Die Coronakrise hat auch Folgen für die Arbeit von Treasurern.

ffikretow/iStock/Getty Images; Montage: DerTreasurer

31.03.20
Risiko Management

Coronakrise – Der Ticker

Die Coronakrise greift um sich. Mit diesem Ticker bleiben Treasurer über die wichtigsten Entwicklungen im Finanzierungsbereich, Cash-, Risiko- und Asset Management informiert.

Update 31.03.2020: Treamo stellt Liquiditätsplanungslösung TFM bis Ende 2020 kostenlos bereit

Die österreichische Treasury-Beratung Treamo stellt Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro ihre Cloud-Lösung für Liquiditätsplanung, Cash Reporting und Fremdwährungs-Exposure Management nun ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Das Setup der Lösung namens TFM könne für den Kunden innerhalb von wenigen Stunden eingerichtet werden, teilte Treamo mit.

Das Angebot von Treamo soll vorerst bis zum Jahresende laufen. „Wenn ein Kunde die Planung irgendwann beenden möchte, kann er das natürlich jederzeit tun, möchte er TFM weiter nutzen, können wir die Daten in eine eigene Produktivumgebung migrieren, so dass der Kunde dann auch völlig autark weiterarbeiten kann“, sagt Sadleder weiter.

Darüber hinaus können Unternehmen bei Bedarf auch auf die Unterstützung der Treasury-Beratung bauen. „Bei vergleichsweise kleinen Unternehmen kümmern wir uns auch gleich selbst um die Planung und stimmen sie mit dem Kunden jeden Morgen ab“, sagt Martin Sadleder, Gründer und Geschäftsführer von Treamo. Vor allem sei es wichtig, Limite zu definieren und zu überwachen, ab denen es zu einem möglicherweise existenzbedrohenden Engpass kommen könne.

Update 31.03.20202: Bund erweitert Möglichkeiten für Exportkreditgarantien

Die Bundesregierung weitet wegen der Coronakrise die Möglichkeiten für Exportkreditgarantien aus. Exportgeschäfte mit vereinbarten Zahlungen innerhalb von 24 Monaten könnten ab sofort auch innerhalb der EU und in bestimmten OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden, teilten das Bundesfinanz- und das Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit. „Damit können insbesondere mögliche Engpässe im privaten Exportkreditversicherungsmarkt aufgefangen werden“, begründet die Bundesregierung diesen Schritt.

Die erweiterten Deckungsmöglichkeiten sind zunächst bis zum Jahresende befristet. Sie gelten neben den 27 EU-Länder auch für Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, die USA und das Vereinigte Königreich. Die EU-Kommission hat diesem Plan der Bundesregierung bereits zugestimmt. Das Bundesfinanzministerium betonte, mit dem gerade verabschiedeten Nachtragshaushalt für 2020, der ein Volumen von 156 Milliarden Euro hat, die notwendigen Voraussetzungen bereits geschaffen zu haben.

Update 30.03.2020: Kapilendo gewährt längere Stundung von Kapitalrückzahlungen

Der Bankingpartner Kapilendo will seine Finanzierungskunden in der Corona-Pandemie unterstützen: Kunden können laufende Kreditfinanzierungen um drei Monate stunden. Voraussetzung ist, dass nach individueller Prüfung das Geschäft des Unternehmens von der Coronakrise betroffen ist. Die Stundung gilt für alle Zins und Tilgungszahlungen von April bis Juni dieses Jahres. Kapilendo passt den Tilgungsplan entsprechend an. Der CEO von Kapilendo Christopher Grätz begründet die Entscheidung so: „Wir wollen unseren Unternehmern den größtmöglichen finanziellen und planbaren Handlungsspielraum geben, um alle wichtigen innerbetrieblichen Maßnahmen zu treffen.“

Die institutionellen und privaten Kreditgeber würden nach Angaben von Kapilendo die Entscheidung begrüßen: Eine interne Umfrage ergab, dass 88 Prozent der Kapilendo-Anleger bereit sind, die Unternehmen in dieser Lage zu unterstützen.

Update 30.03.2020: EZB fordert Banken auf, keine Dividenden auszuzahlen

Die Europäische Zentralbank (EZB) fordert die Banken dazu auf, für das Geschäftsjahr 2019 – sofern noch nicht erfolgt – und für 2020 mindestens bis zum 1. Oktober keine Dividenden zu zahlen. Die Banken sollten zudem auch keine Aktienrückkäufe zur Vergütung der Aktionäre vornehmen. Die Banken sollen so zusätzliche Rücklagen für die Kreditvergabe an Unternehmen bilden.

