Unternehmenspleiten könnten für eine Trendumkehr bei den Prämien sorgen

01.03.12 15:02

Kreditversicherer werden nervös

Von Andreas Knoch

Harte Zeiten für Rückversicherer. Großschäden wie die von Manroland, Petroplus und Schlecker, könnten schon bald kräftig auf die Bilanzen von Euler Hermes, Coface, Atradius & Co durchschlagen.

Den Kreditversicherern bläst seit einigen Monaten wieder ein rauerer Wind ins Gesicht. Marktexperten gehen davon aus, dass die Kreditversicherer allein bei Schlecker rund 700 Millionen Euro gezeichnet haben dürften. Mit konkreten Zahlen wagte sich jüngst die Hannover Rück aus der Deckung, ein eher kleiner Spieler. Im Fall der Schlecker- Pleite, so die Prognose, müsse man womöglich mit mehr als 10 Millionen Euro einstehen. Allerdings sei alles noch sehr vage. Insider vermuten, dass die Insolvenz der Drogeriekette aufgrund der Sicherheitenlage noch am ehesten zu verkraften sei.

Als schwerwiegender dürfte sich dagegen die Pleite des Raffineriebetreibers Petroplus erweisen. „Bei Petroplus haben die Kreditversicherer jede Menge Zollbürgschaften übernommen, für die sie quasi zu 100 Prozent einstehen müssen. Das wird ein massiver Schaden“, sagt ein mit der Materie vertrauter Fachmakler. Bei zwei, drei weiteren Großschäden, so seine Einschätzung, würde die seit geraumer Zeit zu beobachtende Abwärtsspirale bei den Kreditversicherungsprämien gestoppt.

Kandidaten dafür gibt es. So wird bereits mehr oder weniger offen über eine Planinsolvenz der Baumarktkette Praktiker gesprochen. Die jüngste Aufforderung an die Anleihegläubiger, auf einen Großteil der ihnen zustehenden Zinsen zu verzichten, zeigt die prekäre Finanzlage des Konzerns. Mögliche Millionenschäden treffen die Kreditversicherer allerdings nicht unvorbereitet, denn sie haben in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der geringen Schadenquote gut verdient. Gleichwohl sei die Nervosität bei der Assekuranz zu spüren, berichtet ein Branchenexperte. Das ein oder andere Limit wackele bereits.

Knoch[at]derTreasurer.de