätzung von Accenture benötigen die Finanzinstitute in diesem Jahr aufgrund der Coronakrise zusätzlich 265 Milliarden bis 335 Milliarden Euro, um drohende Abschreibungen decken zu können.

In den USA und in China zeigt sich ein ähnliches Bild: Banken in den USA könnten in diesem Jahr bis zu 320 Milliarden US-Dollar abschreiben. Das entspricht laut Accenture einem Anstieg von 265 Milliarden US-Dollar ab 2019. Chinesische Banken könnten im gleichen Zeitraum Abschreibungen in Höhe von bis zu 360 Milliarden US-Dollar vornehmen, was einem Anstieg von 190 Milliarden US-Dollar ab dem vergangenen Jahr entspräche.

Weltweit werden die Finanzinstitute laut der Studie bis zu 2,4 Prozent ihrer bestehenden Kredite zur Deckung von Verlusten aus unbezahlten Krediten zurücklegen. Das sei fast doppelt so viel, wie die Institute während der globalen Finanzkrise 2008 abschreiben mussten, teilte Accenture mit.

Update 30.07.2020: Nachfrage nach Finanzfachkräften durch Corona gesunken

Im zweiten Quartal dieses Jahres sank die Nachfrage nach Finanzfachkräften. Das fand der Hays-Fachkräfteindex heraus, der die Anzahl von ausgeschriebenen Stellen auswertet. So zeigt der Index, dass die Nachfrage um 46 auf 82 Indexpunkte gesunken ist. Im Vergleichsquartal im vergangenen Jahr lag der Wert des Index noch bei 166 Punkten. Besonders betroffen sind Buchhalter, Compliance- und Tax-Manager. Warum es gerade diese Finanzexperten getroffen hat, lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation Finance.

Update 23.07.2020: Biontech zapft Kapitalmarkt für Corona-Impfstoff an

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat mit einer Kapitalerhöhung 512 Millionen US-Dollar eingesammelt. Mit dem Geld will die im Nasdaq notierte Firma die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus sowie weitere Impfstoffprojekte im Bereich Krebs finanzieren. Begleitet wurde die Transaktion von JP Morgan, Bank of Amerika und der Berenberg Bank, die beim Geschäft als Lead Joint Bookrunner fungierten. Weitere Details zur Kapitalerhöhung lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 21.07.2020: Deutsche Unternehmen bewältigen Coronakrise im globalen Vergleich gut

Deutsche Unternehmen kommen dank der Maßnahmen der Bundesregierung vergleichsweise gut durch die Coronakrise. Das schließt die HSBC aus einer Umfrage unter 2.600 Unternehmen mit mindestens 5 Millionen US-Dollar in 14 Ländern. Demnach ist der Anteil der Unternehmen, die durch die Pandemie stark beeinträchtig sind in Deutschland mit 53 Prozent am geringsten. Weltweit gaben 72 Prozent der Teilnehmer an, die Auswirkungen der Krise stark zu spüren. „Dank der schnellen und umfangreichen Reaktion der staatlichen Institutionen ist die initiale Bewältigung der COVID19-Krise in Deutschland bisher gut gelungen“, sagt Nicolo Salsano, Firmenkundenchef bei HSBC Deutschland.

Zugleich wird die Pandemie die Art des Arbeitens verändern, wie die Umfrage zeigt: So erwarten die befragten Firmen, dass die Krise das mobile Arbeiten fördern wird. Zugleich setzen sie künftig verstärkt auf virtuelle Treffen. 39 Prozent der Befragten wollen Flugreisen zu Meetingzwecken reduzieren. Etwas mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer rechnet sogar damit, dass flexible Arbeitsformen bei ihnen zum Standard werden.

Update 09.07.2020: Corona macht Banken laut KfW und Ifo Institut vorsichtiger

Die Coronakrise führt zu deutlichen Umsatzrückgängen bei den mittelständischen Unternehmen in Deutschland und belastet ihre Liquidität. Der daraus erwachsende Finanzierungsbedarf spiegelt sich in einer steigenden Nachfrage nach Bankkrediten wider. Allerdings ist für einen wachsenden Anteil der Unternehmen der Kreditzugang schwieriger geworden, weil sich die Banken bei Kreditverhandlungen restriktiver verhalten. Dies zeigt die KfW-ifo-Kredithürde für das 2. Quartal 2020.

Demnach sei der Anteil der befragten mittelständischen Unternehmen, die Kreditverhandlungen mit Banken geführt haben, deutlich von 25 Prozent auf 31,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig berichtete mit 20,4 Prozent gut ein Fünftel der Mittelständler von einem restriktiven Verhalten der Banken in den Kreditgesprächen. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die KfW-ifo- Kredithürde um 3,1 Prozentpunkte erhöht und damit den höchsten Stand seit der Einführung der neuen Befragungsmethodik im Jahr 2017 erreicht.

Update 08.07.2020: Corona sorgt für Einbrüche am Schuldscheinmarkt

Die Coronakrise hat den Schuldscheinmarkt in die Knie gezwungen. Bis Ende März wies der Markt noch eine relativ stabile Lage auf, danach sank das Emissionsvolumen allerdings deutlich. Laut dem Datendienstleister Refinitiv sank das Emissionsvolumen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent auf 9,45 Milliarden Euro. Dass der Einbruch nicht noch stärker ausfiel, hat der Markt dem 2-Milliarden-Schuldschein von Bosch zu verdanken.

So sicherte sich auch die LBBW – die Bosch bei der Transaktion begleitete – den höchsten Marktanteil der Banken im Schuldscheingeschäft. Sie hält 28 Prozent. Welche Banken auf den Plätzen zwei und drei liegen und wie sich die durchschnittlichen Ratings der Emittenten verändern, lesen Sie in dem Schuldscheinupdate unserer Schwesterpublikation FINANCE.

 

 

 

Update 02.07.2020: KfW erschließt neue Refinanzierungsquelle

Die KfW spielt für die deutsche Wirtschaft bei der Bewältigung der Coronakrise eine zentrale Rolle. Um sich dafür eine „komfortable Liquiditätssituation“ zu schaffen, hat die staatliche Förderbank ihre Refinanzierungsquellen diversifiziert. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat die Bank bereits rund 36 Milliarden Euro an den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen. Ende Juni hat sich die Förderbank zudem erstmals an der Refinanzierung des Eurosystems über den TLTRO III in Höhe von 13,4 Milliarden Euro beteiligt.

Darüber hinaus steht der KfW mit dem neuen Wirtschaftsstabilisierungsfonds eine weitere Refinanzierungsquelle zur Verfügung. Der Fonds übernimmt die Refinanzierung des KfW-Sonderprogramms 2020 bis zu einer Höhe von 100 Milliarden Euro. Die erste Refinanzierung über den Fonds in Höhe von 30 Milliarden Euro soll im dritten Quartal erfolgen.

Durch diese neuen Möglichkeiten muss die KfW den Kapitalmarkt im weiteren Jahresverlauf weniger stark anzapfen als ursprünglich geplant. Sie senkt die Mittelaufnahme darüber deshalb in diesem Jahr von 75 Milliarden Euro auf 65 Milliarden Euro.

Update 01.07.2020: Structured FINANCE findet 2020 vollständig digital statt

In der Coronakrise ist der Bedarf, sich zu informieren und in der Corporate-Finance-Community auszutauschen, sehr groß. Deshalb wird die Structured FINANCE in diesem Jahr als vollständig digitales Event stattfinden. Zugleich wird die Leitveranstaltung für CFOs und Treasurer von bislang zwei auf nunmehr vier Tage ausgeweitet: Vom 23. bis zum 26. November 2020 findet die „Structured FINANCE Digital Week“ unter dem Motto „Wege aus der Krise“ statt.

Update: 01.07.2020: Bellin verlängert Angebot zur kostenlosen Nutzung von tm5

Der TMS-Anbieter Bellin, der seit Mitte Juni zum US-amerikanische Softwareunternehmen Coupa gehört, verlängert aufgrund der anhaltenden Coronakrise sein im März gestartetes Krisenangebot. Das teilte der TMS-Anbieter am heutigen Mittwoch mit.

Demnach erhalten Neukunden drei Monate lang die drei Module Cash Management, Liquiditätsplanung/Forecasting und Finanzinstrumente – die drei Kern-Module des Treasury Management Systems (TMS) tm5 von Bellin – kostenlos, wenn sie sich zwischen dem 1. Juli und dem 30. September 2020 an der Aktion beteiligen. Die Implementierung ist Unternehmensangaben zufolge innerhalb von 72 Stunden möglich. Ende März hatte der TMS-Anbieter verkündet, sein Treasury-System tm5 nur bis Ende Juni kostenfrei anbieten zu wollen.

Schon jetzt besitzt Bellin die TMS-Marktführerschaft in Deutschland. Denn jeder vierte TMS-Nutzer hat das Treasury-System von Bellin im Einsatz, wie eine aktuelle Umfrage von DerTreasurer und HSBC unter 223 Treasurern ergeben hat. Die Mehrheit dieser Unternehmen hat einen Umsatz von bis zu 5 Milliarden Euro - damit ist Bellin klarer Marktführer im Midmarket.

Update 01.07.2020: 100 Tage KfW-Corona-Hilfen in Zahlen

Seit dem Start des KfW-Sonderprogramms am 23. März dieses Jahres haben zehntausende Unternehmen die KfW-Hilfskredite beantragt. Bis Ende Juni sind fast 70.000 Kreditanträge in einem Gesamtvolumen von knapp 50 Milliarden Euro bei der staatlichen Förderbank eingegangen. 327 Unternehmen haben dabei einen KfW-Hilfskredit mit einem Volumen zwischen 10 Millionen Euro und 100 Millionen Euro beantragt. Das Kreditantragsvolumen in dieser Gruppe beläuft sich auf insgesamt knapp 9,5 Milliarden Euro. 27 Unternehmen haben sogar einen Kredit mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen beantragt, insgesamt mehr als 16,5 Milliarden Euro.

Die stärkste Nachfrage mit mehr als 30.000 Anträgen verzeichnete die KfW eigenen Angaben zufolge bisher zwischen Ende April und Mitte Mai. In der Spitze hat die Förderbank über 2.000 Anträge pro Arbeitstag entgegengenommen und zum überwiegenden Teil auch sofort zugesagt. Anfang Juni hatte die KfW gegenüber DerTreasurer erklärt, täglich neue Anträge über rund 1 Milliarde Euro zu erhalten. Und das würde auch erst einmal so bleiben, glaubten die von DerTreasurer befragten Banken damals.

Update 25.06.2020: Atradius befürchtet infolge des Exporteinbruchs Zunahme von Insolvenzen

Infolge der Coronakrise könnte das globale BIP in diesem Jahr um bis zu 4,8 Prozent einbrechen, glaubt Atradius. Der Kreditversicherer geht davon aus, dass dieser Rückgang auch an Deutschlands Exportmärkten nicht spurlos vorübergehen dürfte. Demnach seien vom Einbruch der Exportmärkte fast alle Branchen betroffen. Die dadurch entstehenden Liquiditätsengpässe könnten in der zweiten Jahreshälfte eine erhebliche Zunahme der Unternehmensinsolvenzen bewirken, glaubt der Kreditversicherer.

Update 24.06.2020: cep sieht Änderungen der Eigenkapitalverordnung der Banken kritisch

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat passen die Eigenkapitalverordnung der Banken an, so dass diese während der Coronakrise leichter Kredite vergeben können. Das Centrum für Europäische Politik (cep) steht diesem Schritt allerdings skeptisch gegenüber.  Die Kreditvergabe an die Realwirtschaft könne dadurch zwar während der Pandemie gestützt werden. Aber die Änderungen würden jedoch die Gefahr bergen, dass die gegenseitige Abhängigkeit von Banken und Staaten weiter steige, so das cep. Diese Abhängigkeit abzubauen wäre bereits eine wichtige Lehre aus der Finanzkrise gewesen. Auch weitere geplante Maßnahmen, wie die Vorzugsbehandlung von Krediten der Banken an KMU und von Infrastrukturkrediten, sieht das cep kritisch und glaubt, dass es zu einem verzerrten Wettbewerb führen könnte. 

Update 18.06.2020: Unternehmen beantragten schon im ersten Quartal mehr Kredite

Obwohl das Coronavirus erst im März in Deutschland richtig ankam, beeinflusste die damit verursachte Coronakrise die deutsche Kreditdynamik im ersten Quartal erheblich. Das zeigt der Kreditmarktausblick der KfW. So beantragten im Vergleich zum Vorjahr 7,3 Prozent mehr Unternehmen einen Kredit. Durch den pandemiebedingten erhöhten Liquiditätsbedarf seien vor allem Kredite mit kurzen Laufzeiten sehr gefragt gewesen. Für das zweite Quartal rechnet KfW-Research sogar mit einem Neukredit-Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum.

Update 15.06.2020: Deutsche Bundesregierung steigt bei Curevac ein

Der Bund sichert sich 23 Prozent an dem hoffnungsvollen Corona-Impfstoffhersteller Curevac, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Curevac-Eigner Dietmar Hopp mitteilten. Für 300 Millionen wird die Bundesregierung, die ihre Anteile über die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erwirbt, zum zweitgrößten Anteilseigner bei Curevac. Mehr Informationen zur Transaktion lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 15.06.2020: Coronakrise und Fachkräftemangel bremsen Wachstum bis 2040

Die Coronakrise und der Fachkräftemangel erschweren das Wachstum deutscher Unternehmen, wie eine Studie der KfW zeigt. Obwohl das Coronavirus zeitweise die Herausforderungen der deutschen Volkswirtschaft – Fachkräftemangel und schwaches Produktivitätswachstum – in den Hintergrund gerückt hat, werden nun diese Probleme „in vielen Berufen wieder stärker spürbar“, heißt es in der Studie von KfW Research, in der die aktuellen Fachkräfteengpässe und die mögliche Entwicklung bis 2040 analysiert wird. Verglichen mit dem Fachkräfteangebot von vor zehn Jahren könnten demnach heute zwei Drittel der Berufe als Mangelberufe eingestuft werden. Besonders betroffen seien die Baubranche und Berufe im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Zudem sei ein Fünftel der offenen Stellen der Mangelberufe länger als 160 Tage unbesetzt.