Die DZ Bank und einige öffentlich-rechtliche Institute sollen trotz der EZB-Forderung weiter Dividenden an ihre Eigentümer ausbezahlen dürfen. In solchen Fällen verbleibe eine Dividendenzahlung „innerhalb der Finanzgruppe der Sparkassen oder Genossenschaften“ und somit im Bankensystem, zitiert das Handelsblatt Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. „Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass auch innerhalb von Verbünden erwartet wird, auf Ausschüttungen zu verzichten.“

Der Bankenverband hält die Entscheidung der EZB angesichts der Coronakrise für vertretbar, auch wenn Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, der Meinung ist, dass es sich bei der Vorgabe der Bankenaufsicht um eine Ausnahme handeln muss. Nur die außergewöhnliche weltweite Notlage vieler Unternehmen rechtfertige einen solchen Eingriff in die Autonomie der Banken, sagt Ossig.

Update 30.03.2020: Umsetzung der Basel IV-Aufsichtsregeln verschoben

Der Baseler Ausschuss hat die Umsetzung der härteren Eigenkapitalvorschriften für Banken („Basel IV“) wegen des Coronavirus um ein Jahr verschoben. Der neue Fahrplan sieht nun vor, das die Regeln erst 2023 in Kraft treten sollen statt wie bisher geplant 2022. Der umstrittene „Output Floor“, der angibt, wie stark die Banken bei der Berechnung der Kapitalvorhaltung für Risiken von Standardmodellen abweichen dürfen, wird nun stufenweise bis 2028 eingeführt.

„Die Verschiebung der Baseler Regeln ist in der jetzigen Situation richtig und hilfreich“, kommentiert Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Sie entlaste die Banken von administrativen und organisatorischen Aufgaben, die jetzt dringend an anderen Stellen benötigt würden. Derzeit müsste die Hauptaufgabe darin liegen, die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen.

Update 26.03.2020: Bundestag ermöglicht Staatsbeteiligungen an Aktiengesellschaften

Die Bundesregierung hat neben den KfW-Hilfskrediten noch einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds auf den Weg gebracht. Dieser umfasst nach Angaben der Bundesregierung unter anderem einen Garantierahmen von 400 Milliarden Euro, der es Unternehmen erleichtern soll, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Ein weiterer Bestandteil sind Kredite von bis zu 100 Milliarden Euro. Sie dienen dazu, die KfW-Sonderprogramme zu refinanzieren.

Hinzu kommen Rekapitalisierungsmaßnahmen in Höhe von 100 Milliarden Euro. Sie sollen dazu beitragen, die Solvenz von Unternehmen sicherzustellen. Damit ermöglicht der Fonds auch eine vorübergehende direkte Beteiligung des Staates an Unternehmen.

Bei dem Gesetzesentwurf für Aktiengesellschaften hat sich der Gesetzgeber laut CMS an den Regelungen zur Bekämpfung der Finanzkrise von 2008 orientiert, die einen Einstieg des Staates bei der Commerzbank ermöglicht hatten. „Deutlich erleichtert werden beispielsweise Beschlüsse der Hauptversammlung, die für den Einstieg des Fonds notwendig sind“, sagt Richard Mayer-Uellner, Partner bei der Wirtschaftskanzlei CMS. Sie könnten nur unter engen Voraussetzungen angefochten werden.

Der Rechtsanwalt rät: „Unternehmen sollten jetzt schon prüfen, ob ein Einstieg des Fonds erforderlich werden könnte.“ Denn ist der Fonds erst einmal beteiligt, könne er starken Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen. So könne er Vorgaben zur Dividendenausschüttung, zu Vergütungsbegrenzungen für die Vorstandsmitglieder oder zur Verwendung der aufgenommenen Mittel machen.

Update 26.03.2020: Trinity bietet Lösung zur Liquiditätsplanung 6 Monate ohne Lizenzgebühren an

Treasurer sind gerade maßgeblich bei der Liquiditätsplanung und dem Cash Flow Forecast gefordert, denn Cash ist King. Nun greift auch der TMS-Anbieter Trinity mittleren und größeren Unternehmen in der Coronakrise unter die Arme greifen – und zwar „mit einem speziellen Angebot zur Liquiditätsplanung unter Verzicht auf Lizenzgebühren“, wie die Frankfurter mitteilten.

Trinity hat eigenen Angaben zufolge eine spezielle Treasury Management Lösung zur Multi-Währungs-Liquiditätsplanung in der Cloud vorbereitet, die „schnell und aus der Ferne umzusetzen“ ist. Innerhalb von fünf Tagen könne Trinity das System produktiv einsatzfähig machen. Bereits seit Montag dieser Woche steht das Angebot mittleren und größeren Unternehmen zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang verzichtet das Softwarehaus für „eine limitierte Anzahl von Neukunden für sechs Monate auf die Berechnung der sonst üblichen Lizenzpreise für diese Konfiguration“, erklärte Christoph Budde, seit Anfang Februar dieses Jahres Sales Director bei Trinity, gegenüber DerTreasurer. Danach könnten Unternehmen, die sich für das Krisenpaket entschieden hätten, den Vertrag mit einer Frist von vier Wochen kündigen.


