Diese Szenarien sollten Treasurer im Blick behalten

09.08.12 15:06

Multipolare Währungswelt

Von Armin Häberle

Der Euro ist unter Druck, die USA stehen vor einem „fiskalischen Kliff“, und der Renminbi ist längst Handelswährung vieler Schwellenländer. Welche Konsequenzen haben die Veränderungen für Treasurer und CFOs?

Multipolare Währungswelt

Alexander Börsch

Wohin entwickelt sich das Weltwährungssystem? „Klar ist, dass das System sich an einem Scheideweg befindet“, sagt Alexander Börsch, Leiter Research Deutschland bei Deloitte, im Talk mit FINANCE-TV.

Drei Szenarien sollten Treasurer und CFOs im Blick haben: Sollten die fiskalpolitischen Probleme in Europa und den USA nicht gelöst, sondern durch Abschottungsversuche nur eingedämmt werden, könnte Deloitte- Studien zufolge eine nachhaltige Reduktion des globalen Güterhandels und eine Re-Regionalisierung von Wirtschafts- und Währungsräumen folgen, mit negativen Auswirkungen für die deutsche Exportwirtschaft. Bestehen die politischen Probleme in Europa fort, droht ein Scheitern oder eine Marginalisierung der Euro-Zone mit höheren Finanzierungskosten für Unternehmen. Löst Europa seine Probleme, die USA aber nicht, könnte eine Währungswelt der zwei Geschwindigkeiten entstehen, mit dem Euro als Anker der langsam wachsenden Industrienationen und dem Renminbi als Leitwährung der Emerging Markets.

Verlässt man jedoch diese Extreme, sieht Börsch ein multipolares Währungssystem auch als Chance. „Neue Währungssysteme stellen meist nur eine überfällige finanzwirtschaftliche Anpassung an realwirtschaftliche Kräfteverhältnisse dar. Das ist an sich begrüßenswert.“

Haeberle[at]derTreasurer.de