Laut dem Research der Förderbank könne die Wirtschaft ohne ausreichende Gegensteuerungsmaßnahmen bis 2040 aufhören zu wachsen. „Die deutsche Wirtschaft kann dem Fachkräftemangel und der Produktivitätsschwäche vor allem mit mehr Investitionen, Innovationen und Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen entgegenwirken“, sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. „Diese Zutaten benötigt unsere Wirtschaft auch, um die Coronakrise und ihre Folgen möglichst schnell zu überwinden.“

Update 09.06.2020: ifo Institut: Ein knappes Viertel der Firmen braucht Liquiditätshilfen

Dem ifo Institut zufolge haben im April und im Mai dieses Jahres jeweils 24 Prozent der Unternehmen in Deutschland infolge der Coronakrise Liquiditätshilfen gebraucht. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfragen, die die Forschungseinrichtung durchgeführt hat.

Allerdings sind die Branchen unterschiedlich hart betroffen. So waren im Mai mit jeweils 30 Prozent besonders viele Unternehmen aus dem Handel und bei den Dienstleistern betroffen, in der Industrie waren es nur 17 Prozent, auf dem Bau sogar nur 5 Prozent. 

Update 09.06.2020: Deutsche Exporte brachen im April drastisch ein

Die deutschen Exporte sind wegen der Coronakrise bei vielen wichtigen Handelspartnern so stark eingebrochen wie noch nie. Im April sank der Wert der Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Dies war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950.

Update 09.06.2020: Tom Tailor erhält von drei Seiten Hilfe

Die Modekette Tom Tailor erhält in der Coronakrise Staatshilfe. Wie das Hamburger Unternehmen mitteilt, haben die Bundesregierung und die Länder Hamburg und Nordrhein-Westfalen der Modekette eine Bürgschaft für einen Betriebsmittelkredit in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt. Die bürgschaftsbesicherte Finanzierung läuft bis Ende September 2024.

Auch die Konsortialbanken und der Mehrheitsaktionär Fosun halten zu Tom Tailor. So hätten sich die Banken „grundsätzlich“ bereit erklärt, auch alle bisherigen Kreditlinien in einem angepassten Volumen von 355 Millionen Euro zu weitgehend unveränderten Konditionen ebenfalls bis Ende September 2024 zu verlängern, heißt es in der Mitteilung weiter. Mehrheitseigner Fosun will die Laufzeit des der Modekette gewährten Darlehens in Höhe von 28,5 Millionen Euro sogar bis zum Jahresende 2024 verlängern. Die Unterzeichnung des Term Sheets steht Unternehmensangaben zufolge nur noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung einzelner Banken und soll noch heute erfolgen.

Für die Tochter Bonita hat Tom Tailor allerdings keine Bürgschaftszusage erhalten, da die Bürgschaftsgeber für sie „keine ausreichende Finanzierungs- und Bürgschaftsfähigkeit“ gesehen hätten. Die Folge: Bonita muss nun ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragen.

Bereits Ende März hatte sich gezeigt, dass die Tom-Tailor-Gruppe massiv unter den Folgen der Coronakrise leidet und Staatshilfe beantragen will.

Update 08.06.2020: Coface stuft 71 Länder herab

Coface hat in einem „bisher noch nie erlebten Umfang Länder-und Branchenrisiken aktualisiert“. Das teilte der Kreditversicherer am heutigen Montag mit. 71 von 162 Volkswirtschaften hat Coface demnach herabgestuft. Auch Deutschland gehört zu den betroffenen Ländern und wird nun nur noch mit A3 bewertet.

„Es gibt praktisch kaum eine Volkswirtschaft der Erde, die nicht in irgendeiner Form von Covid-19 negativ beeinflusst ist“, sagt Coface-Volkswirtin Christiane von Berg. „Vielleicht beherrscht der Virus selbst nicht das Land, aber im Regelfall hat mindestens ein großer Handelspartner mit den wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen.“ So sei es nicht verwunderlich, dass von Mittel- und Osteuropa über Asien-Pazifik bis hin zu Afrika, dem Nahen- und Mittleren Osten sowie Lateinamerika in jeder Region Länder mit Herabstufungen zu finden seien.

Aber für die Herabstufungen sieht die Coface-Volkswirtin nicht allein die Coronakrise verantwortlich. „Natürlich ist Covid-19 ein beherrschender Faktor. Seit diesem Sommer haben wir aber auch den Faktor Umweltrisiken und damit auch den Klimawandel in unsere Risikomodelle aufgenommen“, sagt von Berg. Dies habe die Risikobewertung in vielen europäischen und afrikanischen Staaten ebenfalls gedrückt.“

Zusammen mit den Länderanpassungen hat Coface auch die Bewertungen vieler Branchen korrigiert. Über 28 Länder addiert gab es insgesamt 134 Branchenherabstufungen. Das sei „ebenfalls ein Negativrekord in der Geschichte der Coface-Bewertungen“, heißt es weiter.

Update 08.06.2020: Covestro platziert Anleihe über 1 Milliarde Euro

Der Werkstoffhersteller Covestro sammelt in der Coronakrise frisches Geld am Kapitalmarkt ein. Die Leverkusener haben eine neue Anleihe im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro platziert. Der neue Bond gliedert sich in zwei Tranchen: Die fünfjährige Tranche wird mit 0,875 Prozent per annum verzinst, die zehnjährige mit 1,375  Prozent. „Die hohe Nachfrage der Investoren führte zu einer mehr als zehnfachen Überzeichnung des Platzierungsvolumens“, teilte Covestro mit.

Mit der Transaktion kann der Werkstoffhersteller die durchschnittliche Laufzeit seines Anleihenportfolios eigenen Angaben zufolge „deutlich verlängern“. Zudem will das Unternehmen mit dem Emissionserlös schon für die Rückzahlung der bestehenden Anleihe mit Laufzeit bis 2021 vorsorgen und seinen Liquiditätspuffer „angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie“ weiter ausbauen, heißt es in der Mitteilung weiter.

„Die Platzierung der langfristig laufenden Anleihe über 1 Milliarde Euro dient dem Aufbau erheblicher Liquiditätsreserven bei gleichzeitig attraktiven Konditionen“ sagte Finanzvorstand Thomas Toepfer. BNP Paribas, Bank of America, Commerzbank und Unicredit waren als Bookrunner in die Transaktion involviert.

Bereits Mitte März hatte Covestro zwei neue Finanzierungen abschließen können: Zum einen hatten die Leverkusener erstmals eine syndizierte revolvierende Kreditfazilität mit einem ESG-Element abgeschlossen und zum anderen einen EIB-Kredit für Forschung und Entwicklung erhalten.

Update 04.06.2020: Grammer bemüht sich um KfW-Kredit

Mit dem Autozulieferer Grammer bemüht sich ein weiteres Unternehmen in der Coronakrise um Staatshilfe. Der Sitzhersteller aus Amberg bei Regensburg „befindet sich derzeit in fortgeschrittenen Gesprächen“ mit der KfW und den Hausbanken „über eine dritte Tranche des bestehenden syndizierten Kredits“, teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag mit. Die zusätzliche Kreditlinie werde den bestehenden Kreditrahmen um „voraussichtlich 235 Millionen Euro erhöhen“ und drei Jahre laufen.

Neben der Erhöhung des bestehenden Konsortialkredits will Grammer auch seine Aktiomäre in die Pflicht nehmen. Zum einen setzt das Unternehmen die Dividende aus, zum anderen plant Grammer auch eine Kapitalerhöhung im zweiten Halbjahr dieses Jahres. „Um mindestens 40 Millionen Euro“ will der Autozulieferer damit sein Eigenkapital stärken.

Update 04.06.2020: EZB stockt Anleihekaufprogramm auf

Die Europäische Zentralbank legt bei ihren Bondkäufen noch einmal nach. Sie stockt das Volumen der Anleihekäufe noch einmal massiv auf, die sie im März zur Abfederung der Coronakrise ausgerufen hatte. Zu den bisherigen 750 Milliarden Euro kommen noch einmal 600 Milliarden Euro dazu. Zusätzlich weitere die Zentralbank auch die Dauer des Programms aus und verlängert es um ein halbes Jahr bis Ende Juni 2021.

Die Zinsen lässt die Zentralbank dagegen unangetastet: Der Leitzins bleibt bei 0 Prozent, der Einlagensatz für Banken liegt weiterhin bei minus 0,5 Prozent.

Update 04.06.2020: Ifo Institut begrüßt Konjunkturpaket

Die Große Koalition hat am gestrigen Abend ein umfassendes Konjunkturpaket beschlossen. Es umfasst verschiedene Maßnahmen wie Hilfen für Familien, Entlastung bei den Stromkosten, die Stärkung von Städten und Gemeinden sowie die Investitionen in Klimaschutz und Zukunftstechnologien. Der überraschendste Aspekt ist wohl die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer bis Ende 2020. Sie soll vor allem den privaten Konsum anregen, was auf positive Erfahrungen mit der Maßnahme in Großbritannien zurückgeht.

Ifo-Präsident Clemens Fuest äußerte sich heute lobend dazu: „Das Konjunkturpaket ist breit angelegt und größtenteils gut durchdacht." Es kombiniere „Anreize zur kurzfristigen Belebung des Konsums mit Impulsen für öffentliche und private Investitionen sowie Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen". Die Ifo-Klima-Expertin Karen Pittel sagte: „Es ist begrüßenswert, dass klimafreundliche Zukunftstechniken und Infrastrukturen ausdrücklich berücksichtigt werden.“ Die vieldiskutierte Abwrackprämie kommt nicht zum Zug, dafür sollte sich die Mehrwertsteuersenkung auch positiv für Autokäufe auswirken.
 

Update 02.06.2020: Corona setzt Ratings unter Druck

Die Coronakrise hat Folgen für die externen Ratings vieler Unternehmen. Eine erste Welle an Downgrades hat es schon gegeben. S&P hat bereits bei 14 Unternehmen in Deutschland das Rating verschlechtert, bei vielen weiteren wurde der Ausblick auf negativ gesetzt. Eine Welle dieser Art hat es in so kurzer Zeit bislang noch nicht gegeben.

Doch nachdem bei vielen Unternehmen in den vergangenen Monaten vor allem die Liquiditätslage ein Knackpunkt war, könnte die Coronakrise langfristig noch deutlich heftigere Folgen haben. Viele Unternehmen haben sich in der Krise mit Liquidität vollgesogen. Doch können sie die erhöhte Verschuldung auch tragen, wenn die wirtschaftliche Erholung langsam vonstatten geht? Mehr über die Auswirkungen der Pandemie auf die Ratings deutscher Unternehmen lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 28.05.2020: So verändert die Corona-Pandemie die Leasingbilanzierung nach IFRS 16

Die Coronakrise macht die Bilanzierung nach dem neuen Leasingstandard IFRS 16, die seit dem Geschäftsjahr 2019 gilt, noch komplexer als sie eh schon ist. Denn IFRS 16 regelt die Rechnungslegung für Leasing- und Mietverträge und gerade diese sind stark von den Folgen der Pandemie betroffen: Da viele Unternehmen ihre Geschäfte schließen mussten, haben sie mit ihren Vermietern Mietstundungen ausgehandelt oder die Miete komplett ausgesetzt.

Das Problem dabei ist nun: „Laut IFRS 16 muss bei einer Modifikation des Leasingvertrags – und das ist bei Stundung oder Aussetzung der Miete der Fall – die Rechnungslegung angepasst werden“, erklärt Jörg Bösser, Leiter Assurance Solutions für die DACH-Region bei Ernst & Young gegenüber unserer Schwesterpublikation FINANCE. Was das konkret bedeutet und welche Folgen das für die Bilanzierung hat, erfahren Sie im vollständigen Artikel bei FINANCE.

Update 25.05.2020: Unternehmen zeigen laut ifo-Geschäftsklimaindex „Lebenszeichen“

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai von 74.2 auf 79.5 gestiegen. Die Lockerungsmassnahmen zeigen demnach ein positive Wirkung. Das Wiederanfahren der Wirtschaft sei für viele Unternehmen ein Silberstreif am Horizont, heißt es bei der VP Bank. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass die vom Ifo-Institut befragten Firmen ihre Geschäftsaussichten deutlich besser als im Vormonat bewerten. Die deutsche Wirtschaft dürfte derzeit die Talsohle durchlaufen. Aktuell bewerten die Unternehmen ihre Lage sogar noch düsterer als im April.
 
Die Unternehmen zeigen wieder Lebenszeichen, doch von Vitalität könne keine Rede sein, heißt es bei der VP Bank. Die deutsche Wirtschaft werden demnach nicht so schnell auf den Wachstumspfad einschwenken, auf dem sie sich in den vergangenen Jahren befand.