Update 25.03.2020: Coronakrise treibt Risikoprämien am Kapitalmarkt hoch

Infolge der Coronakrise steigen die Risikoprämien am Kapitalmarkt. Das gilt nicht nur für Aktien und Bonds, sondern auch für institutionelle Kapitalmarktdarlehen, sogenannte Team Loan B (TLB). Dort explodiert die Spread-Entwicklung geradezu. Als Referenzwert kann hierfür der Index „JPM Loan Indices“ genommen werden, da der europäische TLB-Markt primär ein Single-B-Markt sei, auch wenn dieser zuletzt stärker in den BB-Bereich hineingewachsen sei, ist von Investmentbankern zu hören.

Welche Folgen diese Spread-Explosion für Unternehmen wie Cheplapharm, die sowohl Term Loans als auch High-Yield-Bonds am Markt haben, erfahren Sie im vollständigen Artikel unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Update 25.03.2020: Zahlreiche Unternehmen beantragen KfW-Hilfskredite

Viele Unternehmen sehen sich von der Insolvenz bedroht und wollen deshalb auf die Hilfe des Staates zurückgreifen. Die deutschen Banken und Sparkassen werden von Anträgen für die KfW-Notfallkredite im Rahmen des KfW Sonderprogramms, die seit Beginn dieser Woche gestellt werden können, geradezu überrannt.

Laut dem Nachrichtenportal n-tv erhielt allein die Deutsche Bank deutlich mehr als 2000 konkrete Anfragen für Überbrückungskredite. Bei der Commerzbank sollen die Anfragen demnach im hohen vierstelligen Bereich liegen. Gut ein Drittel davon erfüllten die Kriterien für die KfW-Kredite, heißt es weiter. Die Banken gehen davon aus, dass die Anzahl an Kreditanträgen in den kommenden Tagen weiter stark steigen wird.

Dem Bericht zufolge leiteten die deutschen Banken allein bis gestern Mittag Anträge auf Notfallkredite im Gesamtvolumen von 1,985 Milliarden Euro weiter. Der weitaus größte Anteil von 1,968 Milliarden Euro entfalle dabei auf vier Darlehensanfragen, wird ein KfW-Sprecher zitiert. Welche Unternehmen diese Anträge gestellt haben, ist nicht bekannt.

Update 24.03.2020: Bellin bietet tm5 3 Monate kostenlos an

Das Softwarehaus Bellin bietet sein Treasury Management System tm5 bis Ende Juni kostenfrei an. Das teilten die Ettenheimer heute mit. „Wir glauben, dass wir Unternehmen dabei unterstützen können, diese schwierigen Zeiten und die wahrscheinlich ebenso harten Folgeerscheinungen zu meistern, indem wir tm5 kostenlos anbieten“, sagt Martin Bellin, CEO und Gründer von Bellin.

Das Angebot umfasst Unternehmensangaben zufolge drei Kern-Module des Treasury Management Systems tm5: eins für das Cash Management, eins für die Liquiditätsplanung beziehungsweise das Forecasting sowie eins für das Erfassen und Managen von Finanzinstrumenten. „Eine Implementierung ist innerhalb von 72 Stunden möglich“, erklärte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage von DerTreasurer.

Die Grundkonfiguration des Systems sei ebenfalls mit inbegriffen, teilte der TMS-Anbieter weiter mit. Diese werde remote von Bellin-Mitarbeitern durchgeführt. Eine spezielle Webinarreihe, die im Detail auf die im Angebot enthaltenen Module eingeht, ergänzt demnach noch das Angebot.

Falls Treasurer das Angebot nach Ablauf der drei Monate nicht mehr nutzen möchten, können sie ganz unkompliziert kündigen. Von Anfang Juli bis Ende September gilt Bellin zufolge eine „spezielle Kündigungsfrist von 24 Stunden“.

Update 24.03.2020: Neue Fake-President-Masche im Umlauf

Wegen der Coronakrise arbeiten viele Treasurer derzeit im Homeoffice. Zudem haben Arbeitgeber neue Vertreterregelungen aufgesetzt, so dass Abläufe wie die Freigabe von Zahlungen auch bei einem hohen Krankenstand an Mitarbeiter erfolgen kann. Diese beiden Faktoren nutzen Betrüger für eine neue Fake-President-Masche aus.

Konkret geht es um zwei Anrufe. Zuerst geben sich die Betrüger im Gespräch mit Treasurern als Bankmitarbeiter aus und fragen nach der Vertretung. Dabei kommt es wieder vor, dass Kollegen die Vertretung namentlich nennen. „Die Betrüger geben dann vor, mit dem neuen Vertreter in Kontakt treten zu müssen, um weitere Formalitäten zu klären“, umreißt Frank Hülsberg, Partner und Vorstandsmitglied bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton, die neue Masche. Die Bank, mit der ein Unternehmen zusammenarbeitet, können die Kriminellen oft in den Kontoangaben auf dem Briefpapier sehen.

