Kampf gegen Geldwäsche, Wirtschaftskriminalität & Co.

01.03.17 10:11

Lösung für den KYC-Ärger?

Von Desiree Backhaus

Die steigenden Compliance-Anforderungen an die Banken werden zunehmend auch für Treasurer zum Ärgernis. Schon eine vermeintliche einfache Kontoeröffnung kann durch Know-Your-Customer-Prüfungen Monate dauern. Neue Plattformen versprechen Abhilfe. Zu Recht?

Oleg Zabielin/iStock/Thinkstock/Getty Images

Im Kampf gegen Terrorismus, Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität werden die Know-Your-Costumer-Anforderungen an Banken immer höher. Das kann auch die Kundenbeziehung belasten.

Wer ein neues Konto eröffnen möchte, muss viel Zeit und Nerven mitbringen. Denn in Folge der Bekämpfung von Geldwäsche, Wirtschaftskriminalität und Terrorismus müssen Banken jeden Kunden durch einen aufwendigen Identifizierungsprozess schicken: Know Your Customer, kurz KYC. Angesichts der steigenden Regulierung ufert dieser Aufwand zunehmend aus, berichten betroffene Treasurer. Inzwischen gingen häufig mehrere Monate für die KYC-Prüfung ins Land. Das gelte selbst wenn das Unternehmen bereits eine Geschäftsbeziehung mit der Bank unterhalte - und lediglich bei anderen Einheiten der Bank eröffnen wolle. „Das ist ein untragbarer Zustand“, echauffierte sich jüngst der Treasury-Chef eines MDax-Konzerns über die Abläufe der Know-Your-Customer-Prüfungen in den Banken gegenüber DerTreasurer.

Mit seinem Ärger steht er nicht alleine da, im Gegenteil: Laut einer Umfrage des Datenanbieters Thomson Reuters aus dem vergangenen Frühjahr haben 89 Prozent der weltweit befragten 822 Finanzentscheider in Industrieunternehmen schon schlechte KYC-Erfahrungen gemacht. Das Problem sind vor allem fehlende Absprachen innerhalb der Bank: Im Schnitt wurden die Befragten während des Onboarding-Prozesses achtmal kontaktiert, um zehn Dokumente einzureichen.

KYC ist für die Banken ein heikles Thema

Treasurer klagen über mehrere Ansprechpartner und widersprüchliche Aussagen. Außerdem lege jede Bank die KYC-Anforderungen anders aus. Für Banken ist das Thema ebenso heikel wie lästig: Diverse Häuser haben zuletzt wegen Verstößen gegen Sanktions- oder Geldwäschevorschriften hohe Strafen kassiert. Dort ist man besonders vorsichtig. Schon heute geben Banken jährlich Milliarden für die Prüfungen aus und tun sich dem Vernehmen nach schwer, für die unbeliebte Compliance-Abteilung gute Mitarbeiter zu finden. Es gibt noch viel Optimierungspotential hinsichtlich KYC.

Das soll sich ändern: Diverse Anbieter arbeiten derzeit an Datenbanken und Plattformen, über die Unternehmen mit ihren Banken KYC-relevante Dokumente austauschen können. Meldepflichtig sind etwa Änderungen in der Geschäftsführung, im Eigentümerkreis, bei M&A-Aktivitäten sowie Adress- und Namensänderungen von Einheiten.

Doch was leisten die neuen Produkte, die sich primär an Banken wenden, für Treasurer? Wer sind die relevanten Anbieter? Eine Analyse lesen Sie in der Aufmachergeschichte des aktuellen E-Magazins von DerTreasurer.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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