Update 25.05.2020: Kion sichert sich Kreditlinie über bis zu 1 Milliarde Euro

Der Gabelstaplerhersteller Kion hat sich in der Coronakrise eine neue syndizierte Kreditlinie gesichert. Eine Kernbankengruppe unter Führung von BNP Paribas, Commerzbank und Unicredit stellen dem Unternehmen gemeinsam mit der KfW einen Kreditrahmen in Höhe von bis zu 1 Milliarde Euro zur Verfügung, den Kion bei Bedarf ziehen kann. Das teilte das Unternehmen am heutigen Montag mit. Demnach entfallen 800 Millionen Euro der neuen Linie auf die staatliche Förderbank und 200 Millionen Euro auf die Kernbanken von Kion.

Mit diesem Schritt will sich das Unternehmen eigenen Angaben zufolge seine „Finanzkraft und Flexibilität auch in der Corona-Krise sichern“. „Eine pandemiebedingte, spürbare Investitionszurückhaltung bei Staplern sowie die derzeitigen Einschränkungen im Service- und im Projektgeschäft werden sich spürbar auf den Auftragseingang und den Umsatz auswirken, wodurch auch das EBIT bereinigt und der Free Cashflow belastet werden“, sagt CFO Anke Groth. Die zusätzliche kurzfristige Liquiditätslinie sei deshalb eine sowohl sehr frühzeitige als auch vorausschauende Vorsorgemaßnahme sowie eine für das Unternehmen zu marktüblichen Konditionen finanzierbare Absicherung.

Die Kreditvereinbarung hat Unternehmensangaben zufolge eine Laufzeit von 12 Monaten und kann zweimal um jeweils sechs Monate verlängert werden. Kion könne den Kredit „jederzeit vorzeitig kündigen“, betont der Gabelstaplerhersteller. Er werde alle gegebenenfalls in Anspruch genommenen Teile des Kredits, einschließlich Zinsen und Gebühren, „so schnell wie möglich zurückzahlen“. Insgesamt verfügt Kion nun über revolvierende Kreditlinien im Gesamtvolumen von 2,15 Milliarden Euro, wovon die bereits existierende Linie im Frühjahr 2023 ausläuft.

Update 22.05.2020: Lufthansa-Rettung auf der Zielgeraden

Die Lufthansa-Rettung steht laut übereinstimmenden Medienberichten kurz bevor: Demnach soll der Bund rund 20 Prozent an der angeschlagenen Airline übernehmen und hätte damit vorerst kein Sperrminorität. Dem Handelsblatt zufolge kommt eine Wandelanleihe im Wert von fünf Prozent plus einer Aktie hinzu. Außerdem soll ein Kredit der KfW das milliardenschwere Rettungspaket abrunden.

Lufthansa hatte wegen des enormen Cashburns schon länger als Kandidat für eine Rettungsfinanzierung gegolten. Zahlreiche andere Konzerne hatten zuletzt neue Mittel aufgenommen, zum Teil auch mit Hilfe der KfW.

Update 20.05.2020: Hella sichert sich zusätzliche Liquidität in der Coronakrise

Der Automobilzulieferer Hella hat eine neue syndizierte Kreditfazilität abgeschlossen. Der Kredit über 500 Millionen Euro läuft bis Juni 2022, kann aber noch einmal um ein Jahr verlängert werden. Insgesamt waren sieben Banken an der Transaktion beteiligt. Der Autozulieferer stärkt durch die Kreditlinie seine finanzielle Flexibilität und ist „mit einem Finanzpolster von nun rund zwei Milliarden Euro in Summe gut aufgestellt, um möglichen Marktherausforderungen infolge der COVID-19-Pandemie erfolgreich zu begegnen“, erklärt Hella-CFO  Bernard Schäferbarthold.
 
Vor Abschluss der neuen Vereinbarung verfügte Hella über Zahlungsmittel und –Äquivalente über rund 1 Milliarde Euro. Darüber hinaus hatte der Konzern Anfang April vorsorglich eine bestehende Kreditfazilität über 450 Millionen Euro gezogen.

Update 20.05.2020: ZF sichert sich zusätzliche Kreditlinie

Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen hat sich in der Coronakrise zusätzliche Liquidität gesichert. CFO Konstantin Sauer und Treasury-Chef Ulf Loleit haben eine neue syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,35 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese ergänze den bereits bestehenden revolvierenden Kredit über 3 Milliarden Euro, teilte der Stiftungskonzern am heutigen Mittwoch mit. Ihre Laufzeit beträgt zwölf Monate. ZF kann sie aber zweimal um jeweils sechs Monate verlängern.

Bereits Ende April haben laut Unternehmensangaben die drei Banken BNP Paribas, Deutsche Bank und J.P. Morgan die neue Kreditlinie in Höhe von einer Milliarde Euro zugesichert. „An einer anschließenden Syndizierung, die am 19. Mai erfolgreich abgeschlossen wurde, beteiligten sich weitere Hausbanken des Unternehmens“, teilte ZF nun mit. Aufgrund der „positiven Resonanz“ habe das Kreditvolumen ausgeweitet werden können.

Darüber hinaus haben die Friedrichshafener mit ihrem Bankenkonsortium noch vereinbart, die Financial Covenants anzupassen. Die vereinbarte Obergrenze für den Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/adjustierter EBITDA) wurde laut ZF für die nächsten zwölf Monate von 4,0x auf 5,5x angehoben. Mit diesem Schritt verschaffe sich der Konzern zusätzlichen Spielraum und Sicherheit zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie“, heißt es hierzu von ZF.

Update 20.05.2020: High-Yield-Markt hinkt trotz EZB-Programm noch hinterher

Ein aktueller S&P Report kommt zu dem Ergebnis, dass das PEPP-Programm der EZB sich positiv auf die Finanzsituation von Unternehmen auswirkt. Speziell bei Investmentgrade-Emittenten habe das Programm zu einer regelrechten Welle von Emissionen geführt. Das Volumen lag bis zum 30. April 2020 bei 128 Milliarden Euro, und damit über dem Wert des Vorjahres. Der Anleihemarkt hatte zwischenzeitlich unter der Coronakrise gelitten.

Schlechter sieht es für Emittenten ohne Investmentgrade-Rating aus. Der größte Teil des Emissionsvolumens von 21 Milliarden Euro bis Ende April sei noch vor dem Lockdown platziert worden, schreibt S&P. Unternehmen aus dem High-Yield-Bereich seien daher stark auf bestehende Kreditlinien, ihre Eigentümer und Hausbanken angewiesen. Die positive Nachricht ist, dass das Volumen der Bankkredite stark angestiegen ist auf 117 Milliarden Euro – mehr als in den ersten zehn Montane des Vorjahres. Dies hänge auch mit den nationalen Förderprogrammen, in Deutschland von der KfW, zusammen. Allerdings haben bereits hochverschuldete Unternehmen keinen besonders guten Zugang zu diesen Mitteln, beim Antrag kann einiges schiefgehen.

Update 15.05.2020: Bankenverband fürchtet, dass ein harter Brexit Corona-Folgen „unverantwortlich" verschärft

Eine weitere Verhandlungsrunde über die künftige Beziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ist ohne eine konkrete Perspektive beendet worden. Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, sagte dazu: „Auch diese Verhandlungsrunde verlief enttäuschend, uns läuft die Zeit davon. Die Belastungen durch Covid-19 dürfen keine Ausrede für fehlende Ambitionen auf der britischen Seite sein." Die Coronakrise verbunden mit den wirtschaftlichen Folgen eines harten Brexit wären „unverantwortlich für die Wirtschaft und die Bürger Europas“.

Die EU und Großbritannien verhandeln über Handels- und Partnerschaftsabkommen. Ende Januar 2020 hatte Großbritannien die EU verlassen, bis Ende 2020 gilt eine Übergangsfrist.

Update 14.05.2020: KfW Capital stellt Corona-Matching-Fazilität für VC-finanzierte Start-ups bereit

Seit dem heutigen Donnerstag bietet die KfW Capital die von der Bundesregierung beschlossene Corona-Matching-Fazilität an. Damit soll VC-fondsfinanzierten Start-ups und jungen Wachstumsunternehmen geholfen werden, die wegen der Coronakrise in finanzielle Nöte gekommen sind, vor Ende des vergangenen Jahres keine Schwierigkeiten hatten und Deutschlandbezug haben. Private VC-Fonds können die Corona Matching Fazilität beantragen. Notwendige Finanzierungsrunden ihrer Portfoliounternehmen werden dann durch öffentliche Gelder über KfW Capital gematcht.

Update 13.05.2020: Factoringbranche fürchtet schwieriges Jahr durch Corona

Der Deutsche Factoring-Verband (DFV) blickt positiv auf 2019 zurück: Das gesamte Jahr schloss mit einem Umsatzplus von 14 Prozent ab, der gesamte Factoringumsatz stieg auf 275,6 Milliarden Euro. Damit habe die Factoring-Quote, also die Relation von Factoringvolumen zu BIP, erstmals die Marke von 8 Prozent überschritten, erklärt DFV-Vorstandsmitglied Helmut Karrer in einer Mitteilung.

Deutlich düsterer ist der Blick auf das laufende Jahr 2020. Die Coronavirus-Pandemie werde „eine Zäsur darstellen“. 40 Prozent der DFV-Mitgliedsgesellschaften sehen eine nur „ausreichende“ Perspektive für 2020, knapp 13 Prozent sogar eine nur „mangelhafte“ oder gar „ungenügende“ Aussicht. Nur 20 Prozent sehen „befriedigende“ Aussichten und rund 27 Prozent „gute“ oder bessere Aussichten für Factoring im laufenden Jahr. Hauptproblem für die Branche sind rückläufige Umsätze in wichtigen Kundensegmenten wie Handel, Metallerzeugung und Fahrzeugbau. Damit können auch weniger Forderungen finanziert werden. Zudem steigen die Debitorenrisiken deutlich an. 

Mittelfristig, wenn die Corona-Delle überstanden ist, hofft die Branche auf einen Schub. Das sei auch nach der Finanzkrise 2008/09 der Fall gewesen, als sich zahlreiche Unternehmen für Factoring als Alternative Finanzierung zum Bankkredit entschieden haben. Eine ausführliche Analyse finden Sie bei unseren Schwesterpublikation FINANCE.

Update 13.05.2020: Bafin: Banken sind krisenfest, bekommen aber Blessuren

Die deutschen Banken sind nach Ansicht der Bafin derzeit durch die Coronakrise nicht gefährdet. „Der Bankensektor hat das Zeug, die Krise zu überstehen – wenn auch mit einigen Blessuren“, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, bei der telefonischen Jahrespressekonferenz der Behörde. Anzeichen für eine neue Finanzkrise sieht die Bafin aktuell nicht – trotz der massiven wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie. „Wir haben mehr Stabilität im Bankensystem, denn wir haben mehr und besseres Kapital“, bekräftigte Hufeld.

Ihm zufolge ist allerdings bei der Vorsorge für mögliche Kreditausfälle „das Ende der Fahnenstange“ noch nicht erreicht. „Auch die milliardenschweren Hilfspakete für die Realwirtschaft werden nicht vollständig verhindern können, dass in den kommenden Wochen, Monaten und vielleicht Jahren Kreditnehmer ausfallen.“

Raimund Röseler, oberster Bankenaufseher der Bafin, erklärte die Krisenfestigkeit der Banken weiter: „Noch ist Corona nicht so richtig schlagend geworden in den Bilanzen der Banken. Deswegen haben wir auch nur sehr wenige Institute, die coronabedingt existenzielle Probleme haben.“ Auch er rechnet mit einer steigenden Risikovorsorge. „Grosso modo werden wir im nächsten Quartal deutlich steigenden Wertberichtigungsbedarf sehen“, so Röseler.

Hinzukommt, dass sich nach Einschätzung der Bafin die aufgeschobenen Probleme einiger Bankhäuser wegen der Coronakrise noch verschärfen dürften. Am stärksten dürften davon demnach Banken betroffen sein, die ohnehin schon mit Ertragsschwäche, Niedrigzinsen und digitaler Konkurrenz zu kämpfen hätten. „Die erforderliche Überprüfung von Geschäftsmodellen geht nicht weg durch Corona“, sagte Hufeld weiter. Dagegen profitiere die Kreditwirtschaft davon, dass Aufseher auf nationaler und europäischer Ebene bestimmte Vorgaben gelockert haben.

Update 11.05.2020: DZ-Bank-Umfrage: Die Lage im Mittelstand

Über ein Fünftel der deutschen mittelständischen Unternehmen hat wegen der Coronakrise Staatshilfe beantragt. Das gelte für Unternehmen aus allen Branchen, außer der Agrarbranche, der Elektroindustrie und dem Baugewerbe, wie eine Corona-Sonderumfrage der DZ Bank zeigt, die im April durchgeführt wurde.

Insgesamt schauen die Mittelständler sorgenvoller in die Zukunft. Inzwischen bewerten nur noch die Hälfte der Unternehmen ihre Geschäftslage mit „gut“. Vor dem Shutdown Mitte März waren es noch über drei Viertel, die die Lage mit „gut“ oder „sehr gut“ einschätzen. Vor allem Unternehmen aus dem Metall-, Maschinenbau- und der Automobilindustrie sowie aus dem Dienstleistungsgewerbe sind weniger zuversichtlich.

Zum Zeitpunkt der Befragung haben mehr als die Hälfte der 1.043 teilnehmenden Unternehmen Kurzarbeit eingeführt. „Das Instrument, das sich bei zahlreichen Unternehmen schon in der Finanzkrise 2008/09 bewährt hat, um wertvolle Fachkräfte nicht zu verlieren, wenden vor allem die ohnehin stark gebeutelten Maschinen- und Fahrzeugbauer an“, sagt DZ-Bank-Volkswirt Claus Niegsch. Mehr als 8 Prozent würden sich sogar gezwungen sehen, ihren Personalbestand zu reduzieren.