Im zweiten Schritt rufen die Betrüger – wieder getarnt als Bankmitarbeiter – den Vertreter direkt an. Sie behaupten, dass der Vorstand die vertretende Person als Bevollmächtigter für Zahlungsfreigaben ernannt hat und verlangt eine Freigabe von Zahlungen. „Da die neuen Vertreter noch keine Routine haben, ist das Risiko groß, dass jemand dem vermeintlich gut informierten Bankier auf den Leim geht“, warnt Hülsberg. Ebenfalls nutzen das Corona-Chaos derzeit auch viele Betrüger mit Phishing-Mails oder Cybercrime-Attacken aus.

Update 23.03.2020: Eckdaten des KfW Sonderprogramms

Ab heute gilt das KfW Sonderprogramm 2020. Kleine, mittelständische und große Unternehmen können ab sofort über ihre Hausbanken Anträge für Betriebsmittelfinanzierungen stellen. Für Mittelständler und Großunternehmen gelten auch neue Rahmenbedingungen für Konsortialfinanzierungen. Die Mittel für das KfW Sonderprogramm sind unbegrenzt, teilten das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesfinanzministerium und die KfW in einem gemeinsamen Eckblatt mit.

KfW-Sonderprogramm für junge und etablierte Unternehmen:
Demnach können kleine, mittelständische und große Unternehmen über ihre Hausbanken die Soforthilfen beantragen. Sie werden über die Programme KfW-Unternehmerkredit und ERP-Gründerkredit - Universell umgesetzt. Dabei gilt für kleine und mittelständische Unternehmen bei Betriebsmittelkrediten eine Haftungsfreistellung von 90 Prozent des Kreditrisikos, für größere Unternehmen gilt eine Haftungsfreistellung von 80 Prozent. Vor der Corona-Krise lagen die Haftungsfreistellungen bei maximal 50 Prozent, bei Betriebsmittelfinanzierungen gab es sogar gar keine.

Auch die Zinsen wurden noch einmal verbessert. Sie liegen nun für kleine und mittlere Unternehmen zwischen 1 Prozent und 1,46 Prozent jährlich sowie zwischen 2 Prozent und 2,12 Prozent per annum für größere Unternehmen. Bislang galt ein risikogerechtes Zinssystem nach Bonitäts-Besicherungsklassen.

Konsortialfinanzierung:
Mittelständische und Großunternehmen können auch bei einer Konsortialfinanzierung auf die Unterstützung der KfW zurückgreifen. Dabei beteiligt sich die KfW eigenen Angaben zufolge an größeren Finanzierungen anderer Finanzierungspartner zu deren Konditionen. Zudem übernimmt die staatliche Förderbank bis zu 80 Prozent der Risiken des Vorhabens. Die individuellen Finanzierungsstrukturen werden durch das KfW Sonderprogramm „Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung“ umgesetzt.

Update 23.03.2020: Deutsche Bank schließt 200 Filialen für den Kundenverkehr

Als Sicherheitsmaßnahme gegen die Coronakrise schließt die Deutsche Bank ab dem morgigen Dienstag (24. März) rund 200 Filialen für den Kundenverkehr, das gab die Deutsche Bank heute bekannt. Wie lange die Filialen der Deutschen Bank und Postbank geschlossen bleiben, ließ das Bankhaus offen. Das bundesweite Filialnetz verkleinert sich damit von 500 auf 290 Filialen.

Ziel sei es, trotz „reduzierter Filialzahl“ für die Kunden im ganzen Bundesgebiet „gut zugänglich“ zu sein. Die nächstgelegenen Filialen oder der mobile Vertrieb übernehmen die Beratung. Weiterhin bleiben alle Selbstbedienungsbereiche und Bargeldautomaten der Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, Hypovereinsbank) in Betrieb. Zudem können Kunden Bargeld in vielen Supermärkten und bei Shell-Tankstellen abheben.

Wegen der Corona-Krise haben auch schon andere Banken und Sparkassen ihr Filialnetz verkleinert: Die Hypovereinsbank schließt nach eigenen Angaben 101 der 337 deutschen Standorte. Die persönliche Beratung in Filialen werde sich in den kommenden Tagen „schrittweise auf stark frequentierte Standorte und Flaggschiff-Filialen“ konzentrieren, so die deutsche die Unicredit-Tochter.

Update 23.03.2020: Ifo Institut rechnet mit Kosten in Milliardenhöhe

Die Coronakrise sorgt für erhebliche wirtschaftliche Einbußen. Umsatzrückgange, Produktionsausfälle und Kurzarbeit sind bei vielen deutschen Unternehmen allgegenwärtig. Berechnungen des ifo Instituts wird die Corona-Pandemie Deutschland Hunderte von Milliarden Euro kosten.

„Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest. „Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.“ Es lohne sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen. Ziel müsse es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen.

Laut dem ifo-Präsidenten entstehen Kosten je nach Szenario zwischen 255 und 495 Milliarden Euro, wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teilweise stillsteht. Die Wirtschaftsleistung schrumpfe dann im Jahr um 7,2 bis 11,2 Prozentpunkte. Unterstellt ist dabei im besten Szenario, dass die Wirtschaftsleistung für zwei Monate auf 59,6  Prozent zurückgeht, sich im dritten Monat wieder auf 79,8 Prozent erholt und schließlich im vierten Monat wieder 100 Prozent erreicht.

