20. Treasurer-Panel

23.04.18 08:07

KYC-Ärger belastet Kunde-Bank-Beziehung

Von Desiree Backhaus

Bürokratisch, langwierig, unkoordiniert: Viele Treasurer klagen über die Know-Your-Customer-Prüfungen ihrer Banken. Vor allem die mangelnde Standardisierung macht den Finanzverantwortlichen zu schaffen, wie das Treasurer-Panel zeigt.

iStock/Thinkstock/Getty Images

Bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität binden die Gesetzgeber zunehmend die Banken ein.

Die Compliance-Prüfungen der Banken sind quer durch alle Branchen und Unternehmensgrößen zum Ärgernis für Finanzverantwortliche geworden. Das verdeutlicht das 20. Treasurer-Panel, das die Redaktion von DerTreasurer in Kooperation mit Deutschen Bank durchgeführt hat. Demnach hat bereits mehr als Hälfte (54 Prozent) der insgesamt befragten 78 leitenden Treasurer im deutschsprachigen Raum schlechte Erfahrungen im Hinblick auf die sogenannten Know-Your-Customer(KYC)-Prüfungen mit ihren Banken gemacht.

Im Rahmen dieser KYC-Checks müssen die Banken die Eigentümerstruktur ihrer Firmenkunden sowie Besitzverhältnisse innerhalb des Konzerns genau durchleuchten und dokumentieren, bevor sie eine Geschäftsbeziehung eingehen. Weltweit nehmen die Gesetzgeber die Banken bei der Bekämpfung von Geldwäsche, Wirtschaftskriminalität und Terrorismus immer stärker in die Pflicht.

KYC sorgt auch bei Banken für Frust

Es sind aber weniger die KYC-Prüfungen an sich, die Treasurer in Rage versetzen, sondern die Art und Weise, wie die Banken die Checks vornehmen. Besonders stört die Befragten, dass jede Bank die gesetzlichen Anforderungen etwas anders auslegt: 83 Prozent sehen in der mangelnden Standardisierung der KYC-Abfragen das größte Problem. Je mehr Bankbeziehungen ein Unternehmen hat, umso aufwendiger wird es, die nötigen Informationen und Dokumente zu recherchieren.

Auch Lothar Meenen, Global Head of Corporate Cash Management Sales bei der Deutschen Bank, kann die Frustration der Treasurer „in gewisser Weise" nachvollziehen: „Für uns als Bank ist der Prozess schließlich ebenfalls sehr aufwendig." Er warnt aber vor zu hohen Erwartungen: „Die Regeln sind nicht schwarz und weiß, es gibt einen Interpretationsspielraum. Banken, die in der Vergangenheit schon einmal schlechte Erfahrungen mit dem Thema KYC gemacht haben, schauen deshalb vielleicht etwas genauer hin als andere.“ Das könne beispielsweise dazu führen, dass eine Bank eine Personalausweiskopie des Geschäftsführers einfordert und eine andere nicht

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Backhaus[at]derTerasurer.de

Das gesamte Treasurer-Panel mit weiteren Ergebnissen rund um KYC sowie der Frage, wie Treasurer das aktuelle Zinsumfeld bewerten, können Sie nach einer kurzen Anmeldung hier herunterladen.

Welche Banken Probleme mit KYC haben, und welche Initiativen den Prüfprozess für Banken und Unternehmen erleichtern wollen - das und mehr erfahren Sie auf unserer Themenseite KYC.