Update 07.05.2020: Sixt und Puma binden KfW in Konsortialkredit ein

Wegen der Coronakrise sichert sich der Autovermieter Sixt einen Konsortialkredit mit einem Bankenkonsortium bestehend aus BayernLB, Commerzbank, DZ Bank und Unicredit Bank sowie der KfW. Die revolvierende Kreditlinie von 1,5 Milliarden Euro sei zu marktüblichen Konditionen und mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren abgeschlossen wurden, teilte Sixt am Mittwoch mit. Zu den Bedingungen gehört, dass während der Kreditlaufzeit nur die jährliche Mindestdividende von 0,05 Euro je Vorzugaktie ausgezahlt werden darf.

Aufgrund der Corona-Pandemie sei der Kapitalmarkt für Sixt derzeit „nicht zugänglich“. Mit dem frischen Geld will sich der Konzern „finanzielle Flexibilität“ sichern.

Auch Puma braucht finanzielle Unterstützung in der Coronakrise. Der Sportartikelhersteller sichert sich einen Kredit über 900 Millionen Euro, wovon 625 Millionen Euro von der KfW kommen. Den Rest stellt ein Konsortium aus elf Banken zur Verfügung. Der fränkische Konzern braucht die Liquiditätsspritze, um die Zeit mit niedrigeren Umsätzen und Erlösen zu überbrücken, wie Puma am Donnerstag mitteilte. Derzeit erzielt der Konzern eigenen Angaben zufolge nur etwa 50 Prozent seiner normalen Einnahmen.

Update 06.05.2020: Finanzierende Banken trifft Corona-Pandemie bei Thyssen-Elevator-Deal

Während die Käufer der Aufzugsparte von ThyssenKrupp, die Finanzinvestoren Advent und Cinven, ihr Exposure bei der Transaktion reduzieren wollen und weitere Großanleger suchen, ist das Exposure seit dem Signing bei den finanzierenden Banken gestiegen. Laut Finanzkreisen handelt es sich dabei um Barclays, Credit Suisse, die Deutsche Bank, Goldman Sachs, die Royal Bank of Scotland und die UBS. Grund dafür sind die Marktverwerfungen durch die Coronakrise, so dass sich die Kredite nicht mehr zu den Konditionen, die das Bankenkonsortium den Käufern zugestanden hat, am Markt aussyndizieren lassen.

Wie hoch die Abschläge sind und mehr zu den Plänen der Finanzinvestoren lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 05.05.2020: Bundesverfassungsgericht kritisiert EZB-Vorgehen beim Anleihekaufprogramm

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sieht das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank aus dem Jahr 2015 teilweise als verfassungswidrig an. Grund dafür sei die fehlende Darlegung der Verhältnismäßigkeit des Programms. Der Bundesbank ist es nach einer Übergangsfrist untersagt, an dem Kaufprogramm teilzunehmen. Mit der Entscheidung stellt sich das Bundesverfassungsgericht gegen den EuGH, der das Kaufprogramm gebilligt hat. Allerdings hat es das Programm nicht als unzulässige Staatsfinanzierung gewertet.

Die Zentralbank dürfte nun daran arbeiten, die Verhältnismäßigkeit des Programms prüfen zu lassen. Die aktuellen Kaufprogramme in der Corona-Pandemie waren nicht Gegenstand des Verfahrens. Bei der Frage ob es dennoch Auswirkungen durch das Urteil geben könnte, gehen die Expertenmeinung auseinander. Dass das Bundesverfassungsgericht die Ankaufsobergrenze von Staatsanleihen und die Verteilung nach dem Kapitalschlüssel hervorhebe – zwei Kriterien, die im neuen PEPP-Programm zur Disposition stehen –, werten etwa die Experten des Centrums für Europäische Politik (CEP) als ernsthafte Zweifel des Gerichts daran, ob das Pandemie-Kaufprogramm PEPP mit dem Bail-out-Verbot vereinbar ist.

Update 30.04.2020: KfW beteiligt sich an Konsortialkredit für Ceconomy

Der Elektronikeinzelhändler Ceconomy bekommt in der Coronakrise Staatshilfe. Die KfW wird sich Unternehmensangaben zufolge an einem revolvierenden Konsortialkredit mit einem Volumen von 1,7 Milliarden Euro beteiligen. Der Konsortialkreditvertrag ist aber noch nicht abgeschlossen. Ein Konsortium von Hausbanken des Elektronikhandelskonzerns müssen noch zustimmen. Mit ihnen seien aber „positive Gespräche in einem weit fortgeschrittenen Stadium“, teilte Ceconomy weiter mit.

Zu den Bedingungen des Konsortialkredits gehört nach Unternehmensangaben die Aussetzung von Dividendenzahlungen über die gesamte Laufzeit der Kreditlinie. Der revolvierende Konsortialkredit läuft bis Dezember 2021 und kann mit Zustimmung der KfW noch einmal um ein Jahr verlängert werden. Der neue Kredit ist Teil von „umfangreiche Liquiditätsmaßnahmen“, die Ceconomy „in die Wege geleitet“ hat. Damit will das Unternehmen die bestehenden Kreditvereinbarungen in Höhe von 980 Millionen aufstocken und „so die finanzielle Flexibilität des Unternehmens sichern“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Elektronikhandelskonzern hatte Ende März angekündigt, wegen der Einbußen infolge der Coronakrise über die KfW Staatshilfe beantragen zu wollen. „Es ist derzeit völlig unklar, wie lange die Phase bis zur Wiederaufnahme unserer normalen Geschäftstätigkeit dauern wird. Daher haben wir uns entschieden, zusätzlich eine KfW-Finanzierung zu beantragen“, begründete Ceconomy damals den Schritt.

Update 30.04.2020: Schumann erweitert Software um Funktionen zur Liquiditätssimulation

Der Softwareanbieter Schumann hat seine Software-as-a-Service-Lösung Credify.net kurzfristig erweitert, um Unternehmen in der Coronakrise bei ihrer Liquiditätsplanung zu unterstützen. Das teilte das Familienunternehmen am heutigen Donnerstag mit. Mit dem Tool für Bonitätsprüfungen könnten nun auch Planzahlen erfasst und Liquiditätssimulationen durchgeführt werden. Unternehmen können das Tool laut Schumann kostenlos testen. Die Software läuft cloud-basiert. Deshalb sei sie „innerhalb kürzester Zeit beim Kunden einsetzbar“, teilte der Softwareanbieter weiter mit.

Update 29.04.2020: EZB misst Ansturm auf Firmenkredite

In der Coronakrise ist die Nachfrage nach Firmenkrediten in der Euro-Zone deutlich gestiegen, wie die EZB im Rahmen einer Befragung von 144 Geldhäusern (davon 34 deutsche Banken) zwischen dem 19. März und dem 3. April feststellte. Die Zentralbank führt den Anstieg zumindest teilweise auf den akuten Liquiditätsbedarf zurück.

„Die realwirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie und die Unsicherheit im Hinblick auf die künftige Entwicklung schlagen sich in Deutschland sowohl in der Kreditangebotspolitik der Banken als auch in der Kreditnachfrage nieder“, teilte die Bundesbank zu dem Bericht mit. So hätten die befragten deutschen Banken im ersten Quartal ihre Kreditangebotspolitik verschärft.

Für das zweite Quartal beobachtet die EZB eine noch höhere Nachfrage nach Firmenkrediten. Das spiegelt sich auch in Deutschland wider. Laut der Bundesbank zeichnet sich für die Monate April bis Juni insbesondere bei kleineren und mittelgroßen Betrieben ein „kräftigerer Nachfrageanstieg“ nach kurzfristige Darlehen ab. 

Update 28.04.2020: Coronakrise trifft Unternehmen laut KfW und Ifo-Institut mit voller Wucht

Der deutsche Mittelstand kämpft wegen der Coronakrise mit Umsatzeinbrüchen, schmelzenden Liquiditätspolstern und unsicheren Geschäftsaussichten. Viele KMUs sind in ihrer Existenz bedroht, wie eine repräsentative Umfrage der Förderbank KfW in der ersten Aprilwoche ergab. Demnach verzeichneten über 2,2 Millionen Mittelständler (58 Prozent) wegen der Corona-Pandemie im März Umsatzeinbußen. Sie haben im Schnitt rund die Hälfte der üblicherweise im März zu erwartenden Erlöse verloren. Insgesamt büßt der Mittelstand damit im März 75 Milliarden Euro Umsatz ein. Sollte sich die Situation nicht verändern, reichen die Liquiditätsreserven bei der Hälfte der Unternehmen dem Research zufolge nur bis Ende Mai.

Auch das Ifo-Institut sieht starke Einbrüche wegen der Coronakrise: Die Wirtschaftsleistung in Deutschland sei während der Corona-Schließungen um 16 Prozent eingebrochen. Da ergab eine Befragung unter 8800 Unternehmen aller Branchen im April. „Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um kalenderbereinigt 6,6 Prozent schrumpfen; berücksichtigt man die vergleichsweise vielen Arbeitstage, verringert sich der Rückgang auf 6,2 Prozent“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturprognosen. Die größten Einbrüche im April hatten Reisebüros- und Veranstalter (-84 Prozent), die Luftfahrtbranche (-76 Prozent), das Gastgewerbe (-68 Prozent).

Update 27.04.2020: Condor bekommt mit Staatshilfe über eine halbe Milliarde Euro

Der Ferienflieger Condor bekommt nach der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission mehr als eine halbe Milliarde Euro Staatshilfe. Zum einen erhält Condor einen Kredit über 294 Millionen Euro als Corona-Hilfe. Zusätzlich bekommt die Airline 256 Millionen Euro „zur vollständigen Refinanzierung des Überbrückungskredits, den der Ferienflieger nach der Insolvenz von Thomas Cook für den vergangenen Winter erhalten hatte“, teilte Condor am Montag mit.

Condor hatte im Zuge der Coronakrise um staatliche Finanzhilfe gebeten, um Liquiditätsengpässe zu verhindern. Eine ausführlichere Analyse und welche Rolle die Lufthansa einnimmt, lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE

Update 27.04.2020: Adidas konnte keine Anleihe platzieren

Adidas ist es in der Coronakrise nicht gelungen, einen Bond am Markt zu platzieren. Eine Anleihe sei nicht machbar gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted am heutigen Montag. Stattdessen sicherte sich der Sportartikelhersteller Mitte April einen 3 Milliarden Euro schweren Überbrückungskredit, zu dem allein die KfW 2,4 Milliarden beisteuert. „Kein Zweifel, wir brauchten den Kredit“, räumte Rorsted mit Blick auf die milliardenschweren Mittelabflüsse angesichts der Umsatzeinbrüche ein.

Adidas besitzt kein externes Rating. Bisher habe man keines gebraucht, weil das Unternehmen sich selten Geld am Anleihemarkt besorgt habe, zitiert die Nachrichtenagentur CFO Harm Ohlmeyer. Nun strebe Adidas aber ein solches Rating an. Der 15 Monate laufende Kredit solle so schnell wie möglich abgelöst werden – „am besten, indem das Geschäft anzieht“, sagte Vorstandschef Rorsted.

Update 24.04.2020: Lufthansa fährt Milliardenverlust ein

Wegen der Coronakrise stehen die Maschinen der Lufthansa still. Die Airline machte im ersten Quartal laut vorläufigen Zahlen einen bereinigten Verlust vor Zinsen und Steuern (adjusted Ebit) von 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: –336 Millionen Euro). Der Umsatz sank um 18 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Für das zweite Quartal erwartet die Lufthansa einen „erheblich höheren operativen Verlust als im ersten Quartal“.

Zudem schrumpfen Lufthansas Liquiditätsreserven immer mehr. Nachdem sich der Konzern Mitte März noch 900 Millionen Euro aus einer bis dahin ungezogenen bilateralen Kreditlinie und kurzfristigen Darlehen sicherte, belaufen sich die flüssigen Mittel aktuell noch auf 4,4 Milliarden Euro. Von denen müssen aber noch zum Beispiel Tickets für stornierte Flüge zurückgezahlt werden. Daher rechnet der Konzern mit einem „deutlichen Rückgang der Liquidität in den nächsten Wochen“.

Lufthansa macht deutlich, dass der Konzern es wohl nicht schaffen werde, den Kapitalbedarf durch die Aufnahme weiterer Mittel am Markt decken zu können. Die Airline sei bereits „in intensiven Verhandlungen“ mit den Regierungen, „um kurzfristig eine nachhaltige Sicherung der Solvenz zu erreichen“. Weitere Details zur Lage der Lufthansa, lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE

Update 23.04.2020: Bankenverbandspräsident Martin Zielke plädiert für kontrollierte Kreditvergabe

Der am Mittwoch neu gewählte Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) Martin Zielke verteidigt Banken, die einigen Unternehmen in der Coronakrise Kredite verweigern. „Wir vergeben jeden Kredit, den wir vergeben können. Wir müssen aber auch Kundenwünsche ablehnen, wenn die regulatorischen Vorgaben uns keinen Spielraum lassen“, sagte der Commerzbank-Chef auf einer Pressekonferenz.

Auch wenn die Banken bei den Krediten nur 10 bis 20 Prozent des Risikos übernehmen und der Rest vom Staat getragen wird, sollten sie nicht jeden Kreditwunsch erfüllen. Zielke rechnet mit vielen Kreditausfällen, die sich auch in den Bilanzen der Bankhäuser zeigen werden. Allein in den ersten Wochen der Coronakrise hätten die privaten Banken 3,5 Milliarden Euro an Krediten vergeben, so der neue Verbandspräsident.

