Zahlungsverkehrsbeschränkungen auch in der Euro-Zone möglich / Versicherer reagieren

11.04.13 15:13

Politische Risiken nehmen zu

Von Andreas Knoch

Nicht mehr für möglich gehalten, rücken politische Risiken in der Euro-Zone wieder auf die Agenda der Treasurer exportorientierter Unternehmen. Im Fokus stehen vor allem Risiken im Zahlungsverkehr.

Politische Risiken in der Euro-Zone rücken wieder auf die Agenda der Treasurer.

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Politische Risiken in der Euro-Zone rücken wieder auf die Agenda der Treasurer.

Es ist schon eine Weile her: Letztmalig wurden Zahlungstransfers in Argentinien verboten und das liegt nun 15 Jahre zurück. Doch mit den jüngsten Ereignissen in Zypern wächst die Gefahr, dass das auch in der Euro-Zone passieren könnte.

Vor diesem Hintergrund bewerten viele Exporteure das Risiko eines möglichen Forderungsausfalls neu. „Wir haben seit rund zwei Monaten sehr viele und große Anfragen aus aller Welt“, bestätigt Alfons-Maria Gracher, Eigentümer und Geschäftsführer von Gracher Kredit & Kautionsmakler. Das Problem: Oftmals sind politische Risiken in den Policen nicht mitversichert – insbesondere in denen mittelständischer Unternehmen.

Die Kreditversicherer haben auf die neue Situation reagiert. „Gerade bei der Absicherung von Risiken im langfristigen Bereich muss das Thema politisches Risiko bei Lieferung an Kunden in der EU neu bewertet werden“, schreibt die Coface in ihrem aktuellen Maklernewsletter.

Die Mainzer bieten beispielsweise bei der Forderungsabsicherung für den deutschen Maschinenbau die Absicherung politischer Risiken auch für Lieferungen in die Länder der EU an. Versichern lassen sich nicht nur klassische Risiken wie Konvertierungs-, Transfer- und Zahlungsverbot sowie Staatsmoratorium, sondern auch die Behinderung der Lieferung durch staatliche Eingriffe (Import- und Exportverbot).

Knoch[at]derTreasurer.de