Bei drei Monaten Teilschließung erreichen laut Fuest die Kosten bereits 354 bis 729 Milliarden Euro, was einem Wachstumsverlust von 10,0 bis 20,6 Prozentpunkten entspricht. Eine einzige Woche Verlängerung der Teilschließung verursacht den ifo-Berechnungen zufolge zusätzliche Kosten von 25 bis 57 Milliarden Euro und damit einen Rückgang des Wachstums um 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte. Eine Verlängerung von einem auf zwei Monate erhöht demnach die Kosten bis zu 230 Milliarden Euro oder 6,5 Prozentpunkte Wachstum.

Update 23.03.: Liquiditätssicherung in Zeiten der Coronakrise

Im Umgang mit der Coronakrise hat die Sicherung der Liquidität für viele Unternehmen derzeit oberste Priorität. Diverse Treasury-Abteilungen bemühen sich gerade darum, den Cash-Puffer auszubauen: Sie ziehen Mittel aus syndizierten Krediten, fragen neue Linien bei Banken an oder zapfen über Privatplatzierungen den Kapitalmarkt an – sofern es ihre Bonität zulässt. Worauf Finanzchefs bei der Ermittlung und Sicherung des Liquiditätsbedarf achten sollten, hat unsere Schwesterpublikation FINANCE zusammen gestellt.

Update 23.03.2020: Bund will bei Kreditprogramm nachbessern

Die Bundesregierung plant in der Coronkrise plant, Kredit-Sonderprogramme für mittelständische und große Unternehmen nachzubessern. Demnach soll die staatliche Förderbank KfW bei Betriebsmittelkrediten statt wie bisher 80 Prozent nun 90 Prozent des Kreditrisikos übernehmen. Das berichtet die dpa unter Berufung auf Kreise des Wirtschaftsministeriums. Einzelheiten würden aktuell finalisiert, hieß es.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier informierte Koalitionskreisen zufolge Wirtschaftspolitiker der schwarz-roten Koalition sowie der Opposition am Samstagabend über diesen Schritt. Angesichts einer drohenden Insolvenzwelle hatten Wirtschaftsverbände zuvor die zu komplizierten Programme zu Notkrediten kritisiert und Nachbesserungen gefordert.

Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz hatten vor mehr als einer Woche ein unbegrenztes Kreditprogramm angekündigt. Eine Sprecherin von Altmaier hatte am vergangenen Freitag erklärt, die Hilfen sollten ab dem heutigen Montag zur Verfügung stehen.

Update 20.03.2020: Kreditversicherer Coface senkt Bürokratieaufwand

Der Kreditversicherer Coface passt wegen der Corona-Pandemie einzelne vertragliche Regelungen für seine Kunden an. Für welchen Zeitraum die Lockerungen gelten, gab Coface nicht bekannt. „Wir wollen damit unsere Kunden entlasten. Wir wissen natürlich, dass die Unternehmen derzeit primär ihr operatives Geschäft zu managen haben, um ihr Unternehmen durch die Krise zu manövrieren“, begründet Katarzyna Kompowska, Regional CEO der Coface für Nordeuropa, diesen Schritt.

Coface passt unter anderem die Frist für die Benachrichtigung über überfällige Zahlungen an und verlängert sie um 60 Tage. Zudem werde das Vertragsmanagement flexibler, erklärte der Kreditversicherer. Allerdings appellierte Coface, dass die Unternehmen weiterhin das Risikomanagement ganz oben auf der Agenda haben sollten.

Der Kreditversicherer reagiert auch selbst auf die steigenden Risiken: „Konkrete Maßnahmen, insbesondere die Anpassungen von Limiten, nehmen wir selektiv vor“, sagt Jochen Böhm, Underwriting Director der Coface für Nordeuropa. Es sei klar, dass Insolvenzen und Schäden in der Kreditversicherung steigen würden.

Update 19.03.2020: Zahlreiche Treasury-Events verschoben oder abgesagt

Zahlreiche Treasury-Events müssen wegen der Coronakrise abgesagt oder verschoben werden. Das Mannheimer Finanzsymposium, das ursprünglich Mitte Mai stattfinden sollte, ist in den September vertagt. Der „Digital Treasury Summit“ von KPMG, der im April stattfinden sollte, wurde abgesagt. Die nächste Veranstaltung dieser Art findet im Herbst statt. Das PwC-Event „Future of Treasury“, das am 18. März 2020 in Frankfurt am Main hätten stattfinden sollen, wurde vorerst abgesagt. Dort hätten ursprünglich mehrere Gewinner unseres Awards „Treasury des Jahres“ wie Rando Bruns (Merck), Volker Heischkamp (Innogy) und Axel Zwanzig (Marquardt & Bahls) über die „Entwicklung der Treasury-Funktion im neuen Jahrzehnt" diskutieren sollen. Der Veranstalter PwC sucht derzeit nach eigenen Angaben „einen Ausweichtermin“. Auch das traditionelle GTB Forum der Deutschen Bank, das heute in den Zwillingstürmen in Frankfurt hätte ausgerichtet werden sollen, wurde für 2020 gecancelt.