Update 21.04.2020: Leoni bekommt Betriebsmittelkredit

Der Kabel- und Bordnetzehersteller Leoni hat vorerst eine Insolvenz abgewendet. Wie das Nürnberger Unternehmen mitteilte, hat es eine Zusage für einen Betriebsmittelkredit in Höhe von 330 Millionen Euro bekommen. Kernbanken des Unternehmens würden den Betriebsmittelkredit „zu marktüblichen Konditionen“ gewähren. Der Bund und die Länder Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bürgen für 90 Prozent des Betriebsmittelkredits, der bis zum 31. Dezember 2022 läuft. Der Abschluss des Kreditvertrags solle „zeitnah“ erfolgen, teilte Leoni weiter mit.

Mit der neuen Betriebsmittellinie hat sich der Kabel- und Bordnetzehersteller eigenen Angaben zufolge „finanziellen Spielraum zur Sicherung des Fortbestands des Geschäftsbetriebs und zur Durchfinanzierung der Gruppe“ geschaffen. Der Schritt sei notwendig geworden, weil aufgrund der Covid-19-Pandemie die meisten wesentlichen Kunden von Leoni ihre Produktion temporär eingeschränkt hätten und Leoni deshalb temporär signifikante Absatzrückgänge zu verzeichnen habe, erklärte Leoni in der Mitteilung weiter.

Der Kabel- und Bordnetzehersteller hatte schon vor der Coronakrise Schwierigkeiten, weshalb staatliche Hilfe zunächst fraglich war. Ein Sanierungsgutachten, das im März erstellt wurde, belegt jedoch, dass die Auswirkungen des Coronavirus Grund für die neuen Probleme sind. Leoni soll nun bis Ende 2022 durchfinanziert sein.

Update 21.04.2020: KfW bewilligt fast alle Kreditanträge

Viele Unternehmen bauen auf die KfW-Hilfskredite. Bisher hat die staatliche Förderbank Anträge für knapp 8,5 Milliarden Euro bewilligt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein Papier des Wirtschaft- und Finanzministeriums. Rund 98 Prozent aller mehr als 13.000 Anträge hat die KfW demnach bewilligt. Einige mit sehr großen Volumen allerdings noch nicht, wie es im Papier heißt. Es gibt verschiedene Gründe, warum die Auszahlung der Gelder länger dauert als gedacht.

Update 16.04.2020: Kreditversicherer und Bund wollen Lieferketten sichern

Die Coronakrise setzt immer mehr deutsche Unternehmen unter Druck – selbst diejenigen, die zuvor völlig gesund waren. Um diese Unternehmen und ihre Lieferketten abzusichern, haben Bund und die privaten Kreditversicherungen im Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen weitreichenden Schutzschirm für deutsche Unternehmen gespannt, vermeldet heute Euler Hermes. Dieser solle dafür sorgen, dass die Warenkreditversicherungen, den größten Teil der bestehenden Deckungszusagen auch weiterhin aufrechterhalten und sogar neue übernehmen können. Allerdings fallen Unternehmen, die losgelöst von der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten sind, nicht unter die nun getroffene Vereinbarung zwischen Kreditversicherungen und Bund.

Die Vereinbarung sieht vor, dass der Bund gegenüber den Kreditversicherungen bis Jahresende eine Rückgarantie in Höhe von 30 Milliarden Euro für die Absicherung von Geschäftstransaktionen deutscher Unternehmen mit ihren in- und ausländischen Abnehmern stellt. Die Kreditversicherer wie Euler Hermes, Atradius und Coface wollen dabei einen „signifikanten Eigenbeitrag zu diesem Schutzschirm für die deutsche Wirtschaft“ leisten: Sie geben 65 Prozent der Prämieneinnahmen an den Bund ab und tragen Verluste in Höhe von 500 Millionen Euro sowie die Ausfallrisiken, die über die Garantie des Bundes hinausgehen.

Update 15.04.2020: KfW-Schnellkredit für Mittelstand startet ab heute

Der KfW-Schnellkredit für den Mittelstand startet ab dem heutigen Mittwoch, wie die staatseigene Förderbank bekanntgab. „Durch die Beantragungen bei der Hausbank ohne weitere Risikoprüfung erreicht die Hilfe schnell die Unternehmen und hilft so mit, die schweren Auswirkungen der Corona-Pandemie zu lindern“, lässt sich KfW-Chef Günther Bräunig zitieren. Der Kredit hat für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern ein Höchstvolumen von 800.000 Euro. Es findet keine weitere Risikoprüfung statt. Die KfW übernimmt von den Banken vollständig die Haftung.

Update 15.04.2020: KfW-ifo-Exporterwartungen brechen im März ein

Die KfW-ifo-Exporterwartungen sind im März infolge der Caronakrise noch einmal deutlich eingebrochen. Der Indikator für das mittelständische Verarbeitende Gewerbe fiel um 17,6 Zähler auf einen Saldo von -24,6, nachdem die Exporterwartungen bereits im gesamten vergangenen Jahr 2019 negativ gewesen waren. Besonders hoch sind die Nachfrageausfälle in Europa. Dort sind rund 800.000 auslandsaktive deutsche Mittelständer betroffen. Nur auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, im Winter 2008/2009, waren die Exporterwartungen noch pessimistischer als im vergangenen Monat.

Update 14.04.2020: Crossinx legt Corona-Angebot auf

Der Softwareanbieter Crossinx erlässt Neukunden wegen der Coronakrise für sechs Monate die Grundgebühr seiner Standard-Rechnungslösungen. Damit will das Frankfurter Fintech eigenen Angaben zufolge dazu beitragen, unternehmenskritische Abläufe zu sichern. Die digitale Rechnungsbearbeitung spare Zeit und Kosten und lasse sich auch vom Homeoffice aus erledigen, so Crossinx. Das Angebot gilt für Unternehmen, die sich bis zum 30. April registrieren.

Update 09.04.2020: Treasurer-Verband bündelt Informationen

Der Verband deutscher Treasurer VDT hat wichtige Links für Informationen rund um die Corona-Pandemie in einem Informationsportal zusammengestellt. Mitglieder des Verbands können außerdem auf die regelmäßigen Updates des europäischen Treasurer-Verbands EACT zugreifen.

Update 09.04.2020: Möglicher Betrug bei Corona-Soforthilfen, Staatsanwaltschaft Köln ermittelt offenbar

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt im Moment offenbar wegen möglichen Betrugs im Zusammenhang mit den Corona-Soforthilfen für Unternehmen im Internet. Das haben Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung erbracht. Die Medien berichten unter Berufung auf Justizkreise in Nordrhein-Westfalen, dass bereits Experten der „Zentral- und Ansprechstelle Cyberkriminalität“ (ZAC) eingebunden sein sollen.

Konkret sollen die Strafverfolger die Betreiber zweier Homepages im Verdacht haben, die in Nordrhein-Westfalen Corona-Soforthilfen für Unternehmer versprechen. Beide Seiten sähen der offiziellen Seite, mit der Selbstständige die staatlichen Fördergelder beantragen können, täuschend ähnlich, heißt es in dem Medienbericht weiter. Allerdings könnte sich dahinter ein mögliches Betrugssystem verbergen. Über die gefälschten Seiten könnten Kriminelle Unternehmensdaten abgefangen haben, um damit wiederum die Fördergelder abzugreifen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat dem Bericht zufolge bestätigt, entsprechende Homepages zu kennen, wollte sich demnach aber zu Details nicht äußern.

Das Landeskriminalamt soll sich nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung bereits mit dem Fall beschäftigen. Das NRW-Wirtschaftsministerium hat den Berichten zufolge bereits am Dienstag Anzeige erstattet und warnt auf seiner Homepage seither vor Betrügern. Unternehmer sind aufgefordert, nur noch den offiziellen Link der Förderanstalten zu verwenden.

Update 08.04.2020: Coronakrise kostet deutsche Wirtschaft mindestens eine knappe Viertelbillion Euro

Eine zweimonatige Zwangspause infolge der Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Folgekosten werden die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des LBBW Research in diesem Jahr rund 240 Milliarden Euro oder 7 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kosten. Jeder weitere Monat, in dem die Beschränkungen andauerten, verringere das BIP um zusätzliche 2,5 Prozentpunkte, glauben die Analysten.

Update 07.04.2020: Coface erwartet weltweit 25 Prozent mehr Insolvenzen

Der Kreditversicherer Coface gibt am heutigen Dienstag neue Zahlen bekannt, wie sich das Coronavirus auf die Unternehmen auswirkt. So verändert sich zum Beispiel die zum Jahresanfang abgegebene weltweite Insolvenzprognose – statt einer Zunahme von lediglich 2 Prozent, die Coface im Januar prognostiziert hatte, erwartet Coface jetzt 25 Prozent mehr Insolvenzen weltweit. Das wäre der stärkste Anstieg seit 2009 (29 Prozent).

Selbst bei einer Erholung der Wirtschaft im dritten Quartal und ohne eine weitere Coronawelle, sehe es demnach noch schlecht für die Unternehmen aus. „Das schwächt Umsätze, Cashflows und Margen der Unternehmen erheblich. Mit den zu erwartenden Folgen bei den Insolvenzen“, sagt Coface-Volkwirtin Christiane von Berg. Mit einem Plus von 39 Prozent trifft demnach die Insolvenzwelle am stärksten die USA. Am wenigsten wird Deutschland betroffen sein, glaubt der Kreditversicherer. Hierzulande werde die Anzahl an Insolvenzen um 11 Prozent steigen. Insgesamt erwartet der Kreditversicherer für 68 Länder eine Rezession.

Update 06.04.2020: Bundesregierung legt weiteres Hilfsprogramm für den Mittelstand auf

Es gibt ein weiteres Programm, was Mittelständlern bei der Bewältigung der Coronakrise helfen soll. Das KfW-Schnellkreditprogramm soll kleineren und mittleren Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern sehr schnelle Hilfe bringen. Dafür übernimmt die KfW 100 Prozent der Haftung von den Banken – dieser Schritt war in den vergangenen Tagen schon häufig gefordert worden. Auf eine übliche Risikoprüfung wird verzichtet.

Voraussetzung ist, dass ein Unternehmen 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre Gewinn gemacht hat. Das Kreditvolumen beträgt bis zu drei Monatsumsätze und maximal 800.000 Euro bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Bei kleineren sind es maximal 500.000 Euro. Der Zinssatz liegt aktuell bei 3 Prozent, die Laufzeit bei zehn Jahren.

Update 06.04.2020: Europäische Kommission und EIF ermöglichen KMU-Finanzmittel über insgesamt 8 Milliarden Euro

Die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) starten die bereits angekündigten Liquiditäts-Hilfen für KMU in der Coronakrise. Die Kommission stellt 1 Milliarde Euro aus dem Europäischen Fonds für Investitionen (EFSI) bereit, die dem EIF als Garantie dienen werden. Dadurch soll mindestens 100.000 von der Coronavirus-Pandemie geplagten KMU der Zugang zu Finanzmittel in Höhe von 8 Milliarden Euro erleichtert werden.

Das Geld wird in diesem Monat über lokale Banken und Kreditgeber fließen. Die vom EIF auszugebenen Garantien enthalten zudem eine höhere Risikodeckung, flexibleren Konditionen und erleichterten Zugang.

Update 03.04.2020: KfW-Gelder sollen ab dem 6. April fließen

Die Gelder aus den KfW-Notkrediten können ab Montag, den 6. April fließen. Bisher hatte die Staatsbank spätestens den 14. April in Aussicht gestellt. Doch die IT-Systeme der KfW konnten früher als erwartet für die neuen Kredite angepasst werden. Es hat bereits einen Ansturm auf Kredite der Staatsbank gegeben. Doch die Frankfurter erwarten für kommende Woche eine weitere Welle von Anträgen.

Update 03.04.2020: Industrieversicherer Zurich gibt mehr Zeit bei Liquiditätsproblemen

Der Industrieversicherer Zurich ändert seine Regelungen bei Lebensversicherungen, um seine Kunden bei der Überbrückung von finanziellen Engpässen während der Coronakrise zu unterstützen. Je nach Kundenbedarf soll es ab sofort verschiedene Sonderregelungen geben, gab der Industrieversicherer am Freitag bekannt. Dazu zählt bis zum 30. Juni eine Beitragsstundung, bei der der Versicherungsschutz aufrecht erhalten bleibt. Stundungszinsen würden dabei entfallen. Auch eine Beitragsfreistellung sei möglich. Außer bei Fondsgebundenen Versicherungen sei es zudem noch möglich, einen vor kurzem erfolgten Versicherungsabschluss (ab 2020) auf später zu verschieben.

Update 03.04.2020: Emissionswelle am Bondmarkt

Nachdem die Unsicherheit durch die Corona-Pandemie wochenlang zu einem Stillstand bei den Neuemissionen von Corporate Bonds führte, sind nun wieder viele Unternehmen dabei, den Anleihemarkt anzuzapfen. Den Anfang machten Emittenten mit absoluten Top-Ratings, mittlerweile hat sich der Markt weiter geöffnet. Allerdings müssen die Unternehmen deutlich höhere Finanzierungskosten akzeptieren. Den vollständigen Artikel zu den Entwicklungen im europäischen Investmentgrade-Segment lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Am High-Yield-Markt sieht die Lage dagegen ganz anders aus. Ein Update zu dem Markt für Hochzinsanleihen finden Sie hier bei FINANCE.

