Es gibt einige Neuerungen beim Hedging von M&A-Deals.

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05.04.23
Risiko Management

Hedging: Treasurer werden bei M&A-Deals wichtiger

Die Zinswende hat das Hedging von M&A-Deals verändert, aber auch andere Faktoren haben die Absicherung von Währungen wesentlich beeinflusst.

Das veränderte Marktumfeld beeinflusst, wie M&A-Deals abgesichert werden. In den vergangenen zehn Jahren stand bei Transaktionen vor allem das FX-Hedging im Vordergrund. Das habe sich nun geändert, beobachtet Volker Anhäuser von BNP Paribas.

„Seit dem vergangenen Jahr ist die Absicherung von Zinsrisiken wieder ebenso wichtig wie das FX-Hedging geworden“, sagt er. Es sei eine Normalisierung eingetreten, nachdem Zinsrisiken jahrelang kein Thema gewesen seien.Die neuerliche Unruhe an den Aktienmärkten bei Banken wie der Credit Suisse oder in den USA wirke sich hingegen nicht auf das Hedging von M&A-Deals aus. „Währungen sind schon seit etwa einem Jahr volatiler geworden“, so Anhäuser.

Zudem agierten die Unternehmen in der Regel nicht marktgetrieben. „Innerhalb gewisser Grenzen gehen Unternehmen taktisch vor. Als der US-Dollar viel wert war, hat mancher Exporteur länger gehedgt als in früheren Jahren.“ 

Unternehmen hedgen länger

Eine neue Entwicklung beim Absichern von M&A-Deals sieht der Experte bei der Dauer von Genehmigungen. „Die Genehmigungs- und Prüfungsphase dauert etwa 50 Prozent länger als noch vor ein bis zwei Jahren.“ Das gelte sowohl für die Kartellprüfung als auch FDI-/ CFIUS-Prüfungen, beobachtet er. 

Ein Grund dafür sei, dass es schwieriger geworden ist, die für die betroffenen Unternehmen relevanten Märkte zu identifizieren. Das läge daran, dass die Vertriebskanäle vielfältiger geworden seien. „Der Prüfungsprozess ist länger und komplexer geworden, womit auch die Unsicherheit der Unternehmen steigt.“ Dadurch beobachtet Anhäuser: „Die Unternehmen hedgen früher als in der Vergangenheit. Früher haben rund 20 Prozent mit dem Hedging bis zum Legal Closing gewartet, heute wollen fast alle Unternehmen ihr FX- und Zins-Hedging abschließen, bevor sie mit dem Deal an die Öffentlichkeit treten.“ 

Treasurer werden früher einbezogen

Auch die Art des Hedging habe sich gewandelt: „Deal Contingent Forward ist populärer geworden im Vergleich zum Forward Hedging.“ Zudem seien die Prämien für Plain-Vanilla-Optionen gestiegen. „Grund hierfür sind die gestiegene Volatilität und die längeren Laufzeiten infolge der längeren Prüfungen.“ Dennoch sei der Wettbewerb der Banken hoch, berichtet Anhäuser.

Das veränderte Marktumfeld spiegelt sich in der Rolle der Treasurer wider: „Ich beobachte, dass Treasury-Mitarbeiter früher in M&A-Prozesse einbezogen werden, um den Hedge zu strukturieren. Sie spielen inzwischen eine bedeutendere Rolle.“

brendel[at]dertreasurer.de