Über unsere eigenen Events wie den anstehenden 8. Cash Management Campus  informieren wir Sie in Kürze.

Update 19.03.2020: EZB weitet Anleihekaufprogramm drastisch aus

Im Zuge der Corona-Krise hat die EZB in der Nacht zum Donnerstag ein umfassendes Rettungspaket angekündigt: Die Notenbank weitet ihr Anleihekaufprogramm um 750 Milliarden Euro aus. Zudem wurden die Kriterien, welche Wertpapiere die EZB ankaufen kann, aufgeweicht. Darunter fallen Wertpapiere der Privatwirtschaft sowie der öffentlichen Hand, aber auch die Staatsschulden Griechenlands.

Das Ankaufprogramm soll dabei helfen, dass es auf den Finanzmärkten nicht zu weiteren Einbrüchen kommt, die die Wirtschaft belasten könnten. Das Programm läuft sicher bis Jahresende, danach entscheidet der EZB-Rat, wann er die Corona-Pandemie für bewältigt hält. Bereits vergangene Woche hatte die Notenbank mehrere Maßnahmen gegen das Virus beschlossen, unter anderem ein Ankaufprogramm von 120 Milliarden Euro bis Jahresende. Gemeinsam mit dem bereits laufenden Anleihekaufprogramm wird die EZB bis zum Ende des Jahres jeden Monat ein Kaufvolumen von über 100 Milliarden Euro haben. Das ist mehr als zum Höhepunkt der Finanzkrise, als die monatlichen Ankäufe bei 80 Milliarden Euro lagen.

Update 19.03.2020: Coronakrise bringt Kreditverträge in Gefahr

Viele deutsche Unternehmen dürften infolge der Coronakrise deutlich schlechtere Ergebnisse ausweisen müssen – zumindest für die ersten beiden Quartale dieses Jahres, gegebenenfalls auch länger. Das gefährdet auch die Kreditverträge. Was Treasurer angesichts der derzeitigen Krise beachten sollten, erfahren Sie im vollständigen Artikel bei DerTreasurer.

Update 18.03.2020: Anträge für KfW-Hilfskredite ab sofort möglich

Die Deutsche Kreditwirtschaft und die Förderbank KfW wollen für eine unkomplizierte Weitergabe der von der Regierung versprochenen Hilfen für die Wirtschaft sorgen. Die staatliche Förderbank hat dafür die Kreditgenehmigungsprozesse vereinfacht.

Die erste Phase des Hilfspakets steht ab sofort zur Verfügung, teilten die beiden in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die KfW hat ihre Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet. Dazu zählt etwa der KfW-Unternehmerkredit für Bestandsunternehmen, den ERP-Gründerkredit-Universell für junge Unternehmen sowie den KfW-Kredit für Wachstum für größere Unternehmen.

Darüber hinaus wird die KfW für kleine und mittlere sowie für große Unternehmen ein Sonderprogramm auflegen, dass eine höherer Risikotoleranz aufweist. Diese Hilfen sind für Unternehmen gedacht, die durch die Corona-Krise in größere Schwierigkeiten geraten. Zudem will die Förderbank größeren Unternehmen auch Direktbeteiligungen im Rahmen von Konsortialfinanzierungen anbieten. Das Sonderprogramm soll nächste Woche starten, Anträge können bereits jetzt über die Hausbanken eingereicht werden.

Update 18.03.2020: S&P warnt vor erhöhten Unternehmenskreditausfällen

Die Ratingagentur S&P rechnet wegen der Coronakrise mit einer Verdreifachung der Kreditausfällen. In Europa könnte die Ausfallquote für Unternehmenskredite auf einen oberen einstelligen Prozentbereich ansteigen, in den USA sogar auf mehr als 10 Prozent. Laut S&P lag die Ausfallrate in Europa in der Vergangenheit meist bei rund 3 Prozent und in den USA bei knapp 4 Prozent. Zum Vergleich: Nach der Finanzkrise 2008 fielen in Europa 9 Prozent der Unternehmenskredite aus, in den USA stieg die Quote auf rund 12 Prozent.

S&P-Expertin Alexandra Dimitrijevic begründet die Prognose so: „Der durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ausgelöste plötzliche wirtschaftliche Stillstand wird in diesem Jahr zu einer weltweiten Rezession führen und erheblichen Druck auf die Kreditwürdigkeit ausüben.“

Update 17.03.2020: Cyberkriminelle nutzen Corona-Angst

Das Sicherheitssoftwareunternehmen ESET verzeichnet einen deutlichen Anstieg an schädlichen Mails, die die Verunsicherung rund um die Corona-Pandemie ausnutzen wollen. Gerade deutschsprachige Nutzer seien derzeit im Fokus der Betrüger. Sie versuchen mit Spam-Mails, Falschmeldungen, gefälschten Shops und gefälschten Spendenaufrufen von der Krisenlage zu profitieren.

