Durch den Verfall des Britischen Pfunds mussten einige Großkonzerne aus Europa und den USA im dritten Quartal vergangenen Jahres Ertragseinbußen hinnehmen.

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06.02.17
Risiko Management

Pfund-Verfall: Ertragseinbußen für Konzerne aus Europa und USA

Der Pfund-Verfall nach dem Brexit-Votum hat einigen Großkonzernen das Ergebnis verhagelt. Insgesamt klagten im dritten Quartal 2016 aber deutlich weniger Unternehmen über negative Währungseffekte als noch im Vorjahr.

Durch den Verfall des Britischen Pfunds mussten einige Großkonzerne im dritten Quartal vergangenen Jahres Ertragseinbußen durch Währungsschwankungen hinnehmen. Das geht aus einer Quartalsberichtsauswertung von Fireapps, einem Anbieter von Softwarelösungen zur Analyse von FX-Exposures, hervor. Gemäß der Studie war das Britische Pfund bei der relativen Mehrheit der befragten 1.200 börsennotierten Unternehmen aus den USA und Europa die Währung mit dem größten Einfluss: 36,8 Prozent der 350 europäischen Befragten nannte den Verfall der britischen Währung als relevant für ihr Geschäft, bei den 850 Nordamerikanern waren es mit 58,3 Prozent sogar deutlich mehr als die Hälfte. Auf Platz 2 folgt jeweils der japanische Yen.

Das Ergebnis überrascht nicht angesichts des Ausgangs des Brexit-Referendums Ende Juni vergangenen Jahres. An den Märkten löste der anstehende Brexit nach Bekanntwerden der Abstimmungsergebnisse im vergangenen Sommer eine regelrechte Schockwelle aus. Der Wechselkurs fiel innerhalb weniger Stunden von über 1,40 Euro pro Pfund auf unter 1,20. Selbst nach der Ernennung von Theresa May zur neuen britischen Premierministerin lagen die Volatilitäten für einjährige Optionen noch bei mehr als 10 Prozent. Die Volatilität des Pfunds ist extrem hoch und für Treasurer stellt sich die Frage, mit welchen Hedging-Instrumenten sie ihre Unternehmen am besten absichern sollten.

Ertragseinbußen durch FX-Effekte deutlicher geringer als in Q3 2015

Abgesehen vom Pfund-Verfall liegt aber ein eher ruhiges Quartal hinter den Unternehmen: Der Studie zufolge klagten nur etwa ein Fünftel der untersuchten Unternehmen im dritten Quartal 2016 über negative Währungseinflüsse. Bei den von FX-Effekten betroffenen 218 nordamerikanischen Unternehmen summierten sich die Ertragseinbußen auf 6,81 Milliarden US-Dollar. Von den untersuchten europäischen Unternehmen meldeten 45 negative Währungseinflüsse in Höhe von insgesamt 3,48 Milliarden Euro. Damit liegen die gemeldeten Ertragseinbußen durch Währungsschwankungen 56 Prozent unter dem dritten Quartal 2015, als die negativen FX-Effekte 24,02 Milliarden US-Dollar betrugen. Im gleichen Zeitraum 2014 waren sie mit 8 Milliarden US-Dollar dagegen um ein Drittel geringer als im vergangenen Jahr.

Paulus[at]derTreasurer.de

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