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25.09.15
Risiko Management

Remit: Energiehandel ab Oktober melden

Am 7. Oktober tritt die Reportingpflicht von Strom- und Gaskontrakten in Kraft. Remit wird auch viele Treasurer beschäftigen. Sie können bei der Umsetzung von ihren Erfahrungen mit Emir profitieren.

Nach Emir kommt jetzt Remit: In knapp drei Wochen, am 7. Oktober, tritt die Reportingpflicht von börsengehandelten Strom- und Gaskontrakten in Kraft. Unternehmen, die pro Jahr mehr als 600 Gigawattstunden (GWh) verbrauchen, müssen die Daten ihrer Energiekontrakte an die EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (Acer) melden. „Damit dürfte Remit viele produzierende deutsche Unternehmen betreffen, insbesondere energieintensive Branchen wie Stahl, Aluminium, Kupfer und Chemie“, sagt Folker Trepte, Risikomanagement- und Energieexperte bei PwC.
 
Mit der Remit-Verordnung will die EU Transparenz am Energiegroßhandelsmarkt schaffen, Marktmanipulation und Insidergeschäfte sollen verhindert werden. Das fordert auch die Treasury-Abteilung: Zwar haben viele Unternehmen den Energiehandel im Einkauf aufgehängt, größere Konzerne verfügen sogar über ein eigenes Energiemanagement. In vielen Fällen liegt die Verantwortung für Finanzrisiken, und damit die Rohstoffpreisabsicherung mit Hilfe von Hedging aber im Treasury – oder es wirkt in bereichsübergreifenden Komitees daran mit. Die gute Nachricht: „Energiederivate sind – da sie bereits nach Emir gemeldet werden – von der Remit-Meldepflicht ausgenommen“, so Trepte. Das heißt aber auch, dass sich Treasury und Einkauf eng abstimmen sollten, um Doppelungen zu vermeiden.

Emir-Erfahrungen des Treasury helfen

Ohnehin können Treasurer nach der Erfahrung mit Emir auch bei Remit unterstützen: Sie wissen, welche Prozesse notwendig sind, um die Daten zu beschaffen, und wie das Reporting an die Transaktionsregister funktioniert. Die EU-Behörde Acer arbeitet zum Teil mit denselben Anbietern wie die Wertpapierregulierungsbehörde Esma bei Emir: Ende August war etwa RegisTR als eines der ersten Transaktionsregister für die Remit-Meldepflicht zugelassen worden. Unternehmen, die RegisTR für ihr Emir-Reporting nutzen, haben mit viel Aufwand die notwendigen Schnittstellen eingerichtet.

Viele Treasurer werden die Meldepflicht allerdings auch delegieren. Was dabei allerdings zu beachten ist, lesen Sie im aktuellen E-Magazin.


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