Update 17.03.2020: Insolvenzantragspflicht für Corona-Geschädigte soll ausgesetzt werden

Das Bundesministerium will Unternehmen, die wegen der Corona-Krise in Schieflage geraten, vor der Insolvenzantragspflicht bewahren. Sie soll für die Unternehmen ausgesetzt werden, die wegen der Pandemie in Schieflage geraten. Ähnliche Regelungen waren in der Vergangenheit bei Hochwasserkatastrophen getroffen worden. Wann genau das Gesetz in Kraft treten soll, ist noch nicht bekannt.

Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, erklärt, man wolle verhindern, dass Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Regierung versprochenen Hilfen sie nicht rechtzeitig erreichen. „Die reguläre Drei-Wochen-Frist der Insolvenzordnung ist für diese Fälle zu kurz bemessen“, so die Ministerin. „Deshalb flankieren wir das von der Bundesregierung bereits beschlossene Hilfspaket mit einer Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 für die betroffenen Unternehmen.“

Voraussetzung ist, dass der Insolvenzgrund in der Corona-Krise liegt und, „dass aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen beziehungsweise ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen eines Antragspflichtigen begründete Aussichten auf Sanierung bestehen“, wie das Ministerium mitteilt.

Update 17.03.2020: Strengere Regeln für Short-Positionen

Die Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde Esma reagiert auf die drastischen Kursverluste durch die Corona-Krise und verschärft die Transparenzregeln für Short-Positionen auf Aktien. Investoren müssen nun mitteilen, wenn sie eine Netto-Short-Position in Höhe von 0,1 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals halten. Bislang waren Short-Positionen erst ab der Schwelle von 0,2 Prozent bei der zuständigen nationalen Aufsichtsbehörde meldepflichtig.

Der Schwellenwert für die Veröffentlichung bleibt dagegen unverändert bei 0,5 Prozent. Erst ab diesem Wert ist die Position für den gesamten Markt transparent. Die ab 0,1 Prozent zu meldenden Positionen sind dagegen nur für die Aufsichtsbehörde sichtbar. Market Making und Maßnahmen zur Stabilisierung von Kursen sind von der neuen Regelung ausgenommen.

Update 17.03.2020: EIB-Gruppe mobilisiert kurzfristig bis zu 40 Milliarden Euro

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe hat ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, um EU-weit Unternehmen und Wirtschaft zu unterstützen. Insgesamt sollen bis zu 40 Milliarden Euro freigesetzt werden. „Vorgesehen sind Überbrückungskredite, Zahlungsaufschübe sowie weitere Maßnahmen, um Liquiditäts- und Betriebsmitteleinschränkungen für KMU und Midcaps entgegenzuwirken“, heißt es in einer Mitteilung.

Dabei werde die EIB-Gruppe, auch unter Einbeziehung des auf KMU-Förderung spezialisierten Europäischen Investitionsfonds (EIF), mit Finanzpartnern in den Mitgliedsländern sowie mit den nationalen Förderbanken eng kooperieren.

Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket umfasst insbesondere drei Punkte: So sollen spezielle Garantiesysteme für Banken aufgebaut werden, die auf bestehenden EIB-Programmen basieren, und mit sofortiger Wirkung Finanzmittel in Höhe von bis zu 20 Milliarden Euro mobilisieren. Zudem sollen Banken ausgewiesene Liquiditätslinien erhalten, um eine zusätzliche Unterstützung von bis zu 10 Milliarden Euro zur Sicherung von Betriebskapital in KMU und MidCaps sicherzustellen. Außerdem sind spezielle Kaufprogramme für Asset Backed Securities (ABS) vorgesehen, mit denen Banken Risiken von KMU-Kreditportfolien übertragen können, um weitere 10 Milliarden Euro an Unterstützung zu mobilisieren.

Darüber hinaus forderte EIB-Präsident Werner Hoyer die Mitgliedstaaten auf, „eine bedeutende zusätzliche Garantie für die EIB und die nationalen Förderbanken einzurichten, um sicherzustellen, dass der Zugang von KMU und Midcaps zu Finanzmitteln offenbleibt“, heißt es weiter.

Update 16.03.2020: Das Treasury ist am Zug

Die Corona-Krise trifft die Unternehmenswelt immer stärker. Aktienkurse brechen ein, Lieferketten funktionieren nicht mehr richtig. Die ersten Firmen kündigen Sparprogramme an. Auch in der Finanzbranche wächst die Sorge vor Kreditausfällen. Ein Treasurer berichtet, dass viele Banken sich derzeit nach den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäft erkundigen.

