03.11.15 08:09

Fed-Entscheid: Zinsrisiken rücken auf Treasury-Agenda

Von Desiree Backhaus

Wann kommt die Zinswende in den USA? Die US-Zentralbank Fed ist inzwischen für viele Ökonomen und Treasury-Chefs unberechenbar geworden. Unternehmen wie SAP, die in US-Dollar finanziert sind, schauen nun ganz genau hin.

NYCstocker/Thinkstock/Getty Images

Mit ihrem Schlingerkurs in Sachen Zinswende verunsichert die Fed die Märkte.

Seit zwei Jahren wird über eine Zinswende in den USA spekuliert, doch die US-Notenbank Fed schiebt eine Erhöhung des Leitzinses immer wieder hinaus. Mit diesem Schlingerkurs verunsichert sie die Märkte, die Stimmung hat sich in den vergangenen Wochen gleich mehrfach gedreht: Nachdem einige Beobachter noch Anfang September der Meinung waren, die Fed werde den Leitzins bei ihrer Sitzung Mitte September erhöhen, glaubten viele zwischenzeitlich nicht mehr an ein Ende der Nullzinspolitik im Jahr 2015.

Nach Sitzung vergangene Woche klingt das schon wieder anders: „Fed-Chefin Yellen dürfte die von ihr für 2015 in Aussicht gestellte Zinserhöhung im Dezember durchsetzen“, meint Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Den optimalen Zeitpunkt habe die Fed aber verpasst. J.P. Morgan Asset Management attestiert der US-Notenbank inzwi¬schen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Eine Prog¬nose über den Zeitpunkt der Zinserhöhung gibt der Asset Manager deshalb schon nicht mehr ab. Seit nunmehr sieben Jahren verharrt der Fed-Leitzins zwischen 0 und 0,25 Prozent.

SAP-Treasury-Chef beobachtet die Zinsentwicklung in den USA genau

Auch viele deutsche Treasurer treibt die Frage nach der weiteren Zinsentwicklung in den USA um. Unternehmen, die variabel verzinste Finanzierungen in US-Dollar aufgenommen haben, sind jetzt besonders aufmerksam. „Wir beobachten das Zinsumfeld in den USA sehr genau“, sagt Steffen Diel, Treasury-Chef bei dem Softwarekonzern SAP. Die Walldorfer haben US Private Placements im Wert von 2,35 Milliarden US-Dollar aus¬stehen. Die Papiere sind zwar festverzinst, durch Zinsswaps hat SAP vor rund drei Jahren allerdings einen Teil in variable Verzinsung überführt – und so Zinskosten eingespart. „Das war im Nachhinein ein sehr guter Zeitpunkt“, sagt Diel.

Warum SAP diesen Ansatz wählt und wie Banker das aktuelle Umfeld für Zins-Hedging einschätzen, das lesen Sie im Aufmacher-Artikel des aktuellen E-Magazins.

Backhaus[at]derTreasurer.de