Höhere Credit Spreads im Non-Investmentgrade-Universum

21.06.12 15:05

Falsche Preissignale durch CDS

Von Andreas Knoch

Der Handel mit Credit Default Swaps (CDS) beeinflusst die Preisbildung auf den Corporate-Bond- Märkten und kann unter Umständen zu höheren Fremdkapitalkosten führen.

Der Handel mit Credit Default Swaps (CDS) kann zu höheren Fremdkapitalkosten führen.

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Der Handel mit Credit Default Swaps (CDS) kann zu höheren Fremdkapitalkosten führen.

Zu dieser Einschätzung kommt eine aktuelle Studie der internationalen Wertpapieraufsicht IOSCO. Vor allem für Unternehmen aus dem Non-Investmentgrade- Universum hätten sich die Credit Spreads bei Neuemissionen nach der Einführung von CDS verteuert, heißt es in der Studie. Noch größer sei der Einfluß auf den Sekundärmärkten. Dort könne der Handel mit CDS zu falschen Preissignalen und höherer Volatilität führen, da die Einführung von CDS mit einer rapide sinkende Liquidität auf den Anleihemärkten einhergehe. Investoren würden die CDSMärkte für ihre Trading- und Hedging- Strategien bevorzugen, da diese einerseits liquider seien und andererseits die Möglichkeit böten, auch Short-Positionen einzugehen.

Gleichwohl sei die Liquidität in CDS-Teilmärkten noch immer so gering, dass einzelne Marktteilnehmer die Preise beeinflussen können. Wegen mangelnder Transparenz sei es für Marktteilnehmer daher nicht immer möglich einzuschätzen, ob Preisbewegungen auf die Illiquidität des Marktes oder aber auf eine sich verschlechternde Kreditqualität zurückzuführen sind. Einer Analyse von Reuters zufolge haben die jüngsten Handelsaktivitäten von JP Morgan in London die Kosten für CDS der in dem Index vertretenen Corporate-Schuldner extrem verteuert, ohne dass sich die Finanzlage der betroffenen Unternehmen fundamental geändert hat.

Knoch[at]derTreasurer.de