Update 03.04.2020: Spreads schießen bei Kreditausfallversicherungen der Banken in die Höhe

Die Coronakrise verdoppelt die Spreads bei den Kreditausfallversicherungen der Banken. Wie groß die Sorge um die Banken ist, zeigt sich an der Entwicklung der CDS (Credit Default Swaps). Mit ihnen versichern sich Investoren am Kapitalmarkt gegen einen Ausfall einer Bank. Die CDS sind individuelle Risikoprämien, auch Spreads genannt, gegenüber einem risikolosen Referenzwert. Sie verdeutlichen, wie der Markt die Bonität einer Bank einschätzt. Je höher der CDS für eine Bank ist, desto schlechter ist deren vermeintliche Bonität.

Bei den deutschen Banken liegen die CDS derzeit im Schnitt bei rund 93 Basispunkten. Am riskantesten wird derzeit die Hamburg Commercial Bank angesehen, deren Risikoprämie bei 170 Basispunkten liegt. Danach kommt die Deutsche Bank mit 142 Punkten. Weiter unten reihen sich die Commerzbank (88 Punkte) und die HSBC Deutschland (74 Punkte) ein. Die niedrigsten CDS haben die beiden Landesbanken Helaba (61 Basispunkte) und LBBW (56 Basispunkte). Im März haben sich die Spreads bei der Deutschen Bank, der BNP Paribas und der UBS in etwa verdoppelt. Das zeigt den Einfluss der Coronakrise.

Update 01.04.2020: KfW hat Corona-Kredit-Anträge über fast 9 Milliarden erhalten

Die KfW bietet Unternehmen in der Coronakrise Kredite an, um mögliche Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Bis Dienstagabend sind laut der staatlichen Förderbank Anträge in Höhe von fast 9 Milliarden Euro eingegangen. Die Summe verteilt sich auf 1.833 Anträge. 98 Prozent der Anträge entfallen dabei auf das Kreditangebot mit einem Volumen unter 3 Millionen Euro. Sieben Anträge fordern ein Kreditvolumen von über 100 Millionen Euro, bei 16 liegt es zwischen 10 und 100 Millionen Euro. Bisher haben zum Beispiel schon die Restaurantkette Vapiano, das Technologieunternehmen Nanogate und der Reisekonzern TUI nach staatlichen Hilfen gefragt.

Update 31.03.2020: Treamo stellt Liquiditätsplanungslösung TFM bis Ende 2020 kostenlos bereit

Die österreichische Treasury-Beratung Treamo stellt Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro ihre Cloud-Lösung für Liquiditätsplanung, Cash Reporting und Fremdwährungs-Exposure Management nun ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Das Setup der Lösung namens TFM könne für den Kunden innerhalb von wenigen Stunden eingerichtet werden, teilte Treamo mit.

Das Angebot von Treamo soll vorerst bis zum Jahresende laufen. „Wenn ein Kunde die Planung irgendwann beenden möchte, kann er das natürlich jederzeit tun, möchte er TFM weiter nutzen, können wir die Daten in eine eigene Produktivumgebung migrieren, so dass der Kunde dann auch völlig autark weiterarbeiten kann“, sagt Sadleder weiter.

Darüber hinaus können Unternehmen bei Bedarf auch auf die Unterstützung der Treasury-Beratung bauen. „Bei vergleichsweise kleinen Unternehmen kümmern wir uns auch gleich selbst um die Planung und stimmen sie mit dem Kunden jeden Morgen ab“, sagt Martin Sadleder, Gründer und Geschäftsführer von Treamo. Vor allem sei es wichtig, Limite zu definieren und zu überwachen, ab denen es zu einem möglicherweise existenzbedrohenden Engpass kommen könne.

Update 31.03.20202: Bund erweitert Möglichkeiten für Exportkreditgarantien

Die Bundesregierung weitet wegen der Coronakrise die Möglichkeiten für Exportkreditgarantien aus. Exportgeschäfte mit vereinbarten Zahlungen innerhalb von 24 Monaten könnten ab sofort auch innerhalb der EU und in bestimmten OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden, teilten das Bundesfinanz- und das Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit. „Damit können insbesondere mögliche Engpässe im privaten Exportkreditversicherungsmarkt aufgefangen werden“, begründet die Bundesregierung diesen Schritt.

Die erweiterten Deckungsmöglichkeiten sind zunächst bis zum Jahresende befristet. Sie gelten neben den 27 EU-Länder auch für Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, die USA und das Vereinigte Königreich. Die EU-Kommission hat diesem Plan der Bundesregierung bereits zugestimmt. Das Bundesfinanzministerium betonte, mit dem gerade verabschiedeten Nachtragshaushalt für 2020, der ein Volumen von 156 Milliarden Euro hat, die notwendigen Voraussetzungen bereits geschaffen zu haben.

Update 30.03.2020: Kapilendo gewährt längere Stundung von Kapitalrückzahlungen

Der Bankingpartner Kapilendo will seine Finanzierungskunden in der Corona-Pandemie unterstützen: Kunden können laufende Kreditfinanzierungen um drei Monate stunden. Voraussetzung ist, dass nach individueller Prüfung das Geschäft des Unternehmens von der Coronakrise betroffen ist. Die Stundung gilt für alle Zins und Tilgungszahlungen von April bis Juni dieses Jahres. Kapilendo passt den Tilgungsplan entsprechend an. Der CEO von Kapilendo Christopher Grätz begründet die Entscheidung so: „Wir wollen unseren Unternehmern den größtmöglichen finanziellen und planbaren Handlungsspielraum geben, um alle wichtigen innerbetrieblichen Maßnahmen zu treffen.“

Die institutionellen und privaten Kreditgeber würden nach Angaben von Kapilendo die Entscheidung begrüßen: Eine interne Umfrage ergab, dass 88 Prozent der Kapilendo-Anleger bereit sind, die Unternehmen in dieser Lage zu unterstützen.

Update 30.03.2020: EZB fordert Banken auf, keine Dividenden auszuzahlen

Die Europäische Zentralbank (EZB) fordert die Banken dazu auf, für das Geschäftsjahr 2019 – sofern noch nicht erfolgt – und für 2020 mindestens bis zum 1. Oktober keine Dividenden zu zahlen. Die Banken sollten zudem auch keine Aktienrückkäufe zur Vergütung der Aktionäre vornehmen. Die Banken sollen so zusätzliche Rücklagen für die Kreditvergabe an Unternehmen bilden.

Die DZ Bank und einige öffentlich-rechtliche Institute sollen trotz der EZB-Forderung weiter Dividenden an ihre Eigentümer ausbezahlen dürfen. In solchen Fällen verbleibe eine Dividendenzahlung „innerhalb der Finanzgruppe der Sparkassen oder Genossenschaften“ und somit im Bankensystem, zitiert das Handelsblatt Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. „Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass auch innerhalb von Verbünden erwartet wird, auf Ausschüttungen zu verzichten.“

Der Bankenverband hält die Entscheidung der EZB angesichts der Coronakrise für vertretbar, auch wenn Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, der Meinung ist, dass es sich bei der Vorgabe der Bankenaufsicht um eine Ausnahme handeln muss. Nur die außergewöhnliche weltweite Notlage vieler Unternehmen rechtfertige einen solchen Eingriff in die Autonomie der Banken, sagt Ossig.

Update 30.03.2020: Umsetzung der Basel IV-Aufsichtsregeln verschoben

Der Baseler Ausschuss hat die Umsetzung der härteren Eigenkapitalvorschriften für Banken („Basel IV“) wegen des Coronavirus um ein Jahr verschoben. Der neue Fahrplan sieht nun vor, das die Regeln erst 2023 in Kraft treten sollen statt wie bisher geplant 2022. Der umstrittene „Output Floor“, der angibt, wie stark die Banken bei der Berechnung der Kapitalvorhaltung für Risiken von Standardmodellen abweichen dürfen, wird nun stufenweise bis 2028 eingeführt.

„Die Verschiebung der Baseler Regeln ist in der jetzigen Situation richtig und hilfreich“, kommentiert Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Sie entlaste die Banken von administrativen und organisatorischen Aufgaben, die jetzt dringend an anderen Stellen benötigt würden. Derzeit müsste die Hauptaufgabe darin liegen, die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen.

Update 26.03.2020: Bundestag ermöglicht Staatsbeteiligungen an Aktiengesellschaften

Die Bundesregierung hat neben den KfW-Hilfskrediten noch einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds auf den Weg gebracht. Dieser umfasst nach Angaben der Bundesregierung unter anderem einen Garantierahmen von 400 Milliarden Euro, der es Unternehmen erleichtern soll, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Ein weiterer Bestandteil sind Kredite von bis zu 100 Milliarden Euro. Sie dienen dazu, die KfW-Sonderprogramme zu refinanzieren.

Hinzu kommen Rekapitalisierungsmaßnahmen in Höhe von 100 Milliarden Euro. Sie sollen dazu beitragen, die Solvenz von Unternehmen sicherzustellen. Damit ermöglicht der Fonds auch eine vorübergehende direkte Beteiligung des Staates an Unternehmen.

Bei dem Gesetzesentwurf für Aktiengesellschaften hat sich der Gesetzgeber laut CMS an den Regelungen zur Bekämpfung der Finanzkrise von 2008 orientiert, die einen Einstieg des Staates bei der Commerzbank ermöglicht hatten. „Deutlich erleichtert werden beispielsweise Beschlüsse der Hauptversammlung, die für den Einstieg des Fonds notwendig sind“, sagt Richard Mayer-Uellner, Partner bei der Wirtschaftskanzlei CMS. Sie könnten nur unter engen Voraussetzungen angefochten werden.

Der Rechtsanwalt rät: „Unternehmen sollten jetzt schon prüfen, ob ein Einstieg des Fonds erforderlich werden könnte.“ Denn ist der Fonds erst einmal beteiligt, könne er starken Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen. So könne er Vorgaben zur Dividendenausschüttung, zu Vergütungsbegrenzungen für die Vorstandsmitglieder oder zur Verwendung der aufgenommenen Mittel machen.

Update 26.03.2020: Trinity bietet Lösung zur Liquiditätsplanung 6 Monate ohne Lizenzgebühren an

Treasurer sind gerade maßgeblich bei der Liquiditätsplanung und dem Cash Flow Forecast gefordert, denn Cash ist King. Nun greift auch der TMS-Anbieter Trinity mittleren und größeren Unternehmen in der Coronakrise unter die Arme greifen – und zwar „mit einem speziellen Angebot zur Liquiditätsplanung unter Verzicht auf Lizenzgebühren“, wie die Frankfurter mitteilten.

Trinity hat eigenen Angaben zufolge eine spezielle Treasury Management Lösung zur Multi-Währungs-Liquiditätsplanung in der Cloud vorbereitet, die „schnell und aus der Ferne umzusetzen“ ist. Innerhalb von fünf Tagen könne Trinity das System produktiv einsatzfähig machen. Bereits seit Montag dieser Woche steht das Angebot mittleren und größeren Unternehmen zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang verzichtet das Softwarehaus für „eine limitierte Anzahl von Neukunden für sechs Monate auf die Berechnung der sonst üblichen Lizenzpreise für diese Konfiguration“, erklärte Christoph Budde, seit Anfang Februar dieses Jahres Sales Director bei Trinity, gegenüber DerTreasurer. Danach könnten Unternehmen, die sich für das Krisenpaket entschieden hätten, den Vertrag mit einer Frist von vier Wochen kündigen.


Update 25.03.2020: Coronakrise treibt Risikoprämien am Kapitalmarkt hoch

Infolge der Coronakrise steigen die Risikoprämien am Kapitalmarkt. Das gilt nicht nur für Aktien und Bonds, sondern auch für institutionelle Kapitalmarktdarlehen, sogenannte Team Loan B (TLB). Dort explodiert die Spread-Entwicklung geradezu. Als Referenzwert kann hierfür der Index „JPM Loan Indices“ genommen werden, da der europäische TLB-Markt primär ein Single-B-Markt sei, auch wenn dieser zuletzt stärker in den BB-Bereich hineingewachsen sei, ist von Investmentbankern zu hören.

Welche Folgen diese Spread-Explosion für Unternehmen wie Cheplapharm, die sowohl Term Loans als auch High-Yield-Bonds am Markt haben, erfahren Sie im vollständigen Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 25.03.2020: Zahlreiche Unternehmen beantragen KfW-Hilfskredite

Viele Unternehmen sehen sich von der Insolvenz bedroht und wollen deshalb auf die Hilfe des Staates zurückgreifen. Die deutschen Banken und Sparkassen werden von Anträgen für die KfW-Notfallkredite im Rahmen des KfW Sonderprogramms, die seit Beginn dieser Woche gestellt werden können, geradezu überrannt.

Laut dem Nachrichtenportal n-tv erhielt allein die Deutsche Bank deutlich mehr als 2000 konkrete Anfragen für Überbrückungskredite. Bei der Commerzbank sollen die Anfragen demnach im hohen vierstelligen Bereich liegen. Gut ein Drittel davon erfüllten die Kriterien für die KfW-Kredite, heißt es weiter. Die Banken gehen davon aus, dass die Anzahl an Kreditanträgen in den kommenden Tagen weiter stark steigen wird.

Dem Bericht zufolge leiteten die deutschen Banken allein bis gestern Mittag Anträge auf Notfallkredite im Gesamtvolumen von 1,985 Milliarden Euro weiter. Der weitaus größte Anteil von 1,968 Milliarden Euro entfalle dabei auf vier Darlehensanfragen, wird ein KfW-Sprecher zitiert. Welche Unternehmen diese Anträge gestellt haben, ist nicht bekannt.

