Der Informationsdienstleister Experian übernimmt die Mehrheit an der Risiko-Management-Einheit von Arvato Financial Solutions.

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01.07.20
Risiko Management

Experian beteiligt sich an Arvato Financial Solutions

Experian beteiligt sich an der Risiko-Management-Einheit von Arvato Financial Solutions. Damit baut der Informationsdienstleister sein Angebot für Risiko-, Fraud- und Identity-Management in der deutschsprachigen Region aus.

Der Informationsdienstleister Experian baut seine Expertise im Bereich Risiko Management mit einer strategischen Beteiligung aus. Der Anbieter von Daten- und Analysetools aus dem irischen Dublin übernimmt 60 Prozent an der Risk-Management-Einheit der Bertelsmann-Tochter Arvato Financial Solutions. Damit wird die zweitgrößte Kreditauskunftei Deutschlands Teil von Experian. Das teilten die beiden Unternehmen am heutigen Mittwoch gemeinsam mit.

Der Kaufpreis für den Mehrheitsanteil liegt Unternehmensangaben zufolge bei 7,2 Millionen Aktien. Das Closing der Transaktion fand am gestrigen Dienstag statt. Die restlichen 40 Prozent verbleiben im Eigentum von Arvato Financial Solutions.

Experian verstärkt sich im Risiko- und Fraud-Management

Mit dieser strategischen Beteiligung baut Experian sein Angebot für Treasurer weiter aus. Der Informationsdienstleister unterstütze Unternehmen dabei, „Kreditrisiken abzuwägen, Betrug vorzubeugen und wichtige Entscheidungsprozesse zu automatisieren“, heißt es in einer Mitteilung. Eigenen Angaben zufolge gehört der irische Anbieter zu den „Top drei“ der Wirtschaftsauskunfteien.

Experian werde durch die Mehrheitsbeteiligung nun zu einem „führenden Dienstleister für Risk-, Fraud- und Identity-Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die neue Einheit, die Kai Kalchthaler als CEO leiten wird, kombiniere das Portfolio der Risk-Management-Einheit von Arvato Financial Solutions mit den Analyse- und Entscheidungsplattformen von Experian.

„Viele Unternehmen sind aktuell bereit, Ernst zu machen mit ihrer digitalen Transformation“, glaubt Kalchthaler. Kurz gesagt benötigten sie schnelle und skalierbare Prozesse auf Basis innovativer Technologien.

Coronakrise beschleunigt Digitalisierung im Treasury

Auch eine aktuelle Umfrage von DerTreasurer und HSBC Deutschland zeigt, wie sich die Coronakrise auf die Digitalisierung der Treasury-Abteilungen auswirkt. Während größere Unternehmen fast unverändert weiter digitalisieren, priorisieren einige ihre Projekte neu. So wollen viele Treasurer beispielsweise als Lehre aus der Coronakrise auf elektronische Unterschriften umstellen. Auch die Themen Big Data und Künstliche Intelligenz dürften erneut aufs Tapet kommen, wenn sich die Treasurer wieder vermehrt strategischen Projekten zuwenden können, um ihre Prozesse weiter zu automatisieren und zu digitalisieren.

Nur geringe 5 Prozent der 223 Befragten geben an, dass in ihrem Treasury neue Digitalisierungsprojekte erst einmal komplett ausgesetzt wurden – davon waren ausschließlich Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 5 Milliarden Euro betroffen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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