Währungssicherung in Brasilien

03.02.17 08:04

Hedging: So sichert Kaefer sein Real-Exposure

Von Desiree Backhaus

Der Isoliertechnikspezialist Kaefer hat vor zwei Jahren in Brasilien den größten Zukauf der Firmengeschichte gestemmt. Beim FX-Hedging für die Akquisitionsfinanzierung setzte Florian Hinz, Leiter Treasury bei Kaefer, auf einen neuartigen Ansatz.

Esther Eberhardt Photography

Florian Hinz, Leiter Treasury bei Kaefer, hat einen innovativen Hedging-Ansatz in Brasilien gewählt.

Der Mittelständler Kaefer ist in über 40 Ländern aktiv. Der Umgang mit Fremdwährungsrisiken gehört für das Treasury-Team um seinen Leiter Florian Hinz zum Tagesgeschäft. Vor gut zwei Jahren sah sich Kaefer jedoch mit einer besonderen Herausforderung konfrontiert: Das Bremer Familienunternehmen, das 2015 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro erzielte, stemmte damals mit der Übernahme von RIP Servicos Industriais in Brasilien den größten Zukauf der Firmengeschichte.

Finanziert wurde der Deal mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag, den Kaefer aus dem gerade geschlossenen Konsortialkredit in Höhe von einer halben Milliarde Euro ziehen konnte. „Bei der Tilgung, die aus dem Cashflow der brasilianischen Tochter erfolgen sollte, standen wir vor zwei Herausforderungen“, sagt Treasury-Chef Hinz. „Wir mussten das Geld nach Deutschland transferieren und das Währungsrisiko absichern, da der Cashflow in Real anfällt.“ Bei der Refinanzierung setzte Kaefer auf drei Komponenten: Eigenkapital der Tochter, ein langfristiges Darlehen sowie ein über zwei Jahre laufendes Darlehen in Real der deutschen Mutter an die brasilianische Tochter.

Kaefer will Real-Exposure nicht nur mit NDFs sichern

Bei der Kurssicherung dieser letzten Komponente wollte Hinz nicht nur auf klassische Non-Deliverable-Forwards (NDF) setzen. Denn diese synthetischen Termingeschäfte, die bei nicht frei konvertierbaren Währungen üblicherweise zum Einsatz kommen, hätten den Mittelständler viel Geld gekostet. Das liegt an der Volatilität der brasilianischen Währung und den im Vergleich zum Euro-Raum wesentlich höheren Zinsen. Hinz beziffert die Hedging-Kosten für einen NDF über eine Laufzeit von zwei Jahren auf einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag: „Wir haben deshalb nach einer Möglichkeit gesucht, preiswerter zu hedgen und trotzdem einen hohen Sicherungsgrad zu erreichen“, sagt der Treasury-Chef. Die Lösung lieferte Anfang 2015 ein neu entwickeltes Produkt der Deutschen Bank, die sogenannte Automatic-Rolling-Collar-Struktur.

Wie dieses Sicherungsinstrument funktioniert und welche Vorteile es für Kaefer hatte, das lesen Sie im aktuellen E-Magazin.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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