Update 24.03.2020: Bellin bietet tm5 3 Monate kostenlos an

Das Softwarehaus Bellin bietet sein Treasury Management System tm5 bis Ende Juni kostenfrei an. Das teilten die Ettenheimer heute mit. „Wir glauben, dass wir Unternehmen dabei unterstützen können, diese schwierigen Zeiten und die wahrscheinlich ebenso harten Folgeerscheinungen zu meistern, indem wir tm5 kostenlos anbieten“, sagt Martin Bellin, CEO und Gründer von Bellin.

Das Angebot umfasst Unternehmensangaben zufolge drei Kern-Module des Treasury Management Systems tm5: eins für das Cash Management, eins für die Liquiditätsplanung beziehungsweise das Forecasting sowie eins für das Erfassen und Managen von Finanzinstrumenten. „Eine Implementierung ist innerhalb von 72 Stunden möglich“, erklärte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage von DerTreasurer.

Die Grundkonfiguration des Systems sei ebenfalls mit inbegriffen, teilte der TMS-Anbieter weiter mit. Diese werde remote von Bellin-Mitarbeitern durchgeführt. Eine spezielle Webinarreihe, die im Detail auf die im Angebot enthaltenen Module eingeht, ergänzt demnach noch das Angebot.

Falls Treasurer das Angebot nach Ablauf der drei Monate nicht mehr nutzen möchten, können sie ganz unkompliziert kündigen. Von Anfang Juli bis Ende September gilt Bellin zufolge eine „spezielle Kündigungsfrist von 24 Stunden“.

Update 24.03.2020: Neue Fake-President-Masche im Umlauf

Wegen der Coronakrise arbeiten viele Treasurer derzeit im Homeoffice. Zudem haben Arbeitgeber neue Vertreterregelungen aufgesetzt, so dass Abläufe wie die Freigabe von Zahlungen auch bei einem hohen Krankenstand an Mitarbeiter erfolgen kann. Diese beiden Faktoren nutzen Betrüger für eine neue Fake-President-Masche aus.

Konkret geht es um zwei Anrufe. Zuerst geben sich die Betrüger im Gespräch mit Treasurern als Bankmitarbeiter aus und fragen nach der Vertretung. Dabei kommt es wieder vor, dass Kollegen die Vertretung namentlich nennen. „Die Betrüger geben dann vor, mit dem neuen Vertreter in Kontakt treten zu müssen, um weitere Formalitäten zu klären“, umreißt Frank Hülsberg, Partner und Vorstandsmitglied bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton, die neue Masche. Die Bank, mit der ein Unternehmen zusammenarbeitet, können die Kriminellen oft in den Kontoangaben auf dem Briefpapier sehen.

Im zweiten Schritt rufen die Betrüger – wieder getarnt als Bankmitarbeiter – den Vertreter direkt an. Sie behaupten, dass der Vorstand die vertretende Person als Bevollmächtigter für Zahlungsfreigaben ernannt hat und verlangt eine Freigabe von Zahlungen. „Da die neuen Vertreter noch keine Routine haben, ist das Risiko groß, dass jemand dem vermeintlich gut informierten Bankier auf den Leim geht“, warnt Hülsberg. Ebenfalls nutzen das Corona-Chaos derzeit auch viele Betrüger mit Phishing-Mails oder Cybercrime-Attacken aus.

Update 23.03.2020: Eckdaten des KfW Sonderprogramms

Ab heute gilt das KfW Sonderprogramm 2020. Kleine, mittelständische und große Unternehmen können ab sofort über ihre Hausbanken Anträge für Betriebsmittelfinanzierungen stellen. Für Mittelständler und Großunternehmen gelten auch neue Rahmenbedingungen für Konsortialfinanzierungen. Die Mittel für das KfW Sonderprogramm sind unbegrenzt, teilten das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesfinanzministerium und die KfW in einem gemeinsamen Eckblatt mit.

KfW-Sonderprogramm für junge und etablierte Unternehmen:
Demnach können kleine, mittelständische und große Unternehmen über ihre Hausbanken die Soforthilfen beantragen. Sie werden über die Programme KfW-Unternehmerkredit und ERP-Gründerkredit - Universell umgesetzt. Dabei gilt für kleine und mittelständische Unternehmen bei Betriebsmittelkrediten eine Haftungsfreistellung von 90 Prozent des Kreditrisikos, für größere Unternehmen gilt eine Haftungsfreistellung von 80 Prozent. Vor der Corona-Krise lagen die Haftungsfreistellungen bei maximal 50 Prozent, bei Betriebsmittelfinanzierungen gab es sogar gar keine.

Auch die Zinsen wurden noch einmal verbessert. Sie liegen nun für kleine und mittlere Unternehmen zwischen 1 Prozent und 1,46 Prozent jährlich sowie zwischen 2 Prozent und 2,12 Prozent per annum für größere Unternehmen. Bislang galt ein risikogerechtes Zinssystem nach Bonitäts-Besicherungsklassen.

Konsortialfinanzierung:
Mittelständische und Großunternehmen können auch bei einer Konsortialfinanzierung auf die Unterstützung der KfW zurückgreifen. Dabei beteiligt sich die KfW eigenen Angaben zufolge an größeren Finanzierungen anderer Finanzierungspartner zu deren Konditionen. Zudem übernimmt die staatliche Förderbank bis zu 80 Prozent der Risiken des Vorhabens. Die individuellen Finanzierungsstrukturen werden durch das KfW Sonderprogramm „Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung“ umgesetzt.

Update 23.03.2020: Deutsche Bank schließt 200 Filialen für den Kundenverkehr

Als Sicherheitsmaßnahme gegen die Coronakrise schließt die Deutsche Bank ab dem morgigen Dienstag (24. März) rund 200 Filialen für den Kundenverkehr, das gab die Deutsche Bank heute bekannt. Wie lange die Filialen der Deutschen Bank und Postbank geschlossen bleiben, ließ das Bankhaus offen. Das bundesweite Filialnetz verkleinert sich damit von 500 auf 290 Filialen.

Ziel sei es, trotz „reduzierter Filialzahl“ für die Kunden im ganzen Bundesgebiet „gut zugänglich“ zu sein. Die nächstgelegenen Filialen oder der mobile Vertrieb übernehmen die Beratung. Weiterhin bleiben alle Selbstbedienungsbereiche und Bargeldautomaten der Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, Hypovereinsbank) in Betrieb. Zudem können Kunden Bargeld in vielen Supermärkten und bei Shell-Tankstellen abheben.

Wegen der Corona-Krise haben auch schon andere Banken und Sparkassen ihr Filialnetz verkleinert: Die Hypovereinsbank schließt nach eigenen Angaben 101 der 337 deutschen Standorte. Die persönliche Beratung in Filialen werde sich in den kommenden Tagen „schrittweise auf stark frequentierte Standorte und Flaggschiff-Filialen“ konzentrieren, so die deutsche die Unicredit-Tochter.

Update 23.03.2020: Ifo Institut rechnet mit Kosten in Milliardenhöhe

Die Coronakrise sorgt für erhebliche wirtschaftliche Einbußen. Umsatzrückgange, Produktionsausfälle und Kurzarbeit sind bei vielen deutschen Unternehmen allgegenwärtig. Berechnungen des ifo Instituts wird die Corona-Pandemie Deutschland Hunderte von Milliarden Euro kosten.

„Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest. „Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.“ Es lohne sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen. Ziel müsse es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen.

Laut dem ifo-Präsidenten entstehen Kosten je nach Szenario zwischen 255 und 495 Milliarden Euro, wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teilweise stillsteht. Die Wirtschaftsleistung schrumpfe dann im Jahr um 7,2 bis 11,2 Prozentpunkte. Unterstellt ist dabei im besten Szenario, dass die Wirtschaftsleistung für zwei Monate auf 59,6  Prozent zurückgeht, sich im dritten Monat wieder auf 79,8 Prozent erholt und schließlich im vierten Monat wieder 100 Prozent erreicht.

Bei drei Monaten Teilschließung erreichen laut Fuest die Kosten bereits 354 bis 729 Milliarden Euro, was einem Wachstumsverlust von 10,0 bis 20,6 Prozentpunkten entspricht. Eine einzige Woche Verlängerung der Teilschließung verursacht den ifo-Berechnungen zufolge zusätzliche Kosten von 25 bis 57 Milliarden Euro und damit einen Rückgang des Wachstums um 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte. Eine Verlängerung von einem auf zwei Monate erhöht demnach die Kosten bis zu 230 Milliarden Euro oder 6,5 Prozentpunkte Wachstum.

Update 23.03.: Liquiditätssicherung in Zeiten der Coronakrise

Im Umgang mit der Coronakrise hat die Sicherung der Liquidität für viele Unternehmen derzeit oberste Priorität. Diverse Treasury-Abteilungen bemühen sich gerade darum, den Cash-Puffer auszubauen: Sie ziehen Mittel aus syndizierten Krediten, fragen neue Linien bei Banken an oder zapfen über Privatplatzierungen den Kapitalmarkt an – sofern es ihre Bonität zulässt. Worauf Finanzchefs bei der Ermittlung und Sicherung des Liquiditätsbedarf achten sollten, hat unsere Schwesterpublikation FINANCE zusammen gestellt.

Update 23.03.2020: Bund will bei Kreditprogramm nachbessern

Die Bundesregierung plant in der Coronkrise plant, Kredit-Sonderprogramme für mittelständische und große Unternehmen nachzubessern. Demnach soll die staatliche Förderbank KfW bei Betriebsmittelkrediten statt wie bisher 80 Prozent nun 90 Prozent des Kreditrisikos übernehmen. Das berichtet die dpa unter Berufung auf Kreise des Wirtschaftsministeriums. Einzelheiten würden aktuell finalisiert, hieß es.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier informierte Koalitionskreisen zufolge Wirtschaftspolitiker der schwarz-roten Koalition sowie der Opposition am Samstagabend über diesen Schritt. Angesichts einer drohenden Insolvenzwelle hatten Wirtschaftsverbände zuvor die zu komplizierten Programme zu Notkrediten kritisiert und Nachbesserungen gefordert.

Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz hatten vor mehr als einer Woche ein unbegrenztes Kreditprogramm angekündigt. Eine Sprecherin von Altmaier hatte am vergangenen Freitag erklärt, die Hilfen sollten ab dem heutigen Montag zur Verfügung stehen.

Update 20.03.2020: Kreditversicherer Coface senkt Bürokratieaufwand

Der Kreditversicherer Coface passt wegen der Corona-Pandemie einzelne vertragliche Regelungen für seine Kunden an. Für welchen Zeitraum die Lockerungen gelten, gab Coface nicht bekannt. „Wir wollen damit unsere Kunden entlasten. Wir wissen natürlich, dass die Unternehmen derzeit primär ihr operatives Geschäft zu managen haben, um ihr Unternehmen durch die Krise zu manövrieren“, begründet Katarzyna Kompowska, Regional CEO der Coface für Nordeuropa, diesen Schritt.

Coface passt unter anderem die Frist für die Benachrichtigung über überfällige Zahlungen an und verlängert sie um 60 Tage. Zudem werde das Vertragsmanagement flexibler, erklärte der Kreditversicherer. Allerdings appellierte Coface, dass die Unternehmen weiterhin das Risikomanagement ganz oben auf der Agenda haben sollten.

Der Kreditversicherer reagiert auch selbst auf die steigenden Risiken: „Konkrete Maßnahmen, insbesondere die Anpassungen von Limiten, nehmen wir selektiv vor“, sagt Jochen Böhm, Underwriting Director der Coface für Nordeuropa. Es sei klar, dass Insolvenzen und Schäden in der Kreditversicherung steigen würden.

Update 19.03.2020: Zahlreiche Treasury-Events verschoben oder abgesagt

Zahlreiche Treasury-Events müssen wegen der Coronakrise abgesagt oder verschoben werden. Das Mannheimer Finanzsymposium, das ursprünglich Mitte Mai stattfinden sollte, ist in den September vertagt. Der „Digital Treasury Summit“ von KPMG, der im April stattfinden sollte, wurde abgesagt. Die nächste Veranstaltung dieser Art findet im Herbst statt. Das PwC-Event „Future of Treasury“, das am 18. März 2020 in Frankfurt am Main hätten stattfinden sollen, wurde vorerst abgesagt. Dort hätten ursprünglich mehrere Gewinner unseres Awards „Treasury des Jahres“ wie Rando Bruns (Merck), Volker Heischkamp (Innogy) und Axel Zwanzig (Marquardt & Bahls) über die „Entwicklung der Treasury-Funktion im neuen Jahrzehnt" diskutieren sollen. Der Veranstalter PwC sucht derzeit nach eigenen Angaben „einen Ausweichtermin“. Auch das traditionelle GTB Forum der Deutschen Bank, das heute in den Zwillingstürmen in Frankfurt hätte ausgerichtet werden sollen, wurde für 2020 gecancelt.


Über unsere eigenen Events wie den anstehenden 8. Cash Management Campus  informieren wir Sie in Kürze.

Update 19.03.2020: EZB weitet Anleihekaufprogramm drastisch aus

Im Zuge der Corona-Krise hat die EZB in der Nacht zum Donnerstag ein umfassendes Rettungspaket angekündigt: Die Notenbank weitet ihr Anleihekaufprogramm um 750 Milliarden Euro aus. Zudem wurden die Kriterien, welche Wertpapiere die EZB ankaufen kann, aufgeweicht. Darunter fallen Wertpapiere der Privatwirtschaft sowie der öffentlichen Hand, aber auch die Staatsschulden Griechenlands.