Um die Liquidität zu sichern, ist nun vor allem das Treasury gefordert: Wie genau und welche Folgen die Coronakrise für die Finanzierungssituation hat, das erfahren Sie im Aufmacher des aktuellen E-Magazins. Nach dem Login können Sie es hier herunterladen.

Update 16.03.2020: Durch Zinsentwicklung steigen Pensionsverpflichtungen

Das Coronavirus belastet Unternehmen zunehmend, auch die Pensionsverpflichtungen sind betroffen. Die Verpflichtungen steigen auf neue Rekordhöhen, das Vermögen hat gleichzeitig an Wert verloren, teilt die Beratungsgesellschaft Mercer mit. Im Jahr 2019 war der Wert der Pensionsverpflichtungen bei den Dax30-Unternehmen basierend auf einer Hochrechnung von Mercer auf 409 Milliarden Euro angestiegen (Vorjahr 365,3 Milliarden Euro). Das Pensionsvermögen stieg im IFRS-Abschluss von 245,6 Milliarden Euro auf 274 Milliarden Euro.

Die Entwicklung der Pensionsverpflichten wird vor allem durch die Zinsentwicklung beeinflusst. Durch die Marktentwicklung aufgrund des Coronavirus sei das Zinsniveau seit Anfang des Jahres um 0,4 Prozent gesunken. „Sofern sich diese Entwicklung nicht wieder entspannt, würde das im Verpflichtungsvolumen weitere 25 Milliarden Euro bedeuten“, erklärt Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland.

Update 16.03.2020: Fed senkt Leitzinsen auf fast null

In den USA steigt die Anzahl an Covid19-Erkrankten. Um die nervös gewordenen Finanzmärkte zu beruhigen, hat die Notenbank Federal Reserve (Fed) erneut die Leitzinsen gesenkt – und zwar um einen ganzen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent.

Zusätzlich plant die Fed die Wirtschaft mit einem 700 Milliarden US-Dollar schweren Anleihekaufprogramm zu stützen und Banken vorübergehend Notfallkredite zu gewähren. Das hatte die US-Notenbank schon nach der Finanzkrise 2008 gemacht. Darüber hinaus ist auch ein Abkommen mit anderen Notenbanken angedacht, um die Märkte mit Liquidität zu versorgen.

Update 13.03.2020: Bundesregierung sagt unbegrenzt Kredite zu

Die Bundesregierung baut ein „Schutzschild“ für Unternehmen auf. Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier haben ein weitreichendes Maßnahmenpaket vorgestellt, um die Folgen des Coronavirus auf Unternehmen abzufedern. Das Paket sieht unter anderem umfassende Liquiditätshilfen und Expressbürgschaften für Unternehmen vor. Über einen drastisch erhöhten Garantierahmen bei der Staatsbank KfW könnte eine halbe Billion Euro zur Verfügung gestellt werden, so Altmaier. Die Regierung stelle der KfW zunächst 20 Milliarden Euro zur Verfügung.

„Wir haben die finanzielle Kraft, diese Krise zu bewältigen“, sagt Scholz. „Es ist genug Geld da und wir setzen es ein. Wir ergreifen alle notwendigen Maßnahmen, um Beschäftigte und Unternehmen zu schützen. Darauf kann sich jede und jeder verlassen.“ Altmaier ergänzt: „Kein gesundes Unternehmen sollte wegen Corona in die Insolvenz gehen, kein Arbeitsplatz sollte verlorengehen.“

Wie die Maßnahmen konkret aussehen, erfahren Sie im gemeinsamen Papier des Bundesfinanzministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums.

Update 13.03.2020: VDT gibt Tipps für Treasurer angesichts der Coronakrise

Das Coronavirus wird zum Stresstest für das Liquiditäts- und Risikomanagement. Der Verband Deutscher Treasurer (VDT) gibt auf seiner Website Tipps, wie Treasurer damit umgehen sollten. Dazu zählt zum Beispiel, dass die Finanzierungsexperten auch in Krisenzeiten die Resilienz gegen Cyber- und Fraud-Attacken sicherstellen sollten.

Update 13.03.2020: Fitch passt wegen Coronakrise Bewertungsmethodik an

Wegen des Coronavirus überprüft Fitch vorerst die Ratings anders als üblich. Das teilte die Ratingagentur mit. In den nächsten drei Wochen bewertet die Agentur Unternehmen aufgrund ihrer relativen Gesamtanfälligkeit auf dem aktuellen Ratingniveau.

Dafür unterscheidet sie Unternehmen in drei Kategorien. In die erste fallen Unternehmen, die stark von der Coronakrise beeinträchtigt sind. Für diese will Fitch eine Ratingaktion auf individueller Basis erstellen. In die zweite Kategorie ordnet die Ratingagentur Unternehmen ein, die mit einem geringen oder mittleren Rating Headroom in das Jahr gestartet sind und in einer Branche tätig sind, die hoch bis moderat anfällig für die Coronakrise sind. In die letzte Kategorie fallen alle anderen Unternehmen.

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