Gute Nachrichten für Treasurer

13.01.15 08:00

Finanztransaktionssteuer verzögert sich weiter

Von Desiree Backhaus

Schon wieder eine Verzögerung: Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTT) in elf europäischen Ländern kann kaum noch pünktlich zum 1. Januar 2016 gelingen. Nun kursieren Berichte, wonach die Steuer möglicherweise komplett zu Grabe getragen wird.

Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTT) in elf europäischen Ländern kann kaum noch pünktlich zum 1. Januar 2016 gelingen.

AdrianHancu /iStock/Thinkstock/Getty Images

In der EU gab es keinen Konsens zur FTT, jetzt könnte auch die Lösung unter elf Mitgliedsstaaten scheitern.

Treasurer können erst einmal durchatmen: Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTT) in elf europäischen Ländern wird sich wohl weiter verzögern. Bei ihrem letzten Treffen im vergangenen Jahr konnten sich die Finanzminister der beteiligten Staaten nicht auf die Ausgestaltung der neuen Steuer einigen.

Damit wackelt die geplante Einführung der Steuer zum 1. Januar 2016. Offiziell halten die Staaten zwar noch an dem Termin fest. Doch der Zeitplan ist ambitioniert: Selbst bei einer Einigung im ersten Quartal 2015, die der französische Finanzminister Michel Sapin für möglich hält, würde die Steuer wohl erst 2017 greifen, je nachdem welche Umsetzungsfristen die Staaten festlegen.

Stirbt die FTT jetzt komplett?

Gegen eine schnelle Einigung sprechen außerdem die großen Differenzen zwischen den beteiligten Ländern: Frankreich will die Steuer nur auf Aktien erheben, andere wollen auch Derivate besteuern, dafür aber mit niedrigeren Sätzen. Grundlage für die Verhandlungen ist ein Vorschlag der EU-Kommission wonach Aktien und Anleihen mit jeweils 0,1 Prozent und Derivate mit 0,01 Prozent belastet werden sollen.

Ursprünglich sollte die FTT bereits 2014 eingeführt werden. CFOs und Treasurer haben sich stets gegen die Steuer zur Wehr gesetzt – zahlreiche Studien haben ihnen dabei Munition geliefert. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) und Oliver Wyman haben etwa im Juli 2013 ausgerechnet, dass die Steuer auf Basis des EU-Vorschlags die deutsche Realwirtschaft jährlich mit bis zu 3,7 Milliarden Euro jährlich belasten würde.

Hinter den Kulissen zeichnet sich Medienberichte zufolge bereits ab, dass deutsche Politiker das Thema FTT nicht mehr mit Nachdruck verfolgen. Der Aufwand sei den Ertrag nicht wert, so ist aus Verhandlungskreisen zu hören. Am Ende könnte es also doch noch glimpflich ausgehen für Treasurer.

Backhaus[at]derTreasurer.de