Das Ankaufprogramm soll dabei helfen, dass es auf den Finanzmärkten nicht zu weiteren Einbrüchen kommt, die die Wirtschaft belasten könnten. Das Programm läuft sicher bis Jahresende, danach entscheidet der EZB-Rat, wann er die Corona-Pandemie für bewältigt hält. Bereits vergangene Woche hatte die Notenbank mehrere Maßnahmen gegen das Virus beschlossen, unter anderem ein Ankaufprogramm von 120 Milliarden Euro bis Jahresende. Gemeinsam mit dem bereits laufenden Anleihekaufprogramm wird die EZB bis zum Ende des Jahres jeden Monat ein Kaufvolumen von über 100 Milliarden Euro haben. Das ist mehr als zum Höhepunkt der Finanzkrise, als die monatlichen Ankäufe bei 80 Milliarden Euro lagen.

Update 19.03.2020: Coronakrise bringt Kreditverträge in Gefahr

Viele deutsche Unternehmen dürften infolge der Coronakrise deutlich schlechtere Ergebnisse ausweisen müssen – zumindest für die ersten beiden Quartale dieses Jahres, gegebenenfalls auch länger. Das gefährdet auch die Kreditverträge. Was Treasurer angesichts der derzeitigen Krise beachten sollten, erfahren Sie im vollständigen Artikel bei DerTreasurer.

Update 18.03.2020: Anträge für KfW-Hilfskredite ab sofort möglich

Die Deutsche Kreditwirtschaft und die Förderbank KfW wollen für eine unkomplizierte Weitergabe der von der Regierung versprochenen Hilfen für die Wirtschaft sorgen. Die staatliche Förderbank hat dafür die Kreditgenehmigungsprozesse vereinfacht.

Die erste Phase des Hilfspakets steht ab sofort zur Verfügung, teilten die beiden in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die KfW hat ihre Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet. Dazu zählt etwa der KfW-Unternehmerkredit für Bestandsunternehmen, den ERP-Gründerkredit-Universell für junge Unternehmen sowie den KfW-Kredit für Wachstum für größere Unternehmen.

Darüber hinaus wird die KfW für kleine und mittlere sowie für große Unternehmen ein Sonderprogramm auflegen, dass eine höherer Risikotoleranz aufweist. Diese Hilfen sind für Unternehmen gedacht, die durch die Corona-Krise in größere Schwierigkeiten geraten. Zudem will die Förderbank größeren Unternehmen auch Direktbeteiligungen im Rahmen von Konsortialfinanzierungen anbieten. Das Sonderprogramm soll nächste Woche starten, Anträge können bereits jetzt über die Hausbanken eingereicht werden.

Update 18.03.2020: S&P warnt vor erhöhten Unternehmenskreditausfällen

Die Ratingagentur S&P rechnet wegen der Coronakrise mit einer Verdreifachung der Kreditausfällen. In Europa könnte die Ausfallquote für Unternehmenskredite auf einen oberen einstelligen Prozentbereich ansteigen, in den USA sogar auf mehr als 10 Prozent. Laut S&P lag die Ausfallrate in Europa in der Vergangenheit meist bei rund 3 Prozent und in den USA bei knapp 4 Prozent. Zum Vergleich: Nach der Finanzkrise 2008 fielen in Europa 9 Prozent der Unternehmenskredite aus, in den USA stieg die Quote auf rund 12 Prozent.

S&P-Expertin Alexandra Dimitrijevic begründet die Prognose so: „Der durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ausgelöste plötzliche wirtschaftliche Stillstand wird in diesem Jahr zu einer weltweiten Rezession führen und erheblichen Druck auf die Kreditwürdigkeit ausüben.“

Update 17.03.2020: Cyberkriminelle nutzen Corona-Angst

Das Sicherheitssoftwareunternehmen ESET verzeichnet einen deutlichen Anstieg an schädlichen Mails, die die Verunsicherung rund um die Corona-Pandemie ausnutzen wollen. Gerade deutschsprachige Nutzer seien derzeit im Fokus der Betrüger. Sie versuchen mit Spam-Mails, Falschmeldungen, gefälschten Shops und gefälschten Spendenaufrufen von der Krisenlage zu profitieren.

Update 17.03.2020: Insolvenzantragspflicht für Corona-Geschädigte soll ausgesetzt werden

Das Bundesministerium will Unternehmen, die wegen der Corona-Krise in Schieflage geraten, vor der Insolvenzantragspflicht bewahren. Sie soll für die Unternehmen ausgesetzt werden, die wegen der Pandemie in Schieflage geraten. Ähnliche Regelungen waren in der Vergangenheit bei Hochwasserkatastrophen getroffen worden. Wann genau das Gesetz in Kraft treten soll, ist noch nicht bekannt.

Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, erklärt, man wolle verhindern, dass Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Regierung versprochenen Hilfen sie nicht rechtzeitig erreichen. „Die reguläre Drei-Wochen-Frist der Insolvenzordnung ist für diese Fälle zu kurz bemessen“, so die Ministerin. „Deshalb flankieren wir das von der Bundesregierung bereits beschlossene Hilfspaket mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 für die betroffenen Unternehmen.“

Voraussetzung ist, dass der Insolvenzgrund in der Corona-Krise liegt und, „dass aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen beziehungsweise ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen eines Antragspflichtigen begründete Aussichten auf Sanierung bestehen“, wie das Ministerium mitteilt.

Update 17.03.2020: Strengere Regeln für Short-Positionen

Die Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde Esma reagiert auf die drastischen Kursverluste durch die Corona-Krise und verschärft die Transparenzregeln für Short-Positionen auf Aktien. Investoren müssen nun mitteilen, wenn sie eine Netto-Short-Position in Höhe von 0,1 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals halten. Bislang waren Short-Positionen erst ab der Schwelle von 0,2 Prozent bei der zuständigen nationalen Aufsichtsbehörde meldepflichtig.

Der Schwellenwert für die Veröffentlichung bleibt dagegen unverändert bei 0,5 Prozent. Erst ab diesem Wert ist die Position für den gesamten Markt transparent. Die ab 0,1 Prozent zu meldenden Positionen sind dagegen nur für die Aufsichtsbehörde sichtbar. Market Making und Maßnahmen zur Stabilisierung von Kursen sind von der neuen Regelung ausgenommen.

Update 17.03.2020: EIB-Gruppe mobilisiert kurzfristig bis zu 40 Milliarden Euro

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe hat ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, um EU-weit Unternehmen und Wirtschaft zu unterstützen. Insgesamt sollen bis zu 40 Milliarden Euro freigesetzt werden. „Vorgesehen sind Überbrückungskredite, Zahlungsaufschübe sowie weitere Maßnahmen, um Liquiditäts- und Betriebsmitteleinschränkungen für KMU und Midcaps entgegenzuwirken“, heißt es in einer Mitteilung.

Dabei werde die EIB-Gruppe, auch unter Einbeziehung des auf KMU-Förderung spezialisierten Europäischen Investitionsfonds (EIF), mit Finanzpartnern in den Mitgliedsländern sowie mit den nationalen Förderbanken eng kooperieren.

Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket umfasst insbesondere drei Punkte: So sollen spezielle Garantiesysteme für Banken aufgebaut werden, die auf bestehenden EIB-Programmen basieren, und mit sofortiger Wirkung Finanzmittel in Höhe von bis zu 20 Milliarden Euro mobilisieren. Zudem sollen Banken ausgewiesene Liquiditätslinien erhalten, um eine zusätzliche Unterstützung von bis zu 10 Milliarden Euro zur Sicherung von Betriebskapital in KMU und MidCaps sicherzustellen. Außerdem sind spezielle Kaufprogramme für Asset Backed Securities (ABS) vorgesehen, mit denen Banken Risiken von KMU-Kreditportfolien übertragen können, um weitere 10 Milliarden Euro an Unterstützung zu mobilisieren.

Darüber hinaus forderte EIB-Präsident Werner Hoyer die Mitgliedstaaten auf, „eine bedeutende zusätzliche Garantie für die EIB und die nationalen Förderbanken einzurichten, um sicherzustellen, dass der Zugang von KMU und Midcaps zu Finanzmitteln offenbleibt“, heißt es weiter.

Update 16.03.2020: Das Treasury ist am Zug

Die Corona-Krise trifft die Unternehmenswelt immer stärker. Aktienkurse brechen ein, Lieferketten funktionieren nicht mehr richtig. Die ersten Firmen kündigen Sparprogramme an. Auch in der Finanzbranche wächst die Sorge vor Kreditausfällen. Ein Treasurer berichtet, dass viele Banken sich derzeit nach den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäft erkundigen.

Um die Liquidität zu sichern, ist nun vor allem das Treasury gefordert: Wie genau und welche Folgen die Coronakrise für die Finanzierungssituation hat, das erfahren Sie im Aufmacher des aktuellen E-Magazins. Nach dem Login können Sie es hier herunterladen.

Update 16.03.2020: Durch Zinsentwicklung steigen Pensionsverpflichtungen

Das Coronavirus belastet Unternehmen zunehmend, auch die Pensionsverpflichtungen sind betroffen. Die Verpflichtungen steigen auf neue Rekordhöhen, das Vermögen hat gleichzeitig an Wert verloren, teilt die Beratungsgesellschaft Mercer mit. Im Jahr 2019 war der Wert der Pensionsverpflichtungen bei den Dax30-Unternehmen basierend auf einer Hochrechnung von Mercer auf 409 Milliarden Euro angestiegen (Vorjahr 365,3 Milliarden Euro). Das Pensionsvermögen stieg im IFRS-Abschluss von 245,6 Milliarden Euro auf 274 Milliarden Euro.

Die Entwicklung der Pensionsverpflichten wird vor allem durch die Zinsentwicklung beeinflusst. Durch die Marktentwicklung aufgrund des Coronavirus sei das Zinsniveau seit Anfang des Jahres um 0,4 Prozent gesunken. „Sofern sich diese Entwicklung nicht wieder entspannt, würde das im Verpflichtungsvolumen weitere 25 Milliarden Euro bedeuten“, erklärt Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland.

Update 16.03.2020: Fed senkt Leitzinsen auf fast null

In den USA steigt die Anzahl an Covid19-Erkrankten. Um die nervös gewordenen Finanzmärkte zu beruhigen, hat die Notenbank Federal Reserve (Fed) erneut die Leitzinsen gesenkt – und zwar um einen ganzen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent.

Zusätzlich plant die Fed die Wirtschaft mit einem 700 Milliarden US-Dollar schweren Anleihekaufprogramm zu stützen und Banken vorübergehend Notfallkredite zu gewähren. Das hatte die US-Notenbank schon nach der Finanzkrise 2008 gemacht. Darüber hinaus ist auch ein Abkommen mit anderen Notenbanken angedacht, um die Märkte mit Liquidität zu versorgen.

Update 13.03.2020: Bundesregierung sagt unbegrenzt Kredite zu

Die Bundesregierung baut ein „Schutzschild“ für Unternehmen auf. Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier haben ein weitreichendes Maßnahmenpaket vorgestellt, um die Folgen des Coronavirus auf Unternehmen abzufedern. Das Paket sieht unter anderem umfassende Liquiditätshilfen und Expressbürgschaften für Unternehmen vor. Über einen drastisch erhöhten Garantierahmen bei der Staatsbank KfW könnte eine halbe Billion Euro zur Verfügung gestellt werden, so Altmaier. Die Regierung stelle der KfW zunächst 20 Milliarden Euro zur Verfügung.

„Wir haben die finanzielle Kraft, diese Krise zu bewältigen“, sagt Scholz. „Es ist genug Geld da und wir setzen es ein. Wir ergreifen alle notwendigen Maßnahmen, um Beschäftigte und Unternehmen zu schützen. Darauf kann sich jede und jeder verlassen.“ Altmaier ergänzt: „Kein gesundes Unternehmen sollte wegen Corona in die Insolvenz gehen, kein Arbeitsplatz sollte verlorengehen.“

Wie die Maßnahmen konkret aussehen, erfahren Sie im gemeinsamen Papier des Bundesfinanzministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums.

Update 13.03.2020: VDT gibt Tipps für Treasurer angesichts der Coronakrise

Das Coronavirus wird zum Stresstest für das Liquiditäts- und Risikomanagement. Der Verband Deutscher Treasurer (VDT) gibt auf seiner Website Tipps, wie Treasurer damit umgehen sollten. Dazu zählt zum Beispiel, dass die Finanzierungsexperten auch in Krisenzeiten die Resilienz gegen Cyber- und Fraud-Attacken sicherstellen sollten.

Update 13.03.2020: Fitch passt wegen Coronakrise Bewertungsmethodik an

Wegen des Coronavirus überprüft Fitch vorerst die Ratings anders als üblich. Das teilte die Ratingagentur mit. In den nächsten drei Wochen bewertet die Agentur Unternehmen aufgrund ihrer relativen Gesamtanfälligkeit auf dem aktuellen Ratingniveau.

Dafür unterscheidet sie Unternehmen in drei Kategorien. In die erste fallen Unternehmen, die stark von der Coronakrise beeinträchtigt sind. Für diese will Fitch eine Ratingaktion auf individueller Basis erstellen. In die zweite Kategorie ordnet die Ratingagentur Unternehmen ein, die mit einem geringen oder mittleren Rating Headroom in das Jahr gestartet sind und in einer Branche tätig sind, die hoch bis moderat anfällig für die Coronakrise sind. In die letzte Kategorie fallen alle anderen Unternehmen